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Jimi Manuwa gibt Rücktritt vom MMA bekannt

Jimi Manuwa (Foto: Alexander Petzel-Gligorea/GNP1.de)

Jimi Manuwa hört auf. Der Engländer verkündete am Dienstag in den sozialen Netzwerken sein Karriereende nach elf Jahren im MMA-Sport. Der 39-Jährige hatte am Samstag gegen den Österreicher Aleksandar Rakic eine harte Niederlage einstecken müssen und ging in Stockholm schon nach 42 Sekunden von einem Head Kick K.o.

„Ich kam im Alter von zehn Jahren aus Nigeria nach London“, schrieb Manuwa auf Instagram. „Ich wuchs im Süden Londons auf und hatte verrückte Jahre voll mit Kämpfen und Lektionen fürs Leben. Mit 26 Jahren entdeckte ich die UFC und es packte mich sofort mit Kämpfern wie ‚Rampage‘ Jackson, Tito Ortiz, Randy Couture und Shogun, von denen ich sofort ein Fan wurde. Ich hatte nie einen Fuß in ein MMA-Gym gesetzt und hatte es nicht vor. 2008 nahm ich mir vor, in der UFC zu kämpfen, kam vom Sofa hoch und begann mit dem Muay-Thai- und BJJ-Training. Ich hatte keine Erfahrung, ich war nur ein harter Mistkerl aus Südlondon. Kampfsport gab meinem verrückten Leben Struktur und Disziplin und machte mich zu einem besseren Menschen.“

„Ich hatte eine tolle Karriere und die letzten vier Niederlagen waren ein harter Schlag für mich und meine Familie. Ich habe Knockouts verteilt und auch ein paar eingesteckt, das ist der Stil, den die Fans lieben, aber der Körper spürt sowas, vor allem mit Gehirnerschütterungen, von denen die Leute nichts mitbekommen. Ich habe viele gute Menschen kennengelernt und die Welt bereist, aber jetzt ist es Zeit für ein neues Kapitel, es gibt ein Leben nach dem Kämpfen und ich glaube, es ist meine Pflicht, dem Kampfsport mehr zurückzugeben, den ich außerhalb des Kämpfens sehr liebe.“

Manuwa kam im Jahr 2012 ungeschlagen in die UFC und legte auch beim Marktführer mit drei vorzeitigen Siegen los, wie die Feuerwehr. 2014 musste er in seinem ersten UFC-Hauptkampf vor heimischer Kulisse in London seine erste Niederlage einstecken, als er von seinem späteren Teamkollegen Alexander Gustafsson in London besiegt wurde.

In der Folge wurde der „Posterboy“ vor allem in Action-Fights eingesetzt. Auf einen Sieg gegen Jan Blachowicz, den ersten nach Punkten, folgte eine Knockout-Niederlage gegen Anthony „Rumble“ Johnson. Im Anschluss konnte er bei UFC 204 Ovince St. Preux und anschließend in seinem zweiten UFC-Hauptkampf Corey Anderson K.o. schlagen, bevor sein Stern zu sinken begann.

Denn in der Folge konnte der Engländer keine Siege mehr feiern. Erst ging er gegen Volkan Oezdemir K.o., dann unterlag er im Rückkampf Jan Blachowicz nach Punkten, bevor er sich Ende des vergangenen Jahres eine höhepunktreiche Käfigschlacht mit Thiago Santos lieferte. Die Niederlage gegen Aleksandar Rakic in Stockholm setzte am vergangenen Samstag den Schlusspunkt unter eine erstaunliche Karriere des englischen MMA.

Der Sohn nigerianischer Einwanderer, der mit 22 Jahren wegen eines Raubüberfalls ins Gefängnis kam und erst mit 28 Jahren überhaupt mit dem MMA-Training begann, hatte es innerhalb weniger Jahre fast an die Spitze des Sports geschafft. Manuwa hinterlässt nicht nur ein Vermächtnis als gefürchteter Puncher, sondern auch als einer der zugänglichsten und beliebtesten englischen MMA-Profis.