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Joanna Jedrzejczyk: Wir sind Mädels, aber können hart zuschlagen!

Joanna Jedrzejczyk (Foto: Youtube)

Am Samstag wird Geschichte geschrieben, wenn in der Berliner O2 World Arena zum ersten Mal ein UFC-Titelkampf auf deutschem Boden stattfindet. Champion Joanna Jedrzejczyk könnte dabei der künftige Top-Star Europas werden. Das Zeug dazu hat sie: Charisma, Medientauglichkeit – und einen brutalen Kampfstil.

Den Titel sicherte Jedrzejczyk sich im März, mit einem einseitigen T.K.o.-Sieg über TUF-Gewinnerin Carla Esparza, die sie zwei Runden lang nach Strich und Faden vermöbelt hatte. Am Samstag kämpft sie gegen BJJ-Schwarzgurt Jessica Penne. Der Kampf „wird sogar noch besser als der Kampf gegen Carla“, lacht sie in die Kamera von GNP-TV, am Medientag zu UFC Berlin am Donnerstag.

„Sie ist ein Schwarzgurt in Jiu Jitsu, sie ist also gut am Boden, sehr gut. Sie hat die meisten ihrer Kämpfe durch Submission gewonnen“, schätzt sie ihre Gegnerin ein. „Aber Claudia Gadelha (die sie im Dezember knapp nach Punkten besiegen konnte) ist auch ein Schwarzgurt. Carla Esparza sollte die beste Ringerin im Strohgewicht sein – und was ist am 14. März passiert? Nichts.“

Gegen Esparza war Jedrzejczyk die große Außenseiterin. Nun, als Champion, sind die Erwartungen natürlich groß, vor allem nach der dominanten Leistung im letzten Kampf. Da lastet eine Menge auf den Schultern der 27-jährigen Titelträgerin. Doch die geht damit locker um, lächelt und erklärt:

„Ich spüre keinen zusätzlichen Druck, bin vor meinen Kämpfen nicht nervös. Natürlich habe ich viele Emotionen in meinem Kopf, meinem Herzen, in mir drin“, so Jedrzejczyk. „Natürlich kann alles passieren, ein Schlag kann alles beenden, meine Gegnerin kann besser sein. Aber ich werde nicht aufgeben.“

Die größte Siegeschance hat Gegnerin Penne mit Sicherheit am Boden, sieben ihrer zwölf Siege holte die einstige Invicta-Championess durch Submission. Jedrzejczyk bleibt jedoch selbstbewusst, den Bodenkampf gegen die BJJ-Schwarzgurt-Trägerin scheut sie nicht.

„Ich nutze meine Balance und meine Hände. Ich kann gern auf dem Boden mitmachen. Wenn sie so gut ist und mich runterholt, dann kämpfe ich auch mit ihr auf dem Boden.“

 

Jedrzejczyk ist eine Muay-Thai-Spezialistin, hat fast 100 Kämpfe bestritten, sechs WM-Titel gewonnen. Ihre größte Waffe könnte aber dennoch ihr Mundwerk sein. Esparza brach sie im März schon lange vor dem Kampf mental mit eiskalten Blicken und furchteinflößenden Kommentaren. Bislang gab es zwischen ihr und Penne nur kleinere Scharmützel in sozialen Netzwerken, eher lustig, als Aggressiv. 

„Keine Aggression, ich mag es wenn die Menschen um mich herum fröhlich sind. Es gibt deshalb keinen Trash Talk, all das ist Teil unseres Jobs“, so Jedrzejczyk. „Das war doch lustig, ich habe das Bild mit der Pasta gepostet, sie hat geantwortet. Das war lustig. Ihr redet doch darüber, das ist das wichtigste. Jeder redet über UFC Berlin.“

Während der Gegenüberstellung mit Penne, im Anschluss an das Interview, ließ sie dann aber doch ein paar giftige Seitenhiebe ab. Was sie sagte, war nicht zu hören. Aber Penne sah not amused aus, Jedrzejczyk ist zweifelsohne in ihrem Kopf. Der Kampf am Samstag verspricht also Feuerwerk.

„Wir sind vielleicht kleine Mädels“, erklärt Jedrzejczyk entschlossen. „Aber wir können hart zuschlagen und sehr gut kämpfen!“