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Joachim Christensen: Gebt mir Jimi Manuwa, den haue ich um!

Joachim Christensen hat es mit Mitte 30 in die UFC geschafft (Foto: Elias Stefanescu/GNP1.de).

Als ein wohlplatzierter Aufwärtshaken Jonas Billstein vergangenen November bei GMC 7 bewusstlos auf die Matte fallen ließ, war klar, dass man Joachim Christensen nicht unterschätzen darf – obwohl der Däne mittlerweile stramm auf die 40 zugeht. Ein paar Monate und einen weiteren Sieg später hat die UFC den Kopenhagener unter Vertrag genommen.

Wir haben uns mit ihm über seine Pläne für die UFC, Flugangst und ein paar krachende Sparringseinheiten mit einem alten Bekannten unterhalten.

GNP1: Was bedeutet es für dich, es endlich in die UFC geschafft zu haben? Als wir uns das letzte Mal mit dir unterhalten haben, hast du immerhin laut darüber nachgedacht, wie lange du noch weiterkämpfen willst…
Joachim Christensen: GMC ist einer der Gründe, warum ich meinem Platz in der UFC bekommen habe, genauso wie die Leute, die ich geschlagen habe. Ich habe immer gesagt, dass ich mit 40 Jahren mit dem Kämpfen aufhören würde. Die UFC war nicht der ganze Traum, ich wollte immer einfach auf internationalem Level gut mithalten können und ein gutes Vorbild sein, um den Weg für andere dänische Kämpfer zu ebnen. Außerdem wollte ich (damit) die Abneigung gegenüber MMA verringern – je vernünftiger man sich verhält, desto besser werden die Leute über den Sport denken.

Wie hast du reagiert, als du die frohe Botschaft bekommen hast und wie lange möchtest du noch kämpfen?

Als die UFC angerufen hat, habe ich nur gedacht "Oh man, das ist nicht real". Ich habe einfach den Hörer in die Hand genommen und meinen Cheftrainer sagen hören "Du bist drin, es stimmt wirklich". Drei Wochen vor meinem 38. Geburtstag ist meine Zeit gekommen. Ich bin jetzt ein besserer Kämpfer als früher. Ich werde noch mindestens zwei Jahre kämpfen, ich habe vier Kämpfe im Vertrag stehen. Wenn alles glatt läuft, werde ich sehen, ob ich dann weitermache. Ich mag das Training und das Kämpfen, ich werde weitermachen, bis es keinen Spaß mehr macht. Das hier bedeutet eine Menge für mich und mein Team.

Waren deine Titelgewinne bei GMC und der Superior Challenge das letzte Argument, das du der UFC liefern musstest, damit sie dich unter Vertrag nehmen?

Die UFC hatte mich schon im Auge, weil ich den Gürtel bei der Superior Challenge hatte. Sie wollten aber noch einen Knockout oder eine Submission von mir sehen, eine gute Siegesserie gegen gute Gegner. Als GMC mich angerufen habe dachte ich nur "Los geht’s". Ich wusste, dass Jonas gut ist, er ist ein kompletter Kämpfer. Mach einfach dein Ding und glaube an dich. Nach GMC hatte ich dann einen K.o. gegen einen soliden Gegner auf der Bilanz und den GMC-Gürtel, weil es ein Titelkampf war. Das hat es nochmal bedeutender gemacht und gezeigt, dass ich bereit bin (…). GMC und Superior zusammen bedeuten schon eine Menge. Ich habe Deniz (Haciabdurrahmanoglu, GMC-Veranstalter, d. Red.) dann direkt angerufen und mich bedankt, ich schulde den Jungs ne Menge.

Was willst du in der UFC erreichen, was wäre deiner Meinung nach eine realistische Zielsetzung?

Das kommt darauf an, wen sie mir in meinen ersten beiden Kämpfen geben. Mein Ziel ist es, alle vier Kämpfe zu gewinnen. Ich glaube nicht, dass die Gegner dort so viel besser sein werden als die, gegen die ich schon angetreten bin. Anthony Ruiz hat bei Bellator gekämpft, niemand hat an mich geglaubt und ich habe ihn in der ersten Runde geschlagen. Die Jungs in der UFC werden nicht viel besser sein – wenn sie mir Leute aus der Top 20 geben, komme ich mit denen klar. Jimi Manuwa zum Beispiel. Ich denke, dass ich ihn umhauen kann. Ich glaube, dass ich solche Leute schlagen kann. Gib mir gute Kämpfe und ich werde gewinnen, mindestens drei von vier Kämpfen.

Du hast bisher meist in Europa gekämpft. Die UFC veranstaltet auf der ganzen Welt – gibt es irgendeinen Ort, an dem du gerne in den Käfig steigen würdest?

Ich hoffe, hier in Europa kämpfen zu können: Deutschland, England, Schottland, Schweden und so weiter. Das hier ist mein Zuhause. Ich glaube, in Deutschland würde ich angefeuert werden und meine Fans dort habe, sofern nicht gegen einen Lokalmatadoren kämpfe. Ich muss nicht unbedingt in die USA oder auf die Philippinen. Ich verrate euch etwas: Ich hasse es, zu fliegen. Ich habe Flugangst. Ich fahre lieber 10 Stunden länger, als zu fliegen. Ein Kampf im Oktober in Manchester wäre gut.

Was bedeutet es für das dänische MMA, dass du von der UFC unter Vertrag genommen wurdest? Zuletzt sieht man ja häufiger Landsleute von dir im Octagon…
Das bedeutet eine Menge für MMA in Dänemark – wir sind so ein kleines Land. Nur manche Kämpfer bekommen Aufmerksamkeit. Eine Menge Leute hier trainieren hart, wir haben eine gute Basis und die Kämpfer verdienen mehr Aufmerksamkeit, als sie bekommen. Je mehr von uns es in die UFC schaffen, desto mehr Kämpfer wird es in Dänemark geben. So war es auch in Schweden. Hier hat es alles mit Martin Kampmann, (Nicolas) Dalby, (Anna) Elmose und (Christian) Colombo angefangen. Man sieht langsam die Kämpfer aus Dänemark und es werden mehr kommen – ich bin nicht der beste Kämpfer von hier.

Dein Freund Jonas Billstein hat dich kürzlich in Kopenhagen besucht – wie können wir uns den Trip in dein Gym vorstellen?

Billstein ist nach Dänemark gekommen und hat mit mir trainiert. Er hat in unserem Gym gelebt, sich Kopenhagen angeschaut und mit uns alles gemacht. Wir haben Ringen trainiert, gesparrt und so weiter. Es ist eigentlich traurig, dass der Kampf so schnell vorbei war – unser Training war ein Spektakel, das hätten wir auch im Cage machen können (lacht).