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Jimi Manuwa: „Soccerkicks sollte man erlauben!“

Jimi Manuwa (Foto: Valentino Kerkhof)

Mit 14 vorzeitigen Siegen in 14 Kämpfen galt Jimi Manuwa als einer der heißesten UFC-Newcomer der letzten Jahre. Alexander Gustafsson stoppte den Hype im März, als er dem „Poster Boy“ vor dessen Londoner Heimpublikum per Knock-out seine erste Niederlage beibrachte. Am Samstag sollte Manuwa in Brasilien gegen Ex-Champion Mauricio „Shogun“ Rua in den Käfig steigen, musste vergangene Woche jedoch wegen einem gebrochenen Fuß absagen. Wir haben dennoch mit dem K.o.-Spezialisten gesprochen.

Groundandpound.de: Du hast dich im Gym von Alexander Gustafsson auf den Shogun-Kampf vorbereitet. Bei dem Mann also, der dich im März K.o. geschlagen hat. Ein komisches Gefühl?
Jimi Manuwa: Nein, das hat sich ganz natürlich angefühlt, auf keinen Fall komisch. Wir sind beide Profis, für uns ist das kein Problem. Ich bin ins All Star Gym gegangen um dazuzulernen und ein besserer Kämpfer zu werden. Und das war eine sinnvolle Entscheidung.

Wenn du sie nicht schlagen kannst, verbünde dich mit ihnen, sagt schon ein altes Sprichwort.
Auf jeden Fall. Er ist ein toller Kämpfer und die haben dort super Trainer und ein klasse Team. Ich habe in der kurzen Zeit, die ich in Schweden verbracht habe, sehr viel gelernt. 

Gegen Gustafsson war ein Knie im Thai-Clinch der Anfang vom Ende – lief das im Training nun besser?
Ich habe sehr viel Muay Thai trainiert, um sicherzustellen, dass so etwas nie wieder passieren wird. Ich finde, dass ich in meinem letzten Kampf absolut nicht gut ausgesehen habe. Ich war nicht ich selbst, das war eine ganz erbärmliche Vorstellung. Alex ist das wohl auch aufgefallen und er hat das ausgenutzt und das Finish gesucht. So etwas werde ich nicht noch einmal zulassen.

Du warst in 14 Kämpfen ungeschlagen, wie schwer war da die erste Niederlage zu verdauen?
Auf jeden Fall sehr schwer. Aber ich habe gegen den zweitbesten Kämpfer dieser Gewichtsklasse verloren, das hat mir etwas Sicherheit gegeben. Dennoch: Ich habe den Kampf verloren. Ich habe aber mehr Positives daraus mitgenommen, als Negatives. Es hat mich zu einem besseren Kämpfer gemacht, ich trainiere nun noch härter und bin noch besessener.

Die Aura der Unbesiegbarkeit ist nun aber weg.
Klar. Aber auch vor der Niederlage war mir immer bewusst, dass ich auch verlieren kann. Dieser Gedanke ist es, der dich im Training antreibt. Mehr Druck verspüre ich dadurch aber nicht, ich gehe einfach raus und mache mein Ding, bin aggressiv wie immer und hole mir den vorzeitigen Sieg.

Du betreust in London Kinder aus schwierigen Verhältnissen. Wie haben die auf deine erste Niederlage reagiert?
Sehr freundlich, da hat keiner eine Spitze oder einen negativen Kommentar abgegeben. Alle haben gesagt, es war ein toller Kampf. Am strengsten mit mir war ich wahrscheinlich selbst.

Am Samstag hättest du gegen „Shogun“ Rua kämpfen sollen, einen der größten aktiven Stars, die der MMA-Sport zu bieten hat. Als du 2008 deinen ersten Kampf bestritten hast, war er bereits Pride-Grand-Prix-Sieger und das beste Mittelgewicht der Welt.
Als ich angefangen habe mir MMA anzusehen, war er immer einer meiner Lieblingskämpfer – aggressiv, harte Schläge, harte Kicks. Ich bin ein Shogun-Fan und werde es immer bleiben. Er ist eine Legende und ich respektiere ihn sehr. Ich wäre aber in den Käfig gestiegen und hätte versucht, ihn aus dem Weg zu räumen – ganz ohne Bewunderung. Da bin ich Profi genug.

Im Alter von 34 Jahren ist jede Auszeit bitter. Wie weit wirft dich die Verletzung nun zurück?
Für diesen Sport bin ich noch immer relativ jung, ihr könnt also noch einiges von mir erwarten! Ich will kein zweiter Randy Couture werden oder so, ich will einfach nur einen Titel gewinnen, ihn ein paar Mal verteidigen und dann aufhören.

In Deutschland flammt immer wieder eine Diskussion über den Sinn oder Unsinn von Soccerkicks auf. Shogun war einer der populärsten Kämpfer, die mit dieser Technik Erfolge feiern konnten. Wie stehst du dazu?
Habe ich kein Problem mit. Ich habe bisher noch nicht damit trainiert, aber ein Kampf ist eben ein Kampf oder nicht (lacht)? Mir ist das egal. Das ist doch nichts anderes als Schläge oder Ellenbogenstöße. Ellenbogen zum Kopf finde ich am Boden zum Beispiel viel heftiger. Oder etwa nicht? Sollte man erlauben!