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GNP1-Matchmaker: Zurück an der Spitze

Wieder auf Titeljagd? Chris Weidman holte sich am Wochenende den ersten Sieg seit 2015 (Foto: Florian Sädler).

Nach allerlei Gewichts- und Lizenz-Debakeln ist UFC-Show Nummer vier im Bundesstaat New York am Wochenende ohne größere Zwischenfälle seitens der Sportkommission über die Bühne gegangen. Nicht die einzige gute Nachricht für die geschassten New Yorker auf dem Programm – während der eine Lokal-Held zu alter Größe zurückfand, empfahl der andere sich für ganz große Aufgaben.

Wir werfen einen kurzen Blick auf die drei besten Leistungen des Abends:

Chris Weidman

Das war knapp: Mit drei vorzeitigen Niederlagen im Rücken hat Chris Weidman am Samstag das Abrutschen in die Irrelevanz verhindert. Und nicht nur das: Der Arm Triangle Choke gegen Kelvin Gastelum ist ein lautes Statement, mit dem Weidman nicht nur seine letzten Rückschritte gestoppt, sondern im gleichen Atemzug wieder ein paar Meter nach vorne zurückgelegt hat.

Weidman will nun wenig überraschend seinen Titel zurück und hat dazu gleich eine öffentlichkeitswirksame Twitter-Fehde mit Champion Michael Bisping angezettelt. Der aber ist verletzt und wird danach wohl zuerst Interims-Champion Robert Whittaker vor die Fäuste bekommen, der ebenfalls aktuell Blessuren ausheilt. Im Hintergrund pirscht sich auch der genesene Luke Rockhold wieder ans Titelgeschehen heran, der im September gegen David Branch sein Comeback feiern wird.

Das platziert Weidman in einer merkwürdigen Situation. Einerseits nun wieder mit frischem Momentum ausgestattet, wird er nach drei Niederlagen wohl kaum direkt eine Titelchance bekommen und ohnehin nicht derart lange warten wollen. Obwohl dieser seinen letzten Kampf verloren hat, macht für ihn nun „Jacaré“ Souza Sinn als nächster Gegner.

Der Brasilianer hatte sich vor seiner kürzlichen Niederlage gegen Robert Whittaker mit Siegen u.a. gegen Gegard Mousasi und Vitor Belfort ins Titelgeschehen vorgearbeitet – er steckt in der quasi umgekehrten Situation, in der Weidman sich aktuell wiederfindet. Im Duell mit dem Ex-Champion könnten die beiden Top-Mittelgewichte die weitere Richtung ihrer Karrieren untereinander ausloten. Nächster Gegner: Ronaldo Souza

Jimmie Rivera

Zwei Jahre und fünf Kämpfe nach seinem UFC-Debüt hat Jimmie Rivera sich in der Top 5 des Bantamgewichts etabliert. Die Gewichtsklasse ist weitaus stärker als noch vor wenigen Jahren, und mit Thomas Almeida hat Rivera am Wochenende eines jener jungen Top-Talente geschlagen, die mittlerweile die oberen Regionen der Gewichtsklasse bevölkern.

Gerade mit seinen Siegen gegen Almeida und zuvor Urijah Faber hat sich „El Terror“ in eine sehr gute Position manövriert. Den nächsten Titelkampf wird TJ Dillashaw bekommen, danach brauchen er bzw. Champion Cody Garbrandt aber neue Herausforderer.

Für Rivera lässt das zunächst drei potentielle Gegner übrig: John Lineker, Raphael Assuncao und Dominick Cruz. Während Lineker zuletzt verloren hat, wäre Assuncao zwar ein veritabler Kontrahent, im Falle eines Sieges würde aber wohl kaum jemand den Brasilianer in einem Titelkampf sehen wollen – erst 2016 hat Assuncao deutlich gegen T.J. Dillashaw verloren.

Stattdessen macht es für die UFC mehr Sinn, zwischen Rivera und Cruz, dem jungen Wilden und dem respektablen Ex-Champion, den nächsten vermarktbaren Titel-Kandidaten zu ermitteln. Nächster Gegner: Dominick Cruz

Júnior Albini

Keine drei Minuten brauchte Júnior Albini, um Tim Johnson am Samstag K.o. zu hauen. Mit schnellen Schlägen und guter Beinarbeit hat Albini in der notorisch schwachen Schwergewichtsklasse einen soliden ersten Eindruck hinterlassen.

Als wahre Feel-Good-Story entpuppte sich der Sieg dann im Nachhinein, als Albini angab, bisher nie für seine Kämpfe entlohnt worden zu sein und sich freute, seiner zweijährigen Tochter endlich zum ersten Mal Spielzeug kaufen zu können - nicht von den 50.000 Dollar für die "Performance of the Night", sondern von den knapp 700 Dollar Spesengeld der UFC.

Ein Sieg gegen Tim Johnson wird Albini nicht an die Spitze bringen, der Veteran war allerdings auf der 12 gelistet, die nun wohl Albini einnehmen wird. Von dort aus ist es nicht weit bis zur Top Ten, davor könnte aber ein Sieg gegen einen bekannten Namen die Basis für einen Lauf an die Spitze legen.

Travis Browne, sofern er nicht entlassen wird oder, wie von UFC-Präsident Dana White gefordert, ganz mit dem Sport aufhört, wäre ein dankbarer Gegner. Gewinnt Browne, hätte er endlich seine katastrophale Niederlagenserie beendet, für Albini dagegen würde der Sieg ein bekanntes Gesicht auf das Resümee setzen. Nächster Gegner: Travis Browne

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