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GNP1-Matchmaker: Weichenstellungen in Kansas City

Gehen die Herausforderungen aus, je näher der Rekort kommt: UFC-Fliegengewichtschampion Demetrious Johnson (Foto: Florian Sädler).

Nach der von Chaos und Kontroversen gefüllten UFC 210 am vergangenen Wochenende bot das Octagon-Debüt von Kansas City am Samstag erfrischenderweise schlichtweg kurzweilige Action. Von Demetrious Johnson, der mit einem historischen Rekord gleichzog über Robert Whittakers überraschend eindeutigen Knockout-Sieg bis hin zu schnellen Finishes und spannenden Schlachten auf dem Vorprogramm.

Wir werfen einen kurzen Blick auf die drei besten Leistungen des Abends:

Demetrious Johnson

Mit seiner zehnten Titelverteidigung ist UFC-Fliegengewichtschampion Demetrious Johnson bei UFC Kansas mit einer Legende des Sports gleichgezogen: Anderson Silva hat seinen Mittelgewichtsgürtel genauso oft verteidigt, bevor er ihn verlor – im Laufe des Jahres wird Demetrious Johnson also an der gleichen Marke scheitern oder einen der beeindruckendsten Rekorde in der Geschichte des Sports aufstellen.

Mit seinem nahezu perfekten Aufgabe-Sieg gegen BJJ-Schwarzgurt Wilson Reis jedenfalls hat „Mighty Mouse“ einmal mehr bewiesen, dass er einer der, wenn nicht der beste Kämpfer der Welt ist. Das wirft unweigerlich die Frage auf, wie es weitergehen soll.

Tim Elliott lieferte Johnson im Dezember trotz Niederlage eine überraschend unterhaltsame Herausforderung. Obwohl Elliott am Samstag ebenfalls einen guten Sieg holte, hat sich ein anderer ehemaliger Gegner seine neue Chance mehr verdient.

Joseph Benavidez hat zwar schon zwei Mal gegen Johnson verloren, der erste Kampf aber war denkbar knapp und der K.o. im zweiten ist mittlerweile dreieinhalb Jahre her. Seitdem hat Benavidez sechs Kämpfe gewonnen, dabei meist überzeugt und immer wieder bewiesen, dass er zur Weltspitze gehört, u.a. gegen Qualitäts-Gegner wie Dustin Ortiz, Henry Cejudo, Jussier Formiga oder Elliott. Eine letzte Chance hat sich „Joe B-Wan Kenobi“ verdient, bevor die nächste Generation bereit ist. Nächster Gegner: Joseph Benavidez

Rose Namajunas

Hype scheint etwas zu sein, das auf Rose Namajunas allergisch reagiert. Nach Paige Van Zant bremste „Thug Rose“ am Wochenende auch die allgemeine Begeisterung um „Karate Hottie“ Michelle Waterson unsanft mit einem Submission-Sieg aus.

Der Rear Naked Choke in Runde zwei ist Namajunas‘ vierter Sieg in sechs UFC-Kämpfen. Namajunas‘ einzige Niederlage seit 2014 ist ein recht knapper Punktentscheid gegen Karolina Kowalkiewicz, die Championess Joanna Jedrzejczyk anschließend einen der härtesten Kämpfe ihrer UFC-Karriere lieferte.

Mit Siegen gegen Waterson, Van Zant, Angela Hill und Tecia Torres im Rücken hat Namajunas durchaus ein genügendes Resümee für einen Titelkampf im Rücken. Das sieht auch UFC-Präsident Dana White ähnlich, der auf der Pressekonferenz am Samstag schon andeutete, dass diese Ansetzung als nächstes kommen könnte. Nächste Gegnerin: Joanna Jedrzejczyk

Robert Whittaker

Gewichts-Cuts gelten zu Recht als eine der unschönsten Seiten in einem Sport, in dem durchgehend Menschen bewusstlos geschlagen und gewürgt werden. Umso erfrischender ist es da, wenn jemand die verzweifelte Selbst-Geißelung um einen körperlichen Vorteil aufgibt und plötzlich in einer höheren Gewichtsklasse erfolgreich ist.

Dafür gibt es aktuell kaum ein besseres Beispiel als Robert Whittaker. Der gebürtige Neuseeländer wechselte 2014 nach Niederlagen gegen Court McGee und Stephen Thompson vom Welter- hoch ins Mittelgewicht und gewann seitdem sechs Kämpfe nacheinander.

Nach imposanten Knockouts im Spektrum des oberen Drittels der Gewichtsklasse hat Whittaker mit „Jacare“ nun seinen ersten echten Top-Gegner besiegt und mit dem Erstrunden-K.o. endgültig bewiesen, dass mittlerweile auch er in diese Kategorie gehört. Einen Titelkampf wird er im Chaos um Georges St. Pierres angekündigtes Duell mit Champion Michael Bisping wohl nicht bekommen, dafür dürfte es nach einem weiteren Sieg gegen jemandem vom Kaliber Souzas soweit sein. Nächster Gegner: Luke Rockhold