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Jacare: Ich wollte den Kampf gegen Hermansson nicht!

Ronaldo Souza (Foto: Florian Sädler/GNP1.de)

Wenn Ronaldo „Jacaré“ Souza in der Nacht zum Sonntag in den Käfig steigt, dann steht für den Brasilianer alles auf dem Spiel. Denn der 39-Jährige weiß, dass eine weitere Niederlage vermutlich das Ende seiner UFC-Titelträume bedeuten könnte, weswegen er den Kampf gegen den kurzfristig eingesprungenen Jack Hermansson nur widerwillig annahm.

„Die Verhandlungen waren nicht einfach“, sagte Souza auf einem Pressetermin. „Ich wollte den Kampf nicht annehmen. Es ist ein großes Risiko. Ich setze meine Karriere aufs Spiel, das ist die Wahrheit. Ich habe mich sehr über diesen Kampf geärgert. Ich habe der UFC klar gesagt: Entweder versprecht ihr mir einen Titelkampf und setzt das in den Vertrag, oder ich mache es nicht!“

Die UFC steht nun im Wort, Souza einen Titelkampf zuzugestehen, sollte er den Schweden besiegen. Der 39-Jährige hat von seinen zwölf UFC-Kämpfen nur drei verloren, dabei nur gegen die Oberklasse des Mittelgewichts in Champion Robert Whittaker und äußerst umstritten gegen die jüngsten Herausforderer Yoel Romero und Kelvin Gastelum.

Ursprünglich war für Samstag erst ein Rückkampf gegen Romero geplant. Als dieser erkrankt absagte, wurde Paulo Costa angefragt, der jedoch in der Kürze der Zeit nicht ins Mittelgewicht abkochen konnte. So wurde es am Ende Hermansson, der zuletzt David Branch überraschte und mit drei Siegen in Serie und starkem Ground and Pound zwar äußerst gefährlich ist, jedoch noch keinen großen Namen mitbringt. Eine Niederlage würde den Brasilianer daher klar zurückwerfen.

„Ich stand unter jeder Menge Druck. Jeder hat mich gedrängt, den Kampf zu machen, auch die UFC. Dana hat mich angerufen und gesagt, ich soll den Kampf aus diesem oder jenem Grund annehmen, aber in meinem Kopf habe ich immer gedacht, dass ich es nicht machen soll. Schlussendlich haben wir eine Einigung erzielt, mit der ich zufrieden bin.“

Und Souza wird nicht müde, die UFC-Chefetage daran zu erinnern. „Ihr habt mir einen Titelkampf versprochen. Vergesst das nicht!“, adressierte er auf einem Pressetermin auf Englisch an UFC-Präsident Dana White, Matchmaker Mick Maynard und Vizepräsident Hunter Campbell.

Dabei weiß Souza, dass er erst einmal den Vereinigungskampf zwischen dem immer noch verletzten Champion Robert Whittaker und dem kürzlich gekürten Interims-Champion Israel Adesanya abwarten muss. Doch Souza hat damit kein Problem, solange am Ende ein Titelkampf für ihn herausspringt.

„Ich habe kein Problem damit, zu warten“, so Souza weiter. „Ich habe neun Monate darauf gewartet, auf die Welt zu kommen. Ich habe drei Jahre auf einen Kampf gewartet, obwohl ich damals sehr hungrig war. Ich habe in meinem Leben so lange auf gute und schlechte Sachen gewartet, warum sollte ich es jetzt nicht tun, obwohl ich weiß, dass es auf jeden Fall eine gute Sache für mich und meine Karriere ist. Es ist nicht einmal viel Zeit. Es heißt, sie kämpfen zwischen Juli und September. So kann ich dann Ende des Jahres oder Anfang nächsten Jahres kämpfen.“

Wenn ihm Jack Hermansson da keinen Strich durch die Rechnung macht.