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Joe Rogan: Extremes Abkochen ist größerer Betrug als Doping

Joe Rogan (Foto: Florian Sädleer/GNP1.de)

Extremes Abkochen bleibt auch im Jahr 2018 ein kontroverses Thema in der UFC. Immer wieder müssen Kämpfe kurzfristig abgesagt werden, weil Kämpfer mit zu viel Gewicht in die Fight Week kommen oder am Ende auf der Waage nicht das Kampfgewicht einhalten. Ein Kritiker der extremen Weight Cuts ist auch UFC-Kommentator Joe Rogan. Für ihn ist es nichts anderes, als Betrug am Gegner.

„Es ist doch bescheuert“, sagte Rogan über das Gewichtmachen in seinem Podcast. „Es ist genehmigter Betrug. Und das auf einer weit höheren Stufe als leistungssteigernde Mittel. Wenn zwei Kämpfer mit 135 Pfund in den Käfig steigen, beide komplett hydriert, und der eine hat Steroide genommen, ist der Unterschied viel geringer, als wenn zwei saubere Kämpfer im Käfig stehen, und einer sich nach dem Wiegen wieder auf 160 Pfund aufbläht. Das ist ein viel größerer Vorteil als Testosteron oder sowas. Man ist als Kämpfer zwar geschwächt, aber der Nutzen, deutlich mehr zu wiegen als sein Gegner, könnte das aufwiegen.“

Die Athletik-Kommission Kaliforniens CSAC bat die Kämpfer von UFC 227 wenige Stunden vor ihrem Kampf zum Nachwiegen, um festzustellen, mit wieviel Gewicht ein Athlet tatsächlich das Octagon betreten würde. Nimmt ein Kämpfer zwischen Waage und Kampf mehr als zehn Prozent seines Körpergewichts zu, kann die Kommission in extremen Fällen die Empfehlung aussprechen, die Gewichtsklasse zu wechseln.

Bei UFC 227 hielten nur sechs von 24 Kämpfern die Vorgabe von zehn Prozent ein, fünf davon verloren ihre Kämpfe. Weili Zhang, die einzige Gewinnerin dieser sechs, erzielte ihren Sieg gegen Danielle Taylor, die ebenfalls unterhalb der zehn Prozent lag. Mittlerweile hat die CSAC den Kämpfern Alex Perez und Brett Johns empfohlen, die Gewichtsklasse zu wechseln, nachdem beide mehr als 16 Prozent ihres Kampfgewichts zulegten. Perez wog sich mit 126 Pfund ein und wog am Kampftag 146,5 Pfund, Bantamgewicht Johns legte von 135,2 Pfund auf 158 Pfund zu und übersprang damit theoretisch zwei Gewichtsklassen.

Rogan brachte anschließend die Gewichtsprozedur beim asiatischen Veranstalter One Championship ins Spiel. Der Veranstalter hatte vor drei Jahren einen Todesfall aufgrund des Weight Cuts zu beklagen und stellte im Anschluss ihr Vorgehen um. So müssen Kämpfer von One während der Vorbereitung täglich ihr Gewicht übermitteln. Während der Fight Week werden sie zudem täglich gewogen und auf ihren Flüssigkeitshaushalt getestet, um ein extremes Abkochen zu verhindern.

„Die Leute werden immer an ihre Grenzen gehen“, so Rogan weiter. „Wenn man Kämpfern mehr Zeit gibt, werden sie ihre Grenzen weiter austesten, weil sie wissen, dass sie mehr Zeit haben, ihren Körper zu hydrieren und nicht dehydriert in den Käfig gehen. Es sollte damit eigentlich sicherer für die Kämpfer werden. Schaut euch an, was One eingeführt hat mit ihren Tests und übernehmt das.“