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GNP1-Matchmaker: Wer wird das neue Alpha-Tier im Federgewicht?

Neuer Champion: Max Holloway hat sich mit seinem Titelgewinn selbst belohnt für drei ungeschlagene Jahre (Foto: Florian Sädler).

Nach der verletzungsbedingten Absage des Titelkampfes im Halbschwergewicht zwischen Daniel Cormier und Anthony Johnson schien das Interesse an UFC 206 in den Keller zu rutschen – tatsächlich aber lieferten die verbliebenen zwölf Duelle aus Toronto Action en masse ab. Neben Lando Vannata, Olivier Aubin-Mercier und Misha Cirkunov auf dem Vorprogramm gilt das für allem für die Hauptkämpfe, in denen Emil Weber Meek, Kelvin Gastelum, Cub Swanson, Doo Ho Choi, Donald Cerrone und Max Holloway überzeugen konnten.

Wir werfen einen kurzen Blick auf die drei besten Leistungen des Abends:

Max Holloway

Mit Sieg Nummer Zehn in Folge hat Max Holloway sich den ersten UFC-Gürtel ins Haus geholt. Der technische Knockout gegen Ex-Leichtgewichtschampion Anthony Pettis hat das Sahnehäubchen auf die imposante Siegesserie gesetzt, die der Hawaiianer sich im Laufe der letzten drei Jahre aufgebaut hat.

Angesichts Pettis‘ vergeigten Gewichtscuts sowie einer möglicherweise schon früh im Kampf gebrochenen Hand mag man den zunehmend einseitigen Kampfverlauf relativieren wollen, sein neuer Gürtel repräsentiert im Falle Holloways aber ohnehin eher die Masse seiner Arbeit als einen einzigen Sieg: Top-Kämpfer wie Ricardo Lamas, Jeremy Stephens oder Cub Swanson hat der immer noch erst 25-Jährige in den letzten drei Jahren bezwungen und dabei jedes Mal besser ausgesehen.

Damit gibt es für „Blessed“ nur einen logischen nächsten Schritt, der überdies schon inoffiziell verkündet wurde: ein Titelvereinigungskampf gegen José Aldo. Zwar mag dieses Duell ein wenig Glanz eingebüßt haben, weil Aldo seinen Gürtel kampflos zurückerhalten hat. Mit McGregor im Leichtgewicht gibt es aktuell aber keine bessere Option für die beiden Top-Kämpfer, als das neue Alpha-Tier im Federgewicht unter sich auszumachen. Nächster Gegner: José Aldo

Donald Cerrone

Seit seinem Wechsel vom Leicht- hoch ins Weltergewicht sieht Donald Cerrone so gut aus wie nie. Vier Kämpfe in Folge hat er 2016 bereits gegen solide Namen vorzeitig gewonnen und wieder eine der von ihm bekannten Siegesserien gestartet, die typischerweise früher oder später eines schönen Abends mit schlechter Tagesform ihr Ende finden. Bisher jedoch gibt es keine Anzeichen, dass es Cerrone in seiner neuen Gewichtsklasse wieder so ergehen wird – Schwächen hat „Cowboy“ in der 77-Kilo-Klasse bisher kaum gezeigt. Auch der Headkick-K.o. gegen Matt Brown vom Samstag war wieder einmal erste Sahne.

Cerrone selbst hat bekräftigt, als nächstes am 28. Januar in seiner Heimatstadt Denver bei UFC on FOX 23 kämpfen zu wollen. Einen Top-Gegner vom Kaliber Demian Maia, den Cerrone erst kürzlich herausgefordert hatte, wird man so schnell allerdings kaum mobilisieren können. Da es dem „Cowboy“ der UFC aber bekanntlich egal ist, wer gegen ihn in den Käfig steigt, könnte man ihn auch einfach gegen Jorge Masvidal stellen.

Der Strikeforce-Veteran ist ebenfalls aus dem Leicht- ins Weltergewicht gewechselt und hat dort zuletzt bestechend gut ausgesehen. Zwar macht die Ansetzung ranglistentechnisch wenig Sinn, Masvidal ist aber ohnehin besser als der 15. Platz, auf dem er aktuell gelistet ist. Da kann man mit Aussicht auf einen spektakulären Kampf auf höchstem Level auch schon mal ein wenig vorgreifen. Nächster Gegner: Jorge Masvidal

Cub Swanson

Als vermeintliches Sprungbrett nach Toronto gereist, hat Cub Swanson seinen Zweiflern am Wochenende die Leviten gelesen: „Killer Cub“ mag zuletzt hin und wieder gegen die Elite des Sports verloren haben, trotzdem bleibt der 33-Jährige weiter selbst Teil dieser illustren Kategorie. So viel und mehr hat der Veteran am Wochenende mit seinem Sieg in einem starken Kandidaten für den Kampf des Jahres bewiesen.

Swansons ultra-aggressiv geführter Kampf gegen das K.o.-gefährliche Talent Doo Ho Choi hat gezeigt, wie viel noch in ihm steckt, und das ist auch nach aufeinanderfolgenden Niederlagen gegen Frankie Edgar und Max Holloway sowie mehreren Kieferbrüchen noch einiges.

Mit seinem dritten Sieg in Folge hat Swanson seinen Platz vier in der Federgewichtsrangliste bestärkt – weiter nach vorne zu kommen, dürfte nach den einseitigen Niederlagen gegen Edgar und Holloway, die beide noch nicht allzu lange her sind, aber schwierig werden. Als nächstes wird „Killer Cub“ sich also wohl nach hinten orientieren müssen, wo es noch immer jede Menge spannender Ansetzungen für ihn gibt.

So werden am 4. Februar Dennis Bermudez und der zum MMA zurückkehrende „Korean Zombie“, Chan Sung Jung, im Hauptkampf der UFC Fight Night 104 aufeinandertreffen. Die Zwei gehören zu den wenigen Top-Kämpfern der 65-Kilo-Klasse, die Swanson noch nicht vor den Fäusten gehabt hat und dürften ihm beide einen spannenden Kampf liefern. Nächster Gegner: Dennis Bermudez oder Chan Sung Jung