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Ismail Naurdiev verlässt UFC nach vier Kämpfen

Ismail Naurdiev (Foto: Alexander Petzel-Gligorea/GNP1.de)

Ein Jahr, nachdem Ismail Naurdiev sein UFC-Debüt in Prag feiern konnte, verlässt der 23-Jährige den Marktführer. Freiwillig. Denn, obwohl die UFC ein Interesse an der Weiterverpflichtung hatte, will Naurdiev einen Schritt zurück machen, um neuen Anlauf zu nehmen. Das verriet er uns auf Anfrage.

Am Donnerstag hatten russische Medien berichtet, dass Ismail Naurdiev nach vier Kämpfen die UFC freiwillig wieder verlassen habe. Eine überraschende Wendung, immerhin konnte der Salzburger, anders als etwa Mairbek Taisumov, wiederholt in die USA einreisen und dort kämpfen. Trotzdem zieht es Naurdiev vor, nach vier Kämpfen erst einmal anderweitig Erfahrung zu sammeln.

„Es ist nicht so, dass wir nicht in der UFC weiterkämpfen wollten”, so Naurdiev. „Aber ich muss mehr an meinen Fehlern arbeiten. Ich hatte so eine kleine mentale Blockade und muss einfach meinen Kopf freibekommen. Es hat mich selbst genervt, dass ich in letzter Zeit mein Grappling und mein Ringen nicht benutzt habe, obwohl ich dort eigentlich richtig stark bin und beim Hard Knocks selbst Kamaru Usman vor Probleme gestellt habe. Im Kampf hatte ich dann aber eine Blockade. Ich wollte unbedingt eine gute Show im Stand zeigen und das hat mich den Sieg gekostet. Deswegen wollen wir jetzt zwei, drei Kämpfe machen und dann stark zurückkommen.”

Naurdiev hatte im Februar 2019 in Prag kurzfristig sein Debüt gefeiert und sich dort prompt gegen den erfahrenen Brasilianer Michel Prazeres nach Punkten durchgesetzt. Daraufhin reiste der Österreicher zum ersten Mal in die USA, um im Vorprogramm von UFC 239 auf Chance Rencountre zu treffen. Dabei wurde er nach gutem Beginn immer wieder auf die Matte gezerrt und dort kontrolliert. Die erste UFC-Niederlage für den „Austrian Wonderboy“.

Schon zweieinhalb Monate später sollte es wieder aufwärts gehen, als Naurdiev in Kopenhagen klar und deutlich gegen Siyar Bahadurzada gewann und sich auf einem Punktezettel sogar zwei 10-8-Runden erkämpfen konnte. Erneut wurde er eingeladen, sein Können in den USA zu zeigen, doch wie schon im Juli, waren es wieder Takedowns seines Gegners, dieses Mal Sean Brady, die ihm das Leben schwermachten.

„Ich bin nebenbei auch Trainer in meinem Gym hier in Salzburg. Und, um ehrlich zu sein, tue ich mich schwer damit, Trainer zu sein und mich auch noch auf mich selbst zu konzentrieren. Ich muss ein paar Sachen klären, vielleicht fliege ich mal für eine Zeit nach Amerika, um mich nur auf mich zu konzentrieren. Ich will jetzt im Kopf klar werden, damit ich wieder stark zurückkomme und wie in meinem Debüt gegen Prazeres und danach gegen Bahadurzada drauf bin”, so Naurdiev weiter.

Der junge Salzburger ist optimistisch, dass er mit neuem Anlauf voll in der UFC durchstarten kann. Die Tür dorthin bleibt offen, das hat ihm Matchmaker Sean Shelby versichert.

„Ich bin erst 23, ich habe noch so viel Zeit. Ich kann immer zur UFC zurückkommen”, so Naurdiev abschließend. „Die UFC kennt mich jetzt schon, Sean Shelby mag mich. Er hat das meinem Manager gesagt und mich auch schon oft gelobt. Nur mein Bodenkampf war für ihn wohl etwas enttäuschend und hat ihn geärgert. Aber das sind Fehler, an denen kann ich arbeiten und viel stärker zurückkommen.”