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Joanne Calderwood: Neue Frauen-Gewichtsklasse „ist eine interessante Option“

Joanne Calderwood (Foto: Florian Sädler/GNP1.de)

Die 89. Fight Night der UFC am 18. Juni in Ottawa hat nicht nur ein Top-Duell im Weltergewicht zwischen Rory MacDonald und Stephen Thompson zu bieten, sondern wird auch ein neues Kapitel in der Geschichte des Frauen-MMA schreiben. Zum ersten Mal werden sich im Octagon zwei Damen gegenüberstehen, die am Vortag mit 125 Pfund (56,7 kg) auf der Waage gestanden haben. Der Kampf zwischen Joanne Calderwood und Valerie Letourneau stellt vorerst eine Ausnahme dar, die neue Gewichtsklasse könnte jedoch in naher Zukunft Realität werden. Zumindest, wenn es nach Joanne Calderwood geht.

„Wir werden niemals Frauen in der UFC sehen.“ Noch vor wenigen Jahren hatte UFC-Präsident Dana White eine klare Meinung zum Thema Frauen-MMA. Der sportliche sowie mediale Erfolg von Ronda Rousey bei Strikeforce brachten ihn jedoch dazu, seine Ansichten zu überdenken. Der Rest ist Geschichte. Inzwischen können sich in der UFC nicht mehr nur Bantamgewichte wie Rousey untereinander messen, auch das von Joanna Jedrzejczyk angeführte Strohgewicht ist ein voller Erfolg.

Zwischen den beiden bestehenden Gewichtsklassen liegen jedoch ganze neun Kilogramm. Viele Athletinnen werden deshalb vor die Wahl gestellt, ob sie viel Zeit ihrer Vorbereitung auf das Reduzieren ihres Gewichts verwenden, oder sich lieber mit physisch überlegenen Gegnerinnen messen wollen. Joanne Calderwood hat sich in ihrer bisherigen UFC-Karriere für ersteres entschieden. Auf die Frage des UFC-Matchmakers Sean Selby, ob sie dies auch in sieben Wochen für ein Aufeinandertreffen mit Letourneau schaffe, musste die Schottin jedoch verneinen und bat stattdessen um einen Catchweight-Kampf.

„Ich habe einfach mal gefragt“, so Calderwood. „Ich dachte wirklich, er würde sagen ´Sei still, du hast deinen Vertrag für 115 Pfund unterschrieben.` Er hat aber nur gesagt, dass mich wissen lässt, ob es klappt. Beim nächsten Mal hat er mich gefragt, ob ich 125 Pfund schaffe, um gegen Valerie zu kämpfen. Das ist perfekt für mich.“

Bereits in der Vergangenheit hatte die Muay-Thai-Spezialistin große Probleme damit, das Limit des Strohgewichts zu erreichen. Dies zeigte sich schon während ihrer Teilnahme bei „The Ultimate Fighter“.

„Ich könnte vielleicht 115 (Pfund) in den nächsten sieben Wochen schaffen, will mich aber nicht selbst umbringen. Es war schon immer hart für mich. Ich konnte nie bei meinem normalen Gewicht bleiben. Schon zehn Monate bevor ich in das Haus von „The Ultimate Fighter“ gegangen bin, und dann im Haus selbst, ging es mir schrecklich. Ich hab am Tag ungefähr zwei Eier und ein bisschen Hühnchen und Spinat gegessen.“

Ist die Einführung einer dritten Gewichtsklasse also die Lösung geplagter Athletinnen wie Calderwood? Bisher dementierte die UFC alle Gerüchte in dieser Richtung, die Problematik bleibt jedoch bestehen. Die 29-Jährige selbst scheint sich mit der Idee durchaus anfreunden zu können.

„Ich glaube, dass es einige Mädels geben wird, die im Gewicht nach oben oder unten wechseln wollen. Es ist also eine interessante Option. Ich bin mir nicht sicher, ob es wirklich eine neue Gewichtsklasse geben wird, aber die UFC ist normalerweise immer einen Schritt voraus. Sie haben wohl schon darüber nachgedacht. Ich hoffe es zumindest.“