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Hein zur Skandal-Entscheidung: „Hab den Sack nicht zugemacht!“

Nick Hein (l.) und James Vick beim Wiegen. (Foto: Control Master Management)

Am Wochenende musste sich Deutschlands UFC-Cop Nick Hein in Texas nach Punkten geschlagen geben. Bei UFC Fight Night: Edgar vs. Swanson werteten die Punktrichter 30:27, 29:28 und 29:28 für Gegner James Vick, was sogar das Heimpublikum mit Buhrufen quittierte.

Der große Ami musste Anfangs zwar einiges einstecken, setzte später aber seine Reichweitenvorteile clever ein. Zwei Niederschläge in der ersten Runde haben für Hein offenbar nicht zum Sieg gereicht.

Jetzt äußert er sich exklusiv bei Groundandpound.de zum kontroversen Punktentscheid:

„Ich bin sauer, aber nicht auf das Urteil. Ich habe zu viel liegen lassen“, erklärt der 30-jährige Kölner.

„Niederschlag, Knee-on-Stomach, da hätten zwei, drei Schläge das Ding vielleicht schon beenden können. In jedem Kampf habe ich die Leute mindestens einmal mit einem Takedown runtergeholt – warum nicht in diesem? Ich ärgere mich, dass ich den Sack nicht zugemacht habe!“

Bei vielen Fans hinterließ die Wertung einen bitteren Nachgeschmack. Insbesondere deshalb, weil Heins Gegner Vick als Texaner Heimvorteil in Austin genossen hat.

„Wenn das Urteil jetzt andersrum gewesen wäre, hätten bestimmt genauso viele gesagt: 'Das war knapp, eigentlich hätte James gewinnen müssen'“, wiegelt Hein ab und sucht die Fehler stattdessen bei sich. Hätte er aggressiver nachgesetzt, müsste man die Frage, ob in Deutschland vielleicht anders gewertet worden wäre, überhaupt nicht stellen, erklärt er. Der Grund für seine mangelnde Aktivität: "Die Feuerprobe, in einem fremden Land, vor gegnerischem Publikum zu bestehen“.

Fehlende Aggressivität hin oder her - dass einer von drei Punktrichtern sogar die erste Runde an Vick geben hat, der gleich zweimal von Hein zu Boden geschlagen wurde, verwundert auch den Kölner selbst.

„Ich frage mich: Gibt es im MMA eigentlich eine 10:8-Runde? Und wenn ja, wie oft muss man den anderen niederschlagen um sie zu bekommen?“

Die Zettel der Punktrichter.
Die Wertungsbögen der Punktrichter. Ein Judge wertete alle drei Runden für Lokalmatador Vick.

Es war nicht der schönste Kampf, sagt er, aber er war solide. Und dass es ein ganzes Stück Arbeit gewesen ist, das sich am Ende trotz Niederlage gelohnt hat.

„Ich glaube auch, dass ich nach Punkten vorne gelegen habe, aber ich denke nicht, dass ich unzufrieden sein muss“, erklärt Hein. „Andere haben das auch so gesehen, auch die UFC. Mit diesem Kampf bleibe ich zumindest im Gespräch und das ist ja fast schon wichtiger als eine saubere Kampfbilanz.“

Damit könnte er recht haben. Schon unmittelbar nach dem Kampf klingelte sein Telefon, die UFC hat ihn kommende Woche für eine Promo-Tour in Göteborg gebucht. Und Gespräche zu seinem nächsten Kampf laufen ebenfalls bereits.

Wenn alles gut geht, wird der härteste Bulle Deutschlands schon im Frühjahr in die UFC zurückkehren.