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Holly Holm vs. Germaine de Randamie um neuen Federgewichtsgürtel, Anderson Silva kehrt zurück

Wer wird's? Holly Holm (l.) und Germaine de Randamie werden den Federgewichtsgürtel unter sich ausmachen (Foto: UFC).

Zum dritten Mal in ebenso vielen Monaten macht das Octagon an diesem Wochenende im Bundesstaat New York Halt: Am Samstag geht es zum ersten Mal auf die andere Seite des East River nach Brooklyn. Blockbuster-Kämpfe auf die Beine zu stellen, ist für die UFC angesichts diverser Rücktritte, Verletzungen und Sabatticals aktuell nicht die leichteste Aufgabe, und das schlägt sich auch im Programm von UFC 208 nieder. Aber auch wenn die ganz großen Namen fehlen, könnte es im Barclays Center ordentlich knallen: Holly Holm, Anderson Silva, „Jacare“ Souza, Glover Teixeira, Dustin Poirier oder Jim Miller jedenfalls sind stets gerne für spektakuläre Kurzweil zu haben.

Das Hauptprogramm von UFC 208 zeigt in Deutschland ran Fighting zum einmaligen Preis von 14,99 Euro. Das Vorprogramm wird vom UFC Fight Pass übertragen, der ab 5,99 Euro monatlich auf ufc.tv erhältlich ist.

Anbei die Startzeiten:

Vorprogramm Teil 1 (UFC Fight Pass): Sonntag, 12. Februar, 1 Uhr
Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass): Sonntag, 12. Februar, 2 Uhr
Hauptprogramm (ran Fighting): Sonntag, 12. Februar, 4 Uhr

Hauptkampf: Holly Holm vs. Germaine de Randamie

Den Geist von „Cyborg“ wird man in Brooklyn wohl deutlich spüren, wenn Holly „The Preacher’s Daughter“ Holm (10-2) und Germaine „The Iron Lady“ de Randamie (6-3) am Wochenende den ersten UFC-Hauptkampf in Brooklyn, New York bestreiten werden. Und nicht nur in dieser Kategorie wird ihr Fünf-Runden-Duell Vorreiter sein – bisher wurde im Octagon auch noch nie ein Federgewichtstitel für Frauen ausgelobt.

Cris „Cyborg“ Justino, die seit Jahren wie ein Messer durch heiße Butter durch die 65-Kilo-Klasse schneidet, wollte den Titelkampf jedoch nicht und lieferte kurz darauf einen positiven Dopingtest ab. Um den Gürtel schlagen dürfen sich nun Holly Holm, ehemalige Box- und UFC-Bantamgewichtsmeisterin und Germaine de Randamie, zigfache Welt- und Europameisterin im Kickboxen.

Auf dem Papier ein Kampf zwischen einer Herausforderin, die ihre letzten beiden Kämpfe verloren und einer anderen, die noch nie jemanden mit einem eigenen UFC-Sieg geschlagen hat. In der Praxis ein Kracher-Duell zweier der besten weiblichen Standkämpfer der UFC, das im Barclays Center am Wochenende durchaus Feuerwerke produzieren könnte.

Holm debütierte 2015 in der UFC und konnte in Siegen gegen Raquel Pennington und Marion Reneau zwar ihre unbesiegte Bilanz ausbauen, dabei aber selten wirklich überzeugen. Dafür folgte dann im November 2015 buchstäblich der Knall, als „The Preacher’s Daughter“ Über-Championess Ronda Rousey dominierte und per Headkick Schlafen schickte. Das Hoch hielt allerdings nicht lange – in ihrem nächsten Kampf gab Holm den Titel gleich an Miesha Tate ab, um danach von Valentina Shevchenko ausgepunktet zu werden.

Jetzt wird sie auf de Randamie treffen, die in den letzten drei Jahren nur zwei Siege gegen Kämpferinnen weit unter Holms Niveau geholt hat. Trotz der teils ernüchternden Statistiken könnte es am Samstag einen MMA-Standkampf auf höchstem Niveau zu sehen geben. Bleibt das Fragezeichen namens „Cyborg“, das wohl auch weiter über der neuesten Gewichtsklasse der UFC schweben wird.

Co-Hauptkampf: Anderson Silva vs. Derek Brunson

Auch, wenn die kurzfristige Zusage Anderson „The Spider“ Silvas (33-8-0(1)) den Verkaufszahlen von UFC 208 wohl nicht allzu sehr auf die Sprünge helfen wird, stellt der Ex-Champion noch immer ein Schmankerl für Fans dar. Und das trotz Sieglosigkeit seit 2012.

Denn die vorhergehende Siegesserie des Brasilianers wird in ihrer spektakulären Form wohl auch bis auf weiteres einzigartig bleiben – die Variabilität, das Herumspielen mit seinen Gegnern und die imposanten Knockouts haben Silva längst seinen Platz in der Geschichte des Sports gesichert.

In Brooklyn wird die Spinne nun auf Derek Brunson (16-4) treffen. Der gelernte Ringer debütierte 2012 gegen den Mann in der UFC, gegen den auch Silva seinen ersten Octagon-Auftritt bestritt. Brunson  brauchte statt 49 Sekunden jedoch drei volle Runden, um Chris Leben zu bezwingen. Nach dem unspektakulären Start legte er dafür richtig los – sechs Siege in sieben Kämpfen, vier davon durch Knockout, katapultierten Brunson in die Rankings. Nur, um im November von Robert Whittaker spektakulär ausgeknockt zu werden.

