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Gunnar Nelson: „Im Stand zu kämpfen, ist kein Problem“

Gunnar Nelson will am Sonntag zurück auf die Siegerstraße (Foto: Florian Sädler).

Gunnar Nelsons letzter Kampf lief nicht so wie erhofft: Grappling-Ass Demian Maia dominierte seinen isländischen Kollegen bei UFC 194 im Dezember drei Runden lang nach Strich und Faden auf der Matte – dabei ist es normalerweise Nelson, der am Boden die Nase vorn hat. Vor seinem nächsten Kampf hat der Isländer daher ein paar Anpassungen vorgenommen.

Am Sonntag wird „Gunni“ bei UFC Rotterdam ins Octagon zurückkehren, wo Albert Tumenov auf ihn warten wird. Der Tschetschene mag keinen so großen Namen haben wie Nelson, hat in der UFC aber bisher eine Reihe spektakulärer Knockouts eingefahren und sich damit in den Ranglisten sogar vor Nelson auf Platz 15 festgesetzt.

Trotz der gefürchteten K.o.-Power von Albert „Einstein“ schießt Grappling-Spezialist Nelson sich nicht ausschließlich darauf ein, Tumenov auf die Matte zu bringen.

„Ich nutze gerne alle meine Werkzeuge und nehme Chancen, wie sie kommen“, verriet Nelson am Freitag beim offiziellen Media Day. „Ich werde in diesem Kampf versuchen, alle Werkzeuge zu benutzen, die ich habe (…). Im Stand einfach die Fäuste fliegen zu lassen ist nie der Plan, aber der Kampf im Stand an sich ist kein Problem.“

„Das ist schwer zu sagen. Ich denke, wir werden Sonntag sehen, wie wir wirklich gegeneinander stehen. Auf dem Papier ist er der Standkämpfer und ich bin der Grappler, aber jeder Kämpfer hat seine eigene Energie, und darauf kommt es wirklich an: Zu sehen, wie diese Energien sich treffen.“

Nelson mag sich vor einem (Kick-) Box-Duell mit Tumenov nicht fürchten, Respekt bringt er seinem Gegner trotzdem entgegen. Wer Nelsons Karriere verfolgt hat, der weiß ohnehin, dass der Isländer der falsche Ansprechpartner ist, wenn es darum geht, einen Kampf mit großen Worten zu bewerben.

„Albert ist ein großartiger Gegner. Er hat sich sehr gut geschlagen. Er hat eine Menge Potential und er ist ein großartiger Test.“

Auch die Kontroversen um Conor McGregor, die nicht besuchte Pressekonferenz und den Abzug aus dem Hauptkampf von UFC 200, auf den ersten Blick eine ziemliche Ablenkung für das gesamte Team des Iren, hat Nelson nicht beeinflusst.

Zwar ist er einer der langjährigsten Trainingspartner McGregors, seine eigene Vorbereitung aber hat er nicht darunter leiden lassen – kaum überraschend angesichts der stoischen Grundeinstellung des Isländers: „Es hat mich nicht beeinflusst, zumindest nicht negativ. Ich bin mittlerweile an all die Aufmerksamkeit gewöhnt, die Conor bekommt.“

Und auf wessen Seite steht er im Kräftemessen zwischen der UFC und ihrem größten Zugpferd? Auch hier ist die Antwort wohl keine große Überraschung: „Wenn Conor denkt, dass er trainieren und sich darauf fokussieren muss, dann sollte das respektiert werden. Deswegen ist er hier – er ist hier, um zu kämpfen und Kämpfe zu gewinnen.“

Kämpfe will auch Nelson wieder gewinnen. Dabei helfen könnte ihm ausgerechnet der bittere Rückschlag gegen Maia, denn aus Fehlern lernt man bekanntlich am besten.

„Wenn man verliert, nimmt man eine Menge daraus mit. Das war ein harter Kampf, es waren drei Runden, in denen er den Kampf ziemlich dominiert hat. Daraus kann man eine Menge lernen – ich glaube, ich habe in diesem Kampf eine Menge taktischer Fehler und ein paar technische Fehler gemacht. Ich habe das in mein Training einfließen lassen und weitergemacht.“

Das Resultat seines Trainings soll am Sonntag in Rotterdam zu sehen sein. Nelson freut sich auf den Kampf – auch, wenn man es ihm nicht ansieht.

UFC Rotterdam wird am Sonntag sowohl von ran Fighting als auch auf dem UFC Fight Pass übertragen.