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GNP1-Matchmaker: Weichenstellungen und Beinahe-Entgleisung in South Dakota

John Lineker sicherte sich in Sioux Falls einmal mehr einen K.o. (Foto: Tobias Bunnenberg).

Nach knapp drei Dutzend Kämpfen innerhalb von drei Tagen hat die UFC in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag noch zwölf Mal nachgelegt. In Sioux Falls, South Dakota waren dabei zwar nicht die allergrößten Stars in Aktion, für solide Action – und fast für eine beinharte Überraschung – hat das Programm aber allemal gereicht.

Wir werfen einen kurzen Blick auf die drei besten Leistungen des Abends:

John Lineker

Was als Strafe gedacht war, könnte sich als das Beste entpuppen, das John Lineker passieren konnte: Nachdem der Brasilianer ganze vier Mal das Limit des Fliegengewichts verpasst hatte, beorderte die UFC-Chefetage ihn vergangenes Jahr hoch ins Bantamgewicht.
Dort hat der 26-Jährige mit Siegen gegen Francisco Rivera, Rob Font sowie nun Michael McDonald aufgeräumt – viel mehr Raum nach oben gibt es bei den 61-Kilo-Kämpfern nicht. Jemand, der ebenfalls aus dem Fliegengewicht kommt und für spektakuläre Knockouts bekannt ist, ist John Dodson.

Der zweifache Titelherausforderer im Fliegengewicht hat mit einem K.o. gegen Manny Gamburyan im April einen guten Start in seiner neuen Heimat erwischt und noch nichts Neues anstehen. Zwischen den beiden K.o.-Schlägern könnte sich der nächste Top-5-Kandidat in der langsam interessant werdenden Bantamgewichtsklasse etablieren. Nächster Gegner: John Dodson

Tony Ferguson

Das war knapp: Um ein Haar wäre Tony Ferguson – ein etablierter Veteran mit sieben UFC-Siegen in Folge im Rücken, gegen Namen wie Josh Thomson, Gleison Tibau und Edson Barboza – am Mittwoch in einer kleinen Halle in South Dakota von einem UFC-Debütanten ausgeknockt worden. Mehrfach. Aber nur fast. Nach einer der wildesten ersten Runden des Jahres bekam Ferguson gegen Landon Vanatta die Kurve und brachte ihn in der zweiten mit einem D’Arce Choke zum tappen.

Zwei Dinge haben wir daraus gelernt: Dass Landon Vannata definitiv in die UFC gehört und dass Tony Ferguson sowohl einer der besten als auch einer der spektakulärsten Kämpfer des UFC-Leichtgewichts ist.

Trotz der vielen Schrecksekunden hält Ferguson sich mit seinem achten Sieg in Folge eine Reihe Optionen offen: Mit einer Siegesserie wie der seinen ist „El Cucuy“ automatisch ein Kandidat für den nächsten Titelkampf, der allerdings auch an Khabib Nurmagomedov gehen könnte – gegen den Ferguson im April kämpfen sollte und der noch immer ein interessanter nächster Gegner wäre.

Nurmagomedovs Titelkampf ist mit einer Bilanz von 23 Siegen ohne Niederlage allerdings längst überfällig – falls der Dagestaner gesund bleibt und kein Conor McGregor oder Nate Diaz dazwischenfunkt, stehen seine Chancen auf einen Kampf gegen Eddie Alvarez sehr gut. Und ein Sieg gegen jemand Etablierten – obwohl er davon eigentlich schon mehr als genug vorweisen kann – dürfte auch Ferguson nach der knappen Kiste am Mittwoch nicht schaden, bevor er selbst ums Gold ran darf. Nächster Gegner: Dustin Poirier

Louis Smolka

Das Fliegengewicht braucht immer neue Herausforderer für Über-Champion Demetrious Johnson, und Louis Smolka hat sich mit seinem beeindruckenden T.K.o.-Sieg gegen Ben Nguyen am Mittwoch ins Gespräch gebracht.

Mit 24 Jahren hat der Hawaiianer noch alle Zeit der Welt, an die Spitze zu kommen. Ihn zu früh zu verheizen wie seinerzeit Kyoji Horiguchi, wäre schade, andererseits scheint sich ohne klare Herausforderer jedes auch nur halbwegs erfolgreiche Fliegengewicht mit ein paar Siegen automatisch gefährlich nahe an Johnson heranzuwagen.

Das Problem: Das Fliegengewicht hat kaum klassische Gatekeeper, an denen junge Talente sich aufbauen können. Joseph Benavidez läuft immer wieder Gefahr, in diese Rolle zu fallen, ist dafür kämpferisch aber zu stark. Wilson Reis hat nach der Absage seines Titelkampfes schon einen neuen Gegner und abgesehen davon gibt es bis 57 Kilo hauptsächlich eben jene jungen Talente, die sich auf dem Weg nach oben gegenseitig eliminieren.

Bleibt Zach Makovsky. Der ehemalige Bellator-Champion kämpft auf Weltniveau, hat in der UFC aber bisher keine Gefallen bekommen und nacheinander gegen John Dodson und Benavidez verloren. Gegen Smolka könnte der 33-Jährige wieder zurück in die Spur finden, während der 24-Jährige „Last Samurai“ hier testen könnte, ob er wirklich schon an die Spitze gehört. Nächster Gegner: Zach Makovsky