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Joe Rogan: „Punktesystem ist unentschuldbar“

UFC-Kommentator Joe Rogan ist unzufrieden mit dem Punktesystem im MMA (Foto: Florian Sädler).

Nach dem äußerst knappen Hauptkampf bei UFC 195 zwischen Robbie Lawler und Carlos Condit gingen die Meinungen über dessen Ausgang stark auseinander. Obwohl der Herausforderer deutlich mehr Schläge und Tritte ins Ziel brachte, wurde der Titelverteidiger mit einem geteilten Punktsieg belohnt. Daraufhin entfachte unter anderem Joe Rogan die Diskussion über das gegenwärtige Bewertungssystem neu.

„Das Punktesystem im MMA benötigt dringend Verbesserungen.“ Mit dieser Meinung steht der UFC-Kommentator schon lange nicht mehr alleine da. Kampfausgänge wie zwischen Diego Sanchez und Ross Pearson, Nam Phan und Leonard Garcia oder zuletzt Condit und Lawler werfen zunehmend die Frage auf, ob es sinnvoll ist, das „10-Point-Must-System“ weiter zu verwenden.

Hierbei wird jede Runde isoliert betrachtet, wobei der Sieger zehn Punkte erhält und der Verlierer neun oder weniger. Ausschlaggebend bei der Bewertung sind der Standkampf, der Bodenkampf sowie die Kontrolle des Octagons. Doch wie steht es um die Bedeutung eines Niederschlags? Sollte ein abgewehrter Takedown so viel wert sein wie der Versuch eines Takedowns? Alles dies bleiben unbeantwortete Fragen.

Übernommen wurde das Punktesystem aus dem Boxen. In den Augen von Rogan eine mehr als fragwürdige Entscheidung: „Die Idee, dass wir weiterhin das Punktesystem aus dem Boxen verwenden, ist an diesem Punkt unentschuldbar. Stellt euch mal vor, wie unsinnig es im Football wäre, wenn jedes Viertel gleich viel wert wäre, egal wie viele Punkte erzielt wurden.“

Für Rogan wäre ein erster Ansatz, mehr Punktrichter einzusetzen: „Ich denke MMA würde von mehr Punktrichtern profitieren, die einen Kampf bewerten. Dass nur drei Leute einen großen Titelkampf entscheiden, scheint einfach nicht klug zu sein.“

Möglich wäre ein System, wie es bei Pride zum Einsatz kam. Dabei wurden die Kontrahenten nach ihrem Gesamteindruck bewertet, nicht nur nach der isolierten Leistung in einzelnen Runden. Ob es Veränderungen geben wird, und wie diese auszusehen haben, steht noch aus. Eines weiß inzwischen jedoch nicht nur Joe Rogan: „Submissions und Knockouts werden immer der eindeutigste Weg sein, Kämpfe zu beenden. Doch langsam sollten wir mal wissen, worauf unser Punktesystem basiert.“