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Joanna Jedrzejczyk: Ich habe zwar "keine großen Brüste", will aber zur Legende werden

Joanna Champion will zur Legende werden (Foto: Dorian Szücs/GNP1.de)

Lediglich sechs Kämpfe benötigte Joanna Jedrzejczyk, um sich von einer weitestgehend unbekannten Kämpferin zu einem international bekannten Superstar zu entwickeln. Als sie im Juli 2014 ihr UFC-Debüt gab, war ihr Name nur hartgesottenen MMA-Fans in Europa ein Begriff. Inzwischen hat die Polin drei Titelverteidigungen vorzuweisen und zählt Pound-for-Pound zu den zehn besten Kämpfern der UFC. Aus Joanna Jedrzejczyk wurde in nur zwei Jahren „Joanna Champion“. Doch das reicht der ambitionierten Muay-Thai-Spezialistin noch lange nicht. Obwohl ihr laut eigener Aussage einige Superstar-Attribute wie gutes Aussehen fehlen, will sie als die größte weibliche MMA-Kämpferin in die Geschichte eingehen.

Zwei hübsche junge Frauen bewegen sich zielstrebig durch einen imposanten Ballsaal. Bekleidet sind sie lediglich mit kurzen Abendkleidern und umso höheren Schuhen. Im Hintergrund schwillt die Musik an, während eine Stimme aus dem Off verkündet: „It´s not just looks.“ Es geht hier also nicht nur um das Aussehen.

Bevor sich Ronda Rousey am 3. März 2012 den Strikeforce-Titel gegen Miesha Tate sicherte, warb die inzwischen aufgelöste Organisation mit diesem Trailer für den Kampf der beiden Athletinnen. Trotz der Betonung, dass das Aussehen der ehemaligen Weltmeisterinnen nicht im Vordergrund stehe, wurde nicht mit den Reizen von Rousey und Tate gegeizt.

Inzwischen hat sich in der Außendarstellung des weiblichen MMA-Sports einiges geändert. Statt mit optischen Reizen wirbt die UFC mit dem kämpferischen Können ihrer Athletinnen. So zum Beispiel bei Joanna Jedrzejczyk. Die Polin wird bei UFC 205 auf ihre Landsfrau Karolina Kowalkiewicz treffen. Ihr Platz inmitten unter Champions bei der wohl größten UFC-Veranstaltung aller Zeiten macht sie spätestens jetzt zum Superstar. Diesen Status will sie zementieren, ohne dabei auf einige Attribute anderer MMA-Kämpferinnen zurückgreifen zu können.

„Ich weiß, dass ich nicht die Schönste bin“, so „Joanna Champion“ im Vorfeld zu UFC 205. „Ich habe keine großen Brüste und bin keine Amerikanerin. Trotzdem will ich, dass mich die Leute als beste MMA-Kämpferin aller Zeiten in Erinnerung behalten. Ungeschlagen im MMA und Weltmeisterin der UFC. Ich will eine Legende sein. Ich will, dass man in fünf, zehn oder 20 Jahren über mich redet. Dass ich eine der besten UFC-Kämpferinnen aller Zeiten war, dass ich damals zu den besten UFC-Champions gehört habe.“

Einen weiteren Schritt in diese Richtung kann sie am 12. November machen. Bei UFC 205 wird sie nicht nur versuchen, ihren Strohgewichtstitel zu verteidigen, sondern auch auf eine alte Bekannte treffen. Ihrer Landsfrau Karolina Kowalkiewicz stand sie bereits als Amateurin im Octagon gegenüber. Damals behielt „Joanna Champion“ die Oberhand. Beim New York-Debüt der UFC will sie diesen Erfolg wiederholen. Zudem gilt es für die Polin, ihr Land würdig zu repräsentieren.

„Es wird ein toller Morgen für die polnischen MMA-Fans werden. In Polen wird es früh am Morgen sein, wenn wir in New York kämpfen. Es ist also sehr wichtig. Ich liebe mein Land. Obwohl ich nach Florida gezogen bin, bin ich immer noch eine Polin. […] Ich repräsentiere mein Land, obwohl ich gegen Karolina Kowalkiewicz kämpfe.“