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Hat Jon Jones auch noch gedopt?

Jon Jones (Foto: Zuffa LLC)

Der Kokainmissbrauch von Jon Jones war eine der schockierendsten Nachrichten der vergangenen Wochen. Anti-Doping-Aktivist Victor Conte vermutet jetzt ein noch viel größeres Problem beim UFC-Champion.

Das Testosteron-zu-Epitestosteron-Verhältnis (T/E) und der Testosteronspiegel von UFC-Halbschwergewichtschampion Jon Jones sind „hochgradig verdächtig“, erklärt Victor Conte, ein verurteilter Steroidhändler und Geldwäscher, und heute überzeugter Doping-Gegner. Conte gründete und leitet das Bay Area Laboratory Co-operative, ein Forschungszentrum für Sportlernahrung und äußert sich regelmäßig öffentlich zum Theme leistungssteigernde Substanzen. 

Die Testosteronwerte der drei Proben von Jones, die vor dessen UFC-182-Fight gegen Daniel Cormier genommen wurden, seien laut Conte alarmierend niedrig gewesen. Das normale T/E-Verhältnis eines durchschnittlichen schwarzen Mannes in Jones Alter sei 1,3:1. Jones Proben wiesen Werte von 0,29:1, 0,35:1 und 0,19:1 auf. Ähnlich verhielt es sich mit dem Testosteronspiegel, der mit 1,8 ng/ml, 0,59 ng/ml und 4,9 ng/ml ebenso ungewöhnlich niedrig lag. Normal wären 61,3 ng/ml (Nanogramm pro Milliliter). 

Conte sagt, Abweichungen vom Normalwert von mehr als 30 Prozent seien ein Alarmsignal. Jones Werte wichen um rund 80 Prozent ab.

„Das ist extrem niedrig“, so der Doping-Experte. Und obwohl keine der drei Proben Spuren von leistungssteigernden Substanzen enthielt, glaubt Conte, dass etwas im Busch ist.

„Die Frage ist doch, was seine Testosteronproduktion während des Testzeitraums derart unterdrückt hat“, so Conte. „Ich glaube nicht, dass allein Übertraining dafür verantwortlich war. Exogenes Testosteron und andere Steroide können in bestimmten Dosen die körpereigene Testosteronproduktion nach einiger Zeit komplett herunterfahren. Das Testosteron-zu-Epitestosteron-Verhältnis im Urin geht dann gegen Null.“

Wie bei Jones. Da keine Spuren von Steroiden oder anderen leistungssteigernden Substanzen in seinem Blut gefunden wurden , kann derzeit jedoch nur spekuliert werden, ob oder ob er nicht vor dem größten Kampf seines Lebens gedopt hat. Deshalb rät Conte, den Champion fortan gezielt und deutlich häufiger zu testen.

„Diese Testergebnisse sind äußerst verdächtig“, so Conte. „In solchen Fällen ordnen erfahrene Anti-Doping-Fahnder in anderen Sportarten gezielte Tests an. Meiner Meinung nach sollte man Jones nun an einer sehr kurzen Leine halten und ihn immer wieder unangekündigt testen, bis man weiß, was diese Abweichungen hervorgerufen hat.“

Mit seinem Kokainkonsum haben Jones’ erschreckenden Werte laut Conte im Übrigen nichts zu tun: „Es gibt keinerlei bekannte Studie die belegt, dass Kokain den Testosteronspiegel senkt.“