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Greg Jackson: „Wir wurden vor Alistair Overeem gewarnt“

Alistair Overeem (Foto: legendashow/Flickr/Creative Commons).

Jon Jones' Titelverteidigung gegen Daniel Cormier war einer der am heißesten erwarteten Kämpfe des vergangenen Jahres – bis „Bones“ Jones sich ein paar Wochen vor dem großen Tag am Knöchel verletzte und das Blockbuster-Duell absagen musste. Wenig später gab sein Trainer Greg Jackson zu, dass Jones sich die Verletzung im Training mit Alistair Overeem zugezogen hatte. Bei den Fans löste das Unmut aus, immerhin war Overeem noch nicht lange Teil des Teams und hatte einen Ruf als denkbar schlechter Trainingspartner nach Albuquerque mitgebracht.

Trotz dieses mehr als ungünstigen Einstands trainiert der ehemalige K1- und Strikeforce-Champion immer noch bei Greg Jackson in der Wüste von New Mexico. In einem Interview mit dem Three-Amigos-Podcast begründete der renommierte Trainer nun, warum: „Ich bin jemand, der den Leuten gerne zweite Chancen gibt“, so Jackson. „Es gibt viele Menschen, die mir Chancen gewährt haben, als sie es nicht hätten tun müssen. Deswegen versuche ich, das ebenfalls zu tun, wann immer ich die Möglichkeit dazu sehe.“

Diese Entscheidung war jedoch mitnichten eine leichte, denn Overeems Ruf eilt ihm in der kleinen MMA-Welt voraus: „Es gab eine Menge Leute, die uns vor ihm gewarnt haben, nach dem Motto ‚mit Alistair müsst ihr aufpassen‘“, erinnert sich Jackson. Anschuldigungen zu Overeems angeblich arrogantem Verhalten im Gym und absichtlich verletzten Trainingspartnern machen schon seit längerem die Runde.

Als der Niederländer dann jedoch tatsächlich bei ihm auf der Matte stand, war davon laut seinem neuen Coach nichts zu spüren: „Es ist das genaue Gegenteil von dem passiert, was die Leute mir vorhergesagt haben“, so Jackson. „Er ist ein super Team-Player, ein wirklich guter Kerl. Er hat von Anfang an in unsere Truppe gepasst, jeder hier liebt ihn. Ich weiß nicht, ob es für ihn an den anderen Orten einfach nicht gepasst hat oder er sich selbst neu erfinden wollte oder sonst etwas. Was auch immer es war, ich liebe den Kerl.“

Nicht verwunderlich, denn scheinbar macht Overeem Jacksons Job sogar etwas einfacher, indem er die Stimmung im Gym oben hält: „Obendrein ist er sehr lustig, er und Cowboy (Donald Cerrone, d. Red.) veralbern sich gegenseitig und halten damit alle anderen bei Laune. Er fordert die anderen bei FIFA zum Fußball auf. Er sorgt dafür, dass jeder sich gut unterhalten fühlt.“

In den nächsten Monaten allerdings dürfte es in Overeems Training wieder ernster zugehen, denn der „Demolition Man“ hat einen der prestigeträchtigsten Kämpfe seit langem vor sich: Am 19. Dezember wird er im Co-Hauptkampf von UFC on FOX 17 auf Ex-Champion Junior dos Santos treffen. Die beiden waren schon mehrfach gegeneinander gebucht, standen sich letztendlich aber nie im Käfig gegenüber.

Nach aufeinanderfolgenden Siegen gegen Stefan Struve und Roy Nelson könnte Overeem mit einem dritten gewonnen Kampf in Folge zum ersten Mal seit seinem Knockout gegen Brock Lesnar Ende 2011 wieder ins Titelgeschehen einsteigen.

Wie auch immer der Kampf ausgehen wird: Motivierte Gegner dürften Alistair Overeem so oder so nicht ausgehen.