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Ian McCall: „Ob es Blutgeld ist, ist mir scheißegal!“

Ian McCall ist egal, mit welchem Geld er bezahlt wird (Foto: Tobias Bunenberg/GNP1.de)

Ian McCall hat die UFC mit einer teuren Forderung überrascht. Weniger als 100.000 Dollar will das Fliegengewicht nicht für seinen nächsten und letzten UFC-Kampf verdienen. Sollte die UFC nicht bereit sein, der Forderung nachzukommen, will McCall die Freigabe, um für den tschetschenischen Veranstalter Akhmat zu kämpfen. Woher dort das Geld kommt, spielt für „Uncle Creepy“ keine Rolle.

Seit fünf Jahren ist Ian McCall Teil der UFC, trotzte in seinem Debüt Demetrious Johnson sogar ein Unentschieden ab, bevor der seine Rekordserie startete. Nun scheint die Zusammenarbeit jedoch vor dem Ende zu stehen. Zwar hat McCall noch einen offenen Kampf in seinem Vertrag stehen, nach der neuesten Forderung ist es jedoch eher unwahrscheinlich, dass sich die UFC und „Uncle Creepy“ einigen.

„Ich werde entweder mit 100.000 Dollar fürs Kämpfen bezahlt oder ich kämpfe nie wieder“, sagte McCall gegenüber ESPN. „50.000 Dollar Antritts- und nochmal 50.000 Dollar Siegprämie sind auch in Ordnung. Aber dass ich, ein ehemaliger Weltmeister, fürs Antreten und Gewinnen nur je 16.000 Dollar bekomme, ist widerlich. Es ist also simpel. Ich bekomme die Summe, die UFC lässt mich aus meinem Vertrag und ich gehe woanders auf die Suche danach oder ich trete zurück. Ich kann meine Gesundheit und mein Leben nicht länger für weniger aufs Spiel setzen. Das ist es nicht wert.“

McCall stand zuletzt im Januar 2015 im Octagon und unterlag dabei John Lineker nach Punkten. Seitdem klebte ihm das Pech an den Faustschützern. Neben eigenen Verletzungen mussten gleich zwei Kämpfe in der Woche des Events abgesagt werden, nachdem seine Gegner Justin Scoggins und Ray Borg mit ihrem Gewicht zu kämpfen hatten.

So steht McCall nun am Scheideweg seiner UFC-Karriere. Sollte ihn die UFC aus seinem Vertrag herauslassen, will sich der 33-Jährige anderweitig umsehen. Neben dem japanischen Veranstalter Rizin FF scheint auch der tschetschenische Akhmat Fight Club, im Besitz des umstrittenen Präsidenten Ramsan Kadyrov, eine Überlegung wert zu sein. Mit welchem Geld er dort bezahlt würde, spielt für McCall keine Rolle.

„Die Leute kommen auf mich zu und fragen mich, ob es mir nicht egal sei, woher das Geld kommt. Es ist mir scheißegal, dass das Blutgeld ist“, gab McCall auf Nachfrage an. „Von mir aus kann man mich auch in Blutdiamanten bezahlen. Ich gehe in einen Käfig und mache dort Faustkampf. Ich muss nicht dort leben. Es ist mir egal. Natürlich stimme ich nicht mit dem überein, was er dort tut. Das würde ich ihm auch ins Gesicht sagen, aber es ist nicht meine Sache. Ich werde fürs Kämpfen bezahlt. Das wars. Natürlich ist Krieg schlecht und Leute wie er machen fiese Sachen. Aber das ist mir egal.“

Dem Präsidenten der russischen Teilrepublik Tschetschenien werden seit Jahren Korruption, massive Verstöße gegen Menschenrechte sowie Verstrickungen in mehrere Mordfälle vorgeworfen. Der 41-Jährige weitet unterdessen seinen Einfluss im Kampfsport nach und nach aus.

Nachdem in der Vergangenheit immer wieder ehemalige UFC-Kämpfer als Gast bei Akhmat gesichtet wurden und Ex-Champion Fabricio Werdum den Präsidenten sogar als Freund bezeichnet, konnte Kadyrov in Fliegengewicht Magomed Bibulatov, dem derzeit wegen Dopings gesperrten Schwergewicht Ruslan Magomedov und dem Leibwächter seiner Söhne Abdul-Kerim Edilov schon drei Kämpfer seines Teams in der UFC unterbringen.

Update: Wie Ian McCall in der gestrigen Ausgabe der MMA Hour erklärte, hat ihn die UFC aus seinem Vertrag entlassen, er kann sich jetzt nach neuen Veranstaltern umsehen, die ihm seine Wunsch-Summe bezahlen.