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GNP1-Matchmaker: Wachablösung im Federgewicht

Neuer Champion: Max Holloway hat einen UFC-Gürtel mit nach Hawaii gebracht (Foto: Florian Sädler).

Nach längerer Abstinenz war die UFC am vergangenen Wochenende wieder einmal in Rio de Janeiro zu Gast und hat es in der aus Olympia 2012 bekannten Jeunesse Arena ordentlich krachen lassen. Neben einem Titelwechsel an der Spitze gab es jede Menge Knockouts, langerwartete Comebacks und überzeugende Debüts von der Copacabana zu sehen.

Wir werfen einen kurzen Blick auf die drei besten Leistungen des Abends:

Max Holloway

Mit 25 Jahren ist Max Holloway UFC-Champion. Sein technischer Knockout in Runde drei gegen José Aldo hat den Hawaiianer nun auch offiziell ganz oben in der Gewichtsklasse positioniert, in der er sich zuletzt Conor McGregor geschlagen geben musste. Das war vor beinahe vier Jahren.

Ein Rückkampf gegen den Iren wäre wohl Holloways finanziell mit Abstand einträglichste nächste Option, da McGregor aber nun im Leichtgewicht kämpft und als nächstes unter Umständen in den Box-Ring anstelle des Octagons steigen wird, scheint diese Alternative kaum Realität werden zu können.

Stattdessen wird „Blessed“ sich wohl zunächst um Herausforderer im Federgewicht kümmern müssen. Dabei stechen vor allem zwei Namen heraus. Frankie Edgar mag erst vergangenen Sommer zum zweiten Mal gegen Aldo verloren haben, gehört mit sieben Siegen in seinen letzten acht Kämpfen aber noch immer zur Elite und hat noch nicht gegen Holloway gekämpft.

Ansonsten bliebe Cub Swanson, der mit vier Siegen in Folge, darunter einem Kandidaten auf den Kampf des Jahres 2016, gute Argumente für eine Titelchance vorlegen kann. Swanson allerdings verlor erst vergangenes Jahr vorzeitig gegen Holloway. Diese Wendung dürfte Edgar, der mit einem überzeugenden Sieg gegen Yair Rodriguez vergangenen Monat gezeigt hat, dass er noch voll im Saft steht, als die interessantere Option dastehen lassen. Nächster Gegner: Frankie Edgar

Claudia Gadelha

Zwei Siege nach ihrer zweiten Niederlage gegen Championess Joanna Jedrzejczyk gilt Claudia Gadelha wieder als unumstrittene Nummer zwei im UFC-Strohgewicht. Mit ihrem schnellen Aufgabe-Sieg gegen Karolina Kowalkiewicz hat die Brasilianerin sich wieder an der Spitze der Gewichtsklasse positioniert, allerdings selbst angegeben, dass sie aktuell kein Interesse an einem weiteren Kampf gegen Jedrzejczyk hat.

Wie also geht es weiter für die meist so dominante Grapplerin? Viele interessante Optionen hat sie nicht. Abhängig davon, ob Rose Namajunas die nächste Titelchance bekommt oder nicht, wäre sie laut Rangliste und auch stilistisch eine interessante Kontrahentin. Kämpft Namajunas aber als nächstes um den Titel, kann Gadelha entweder warten oder gegen jemanden weiter unten in der Hackordnung antreten.

Da sie aktuell kein Interesse an Jedrzejczyk hat und auf einen Namajunas-Sieg hoffen müsste, dürfte Warten wenig Sinn machen. Blieben die auf der fünf gelistete Tecia Torres oder die Siegerin des bei UFC Glasgow im Juli anstehenden Kampfes zwischen Joanne Calderwood und Cynthia Calvillo. Nächste Gegnerin: Joanne Calderwood oder Cynthia Calvillo

Brian Kelleher

Ein Trip nach Brasilien ist für die meisten nicht-einheimischen UFC-Kämpfer keine allzu angenehme Mission. UFC-Neuling Brian Kelleher machte das Beste aus buhenden Fans und fliegenden Bierbechern und schrieb mit einem Erstrunden-Aufgabesieg die Geschichte eines nahezu perfekten Octagon-Debüts.

Der Guillotine Choke nach 1:48 Minuten Kampfzeit gegen den auf der 13 gelisteten Veteranen Iuri Alcantara machte Kelleher in Rio keine Freunde, erst recht nicht sein fesches Interview nach dem Kampf mit Kommentator Brian Stann. Sicher zurück Zuhause allerdings darf der 30-jährige Amerikaner sich über seinen wahrscheinlichen Einstieg in die offizielle Rangliste freuen – mit weniger als zwei Minuten auf der Uhr seiner UFC-Karriere.

Jetzt stellt sich die Frage, ob es gleich mit ähnlich hochwertigen Gegnern weitergeht. Angesichts der Aufmerksamkeit, die Kelleher mit seinem Auftritt generiert hat, könnte das durchaus sein. Die lautstarke Forderung, ihn den Haien der Gewichtsklasse vorzuwerfen, dürfte ihn realistisch irgendwo im unteren Drittel der Top 15 platzieren – Pedro Munhoz ist jemand, der sich in diesen Sphären aufhält, einen harten Test darstellen würde und den ein Sieg gegen Kelleher trotz dessen fehlender Octagon-Erfahrung weiterbringen kann. Nächster Gegner: Pedro Munhoz

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