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GNP1-Matchmaker: Wird Alexander Volkov nun auch UFC-Schwergewichtschampion?

Guter Start: Alexander Volkov konnte seine ersten vier UFC-Kämpfe gewinnen, die letzten beiden durch Knockout (Foto: Florian Sädler).

Der zehnte Besuch der UFC in London entpuppte sich als unterhaltsamer Abend vor ausverkauftem Haus – trotz vorheriger Kritik am Kampfprogramm, das Starpower weitestgehend vermissen ließ. Aus deutscher Sicht lief die Kampfnacht mit einer Niederlage und einem kurzfristig abgesagten Kampf nicht gut, trotzdem bekamen auch die deutschen Fans in der O2 Arena und vor den Bildschirmen eine ganze Reihe spektakulärer Momente und großer Siege geboten.

Wir werfen einen kurzen Blick auf die drei besten Leistungen des Abends:

Alexander Volkov

Es gab ein paar Minuten im Hauptkampf von UFC London, in dem Alexander Volkov einen ziemlich ratlosen Eindruck machte. Im Stand hatte er eine gute Figur gegen Fabricio Werdum gemacht, schien aber von der clinch- und grapplinglastigen Strategie des Ex-Champions verunsichert, der sich selten auf dynamische Schlagwechsel einlassen und den Kampf viel lieber auf den Boden verlagern wollte. Wenn nötig, dann auch mit Guard-Pulls. Das bremste Volkovs Aggressivität im Stand, der gegen Werdum zuvor mit harten, flüssigen Kombinationen Erfolg gehabt hatte.

In der vierten Runde jedoch erwischte Volkov seinen Gegner dann mit einem Aufwärtshaken, schickte ihn auf die Bretter und setzte dort mit zwei Folgeschlägen nach, die sicherstellten, dass Werdum dort blieb. Der K.o. etablierte den ehemaligen Bellator- und M-1-Champion als potentiellen Herausforderer auf den Schwergewichtstitel der UFC, auf den es aktuell nicht allzu viele Anwärter gibt.

Allerdings ist auch der nächste Titelkampf schon angesetzt, und zwar erst im Juli. Volkov wird daher wohl noch einen Sieg brauchen, um Stipe Miocic oder Daniel Cormier fordern zu dürfen. Auch, wenn dieser Kampf nicht viel früher stattfindet, nämlich im Juni, macht der Sieger des Duells zwischen Alistair Overeem und Curtis Blaydes als Volkovs nächster Gegner am meisten Sinn, um einen definitiven Herausforderer festzulegen. Nächster Gegner: Alistair Overeem oder Curtis Blaydes

Jan Blachowicz

Was für ein Kampf. Jan Blachowicz sicherte sich seine Revanche gegen Jimi Manuwa am Samstag mit einem Punktsieg in einer Materialschlacht, wie man sie lange nicht gesehen hat. Zumindest nicht zwischen zwei so schweren Jungs mit derartiger Feuerkraft. Drei Runden lang schenkten die beiden europäischen Top-Halbschwergewichte sich gegenseitig ein, bis der Pole sich als Sieger herauskristallisiert hatte. Nach Manuwas ungleich unspektakulärerem Punktsieg im April 2015 bei UFC Krakau steht es nun also 1:1.

Blachowicz hat damit den dritten Kampf in Folge gewonnen, nach zuletzt vier Niederlagen in fünf Kämpfen ist das ein beeindruckendes Karriere-Comeback. Mit dem Sieg dürfte Blachowicz sich in die Top 5 vorgearbeitet haben, die bisher jedoch durchweg bereits eingeplant oder verletzt ist. Blachowicz selbst brachte nach seinem Sieg einen Kampf gegen Mauricio „Shogun“ Rua ins Spiel, gegen den er sehr gerne antreten würde. Mit Blick auf die ähnlich aggressiven und meist sehr fanfreundlichen Kampfstile der beiden fragt man sich: Warum eigentlich nicht? Nächster Gegner: Mauricio Rua

Danny Roberts

Dieser Heimsieg war sichtlich ein dringend benötigter Befreiungsschlag für Danny Roberts. Von Anfang an setzte er in London den talentierten jungen Schweden Oliver Enkamp unter Druck und knockte den Karateka nach nur zwei Minuten aus – mit einem einzigen Schlag, dessen Aufprall durch die Arena tönte.

Roberts bekam keinen Bonus für diesen Sieg, was dessen Bedeutung aber in keinster Weise schmälert. Nach harten Niederlagen gegen Mike Perry und Nordine Taleb war dieser spektakuläre Heimsieg gegen ein solides Talent genau das, was Roberts gebraucht hat. Als nächstes visiert der Mann, der „Hot Chocolate“ genannt wird, UFC Liverpool an, und zwar ein Duell mit Donald Cerrone.

Ob der „Cowboy“, für den Herausforderungen mitnichten etwas Neues sind, tatsächlich im Mai nach England fliegt, steht in den Sternen. Die besten Plätze auf dem Liverpooler Programm scheinen aber schon vergeben, es kann also gut sein, dass die UFC andere Pläne für Cerrone hat. Ein veritabler Ersatz wäre Dong Hyun Kim, der zwar zuletzt gegen Colby Covington verlor, mit einem mittlerweile actionlastigeren Kampfstil als früher und einem Platz in den Top 15 aber trotzdem einen lohnenden Gegner für Roberts darstellen würde. Nächster Gegner: Dong Hyun Kim