Angesichts seines nächsten Gegners kann man für Brunson nur hoffen, dass er aus der letzten Niederlage gelernt hat. Gegen Whittaker stürmte er über-aggressiv, leichtsinnig und ohne jede technische Basis nach vorne, wurde prompt von den harten Fäusten des Australiers ausgekontert und auf die Bretter geschickt. Gegen Konter-Meister Silva dürfte eine solche Strategie einen ähnlich desaströsen Ausgang nehmen.

Bleibt die Frage, was ein Sieg für Brunson bewirken würde. Angesichts Silvas aktuellsten Kämpfen könnte ein Brunson-Sieg eher den Eindruck erwecken, Silva sei fertig mit dem Sport, als dass er Brunson allzu weit nach oben katapultieren würde. Für den Underdog könnte UFC 208 also trotz wenig Druck eine Lose-Lose-Situation darstellen.

Für Silva, der Gegner mit großem Namen gewöhnt ist, auf eine Art ebenfalls. Er aber könnte mit einem spektakulären Sieg zumindest eine glorreiche Vergangenheit wiederaufleben lassen und sich – glaubt man der Gerüchteküche – sogar eine Chance auf seinen alten Gürtel sichern.

Die restlichen Kämpfe von UFC 208

Trotz Star-Mangel bleiben einige potentiell spannende Kämpfe auf dem Programm für UFC 208 stehen. Allein auf dem Hauptprogramm dürfte sich jeder Kampf lohnen.

So wird im Mittelgewicht Ronaldo „Jacare“ Souza (23-4) Beschäftigungstherapie gegen Tim „The Barbarian“ Boetsch (20-10) absolvieren. Souza hätte nach fünf UFC-Siegen in Folge wohl schon längst um den Titel gekämpft, hätte er nicht im Dezember 2015 knapp-kontrovers gegen Yoel Romero verloren.

Nachdem ein Rückkampf gegen Luke Rockhold vergangenes Jahr ausfiel und jeder andere Top-Gegner verplant war, muss das Grappling-Ass, das unlängst die Power in seinen Fäusten entdeckt hat, sich mit der Nummer 13 der Rangliste zufriedengeben, um aktiv bleiben zu können.

Unterschätzen sollte man Tim Boetsch trotzdem nicht. „The Barbarian“ stand in der UFC schon mehrfach am Rande einer Niederlage, nur, um mit einer Kombination den Kampfverlauf zu drehen – Yushin Okami und Brad Tavares können ein Lied davon singen.

Die Eröffnung seines eigenen Gyms scheint Boetsch außerdem gut getan zu haben – unter Eigenregie hat der 36-Jährige seine letzten beiden Kämpfe durch Knockout gegen Josh Samman und Rafael Natal gewonnen.

Zuvor wird Glover Teixeira (25-5) in eine ähnliche Situation gesteckt wie „Jacare“. Auch Teixeira, die aktuelle Nummer drei im Halbschwergewicht, brauchte einen Gegner, und da es weit oben in der 93-Kilo-Klasse aktuell ein wenig chaotisch zugeht, muss der Brasilianer statt der Top-Namen mit Jared „The Killa Gorilla“ Cannonier (9-1) vorliebnehmen, der momentan auf der 15 gelistet ist.

Teixeira brachte 2012 eine sechs Jahre anhaltende Siegesserie mit in die UFC, wo er seinen Lauf auf 20 Siege am Stück ausweitete und erst 2014 von Jon Jones ausgebremst wurde. Zuletzt lief es mal besser und mal schlechter für den Boxer, der 3-3 in seinen letzten sechs Kämpfen steht und im August nach drei Siegen in Folge von Anthony Johnson ausgeknockt wurde.

Die brutale 13-Sekunden-Niederlage hat Teixeira ein gutes Stück zurückgeworfen, gegen Jared Cannonier muss jetzt also ein spektakulärer Sieg her, um relevant zu bleiben. Cannonier debütierte 2015 mit einer K.o.-Niederlage gegen Shawn Jordan im Octagon, seine beiden anderen UFC-Kämpfe aber konnte der Allrounder gewinnen. Gegen Teixeira steht ihm nun die größte Chance seiner Karriere bevor.

Eröffnet wird das Hauptprogramm von einem Leichtgewichtsduell zweier etablierter Veteranen. Dustin „The Diamond“ Poirier (20-5) sah nach seinem Wechsel hoch ins Leichtgewicht bestechend gut aus, bevor Michael Johnson dem im September mit einem Erstrunden-K.o. ein jähes Ende setzte.

Gegen Jim Miller (28-8-0(1)) soll nun der fünfte Sieg im Leichtgewicht her. Keine leichte Aufgabe, denn Miller hatte 2016 nach zwei harten Jahren mit vier Niederlagen in fünf Kämpfen einen guten Lauf: Nacheinander konnte Miller zwischen Juli und November Takanori Gomi, Joe Lauzon und Thiago Alves besiegen. Mit Dustin Poirier bekommt er nun gleich den nächsten Veteranen vor die Fäuste.


Anbei das gesamte Programm im Überblick:

UFC 208: Holm vs. de Randamie
Samstag, 11. Februar 2016
Barclays Center in Brooklyn, New York, USA


Titelkampf im Federgewicht der Frauen (ran Fighting)

Holly Holm vs. Germaine de Randamie

Hauptprogramm (ran Fighting)
Anderson Silva vs. Derek Brunson
Ronaldo Souza vs. Tim Boetsch
Glover Teixeira vs. Jared Cannonier
Dustin Poirier vs. Jim Miller

Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass)
Randy Brown vs. Belal Muhammad
Wilson Reis vs. Ulka Sasaki
Nik Lentz vs. Islam Makhachev
Ian McCall vs. Jarred Brooks

Vorprogramm Teil 1 (UFC Fight Pass)
Phillipe Nover vs. Rick Glenn
Ryan LaFlare vs. Roan Carneiro

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