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GNP1-Matchmaker: von neuen und alten Champions

Interims-Champion: Robert Whittaker will sich als nächstes das echte Gold holen (Foto: UFC).

Zum zweiten Mal in Folge wurde der Hauptkampf der UFC-„International Fight Week“ kurzfristig zerschossen. Während Amanda Nunes vergangenen Juli bei UFC 200 in den Main Event vorrückte, musste sie eben jenes am Wochenende nur Stunden vorher erkrankt absagen. Action gab es trotzdem zu sehen – nach einigen Knockouts auf dem Vorprogramm überzeugte im neuen Hauptkampf Neu-Champion Robert Whittaker mit einem Punktsieg gegen Yoel Romero.

Wir werfen einen kurzen Blick auf die drei besten Leistungen des Abends:

Robert Whittaker

Was für ein Wochenende für den australischen Sport: zwei Kämpfe, zwei Weltmeistertitel. Das Problem: Jeff Horns Punktsieg gegen Manny Pacquiao ist hochumstritten und Robert Whittakers UFC-Gürtel trägt ein Interims-Tag.

Dass der „Reaper“ nur die halbe Anerkennung für seinen Triumph bekommt, ist allerdings unfair. Sein Sieg gegen Olympia-Ringer und K.o.-Maschine Yoel Romero spielte sich durchaus auf weltmeisterlichem Niveau ab. Viele würden sogar sagen, dass das, was als nächstes kommt, im Vergleich die einfachere Aufgabe sein wird.

In Zeiten inflationär vergebener Interims-Gürtel bedeutet die Trophäe nicht mehr als die Garantie, den nächsten Titelkampf zu bekommen. Den hält im UFC-Mittelgewicht aktuell Michael Bisping, nachdem er vor einem Jahr Luke Rockhold ausknockte und anschließend Dan Henderson in dessen Abschiedskampf knapp schlug. Böse Zungen behaupten, Bisping halte den Gürtel nur dank Rockholds Überheblichkeit und Hendersons Alter. Unterschätzen darf man den Briten dennoch nicht.

Gleiches gilt aber auch für Whittaker, der als Underdog in alle seine letzten Kämpfe ging und mit Romero, „Jacaré“ Souza und vielen anderen eines der imposantesten Resümees aufbaute, das die Gewichtsklasse aktuell zu bieten hat. Ob Champion Bisping nun die einfachste Aufgabe auf dem Weg zum echten Gold ist oder nicht – den Großteil der Arbeit hat Whittaker bereits erledigt. Nächster Gegner: Michael Bisping

Anthony Pettis

Lange hatte Anthony Pettis die Rückkehr von „Showtime“ angekündigt, am Wochenende tauchte dann tatsächlich die Version des ehemaligen WEC- und UFC-Champions auf, die weit oben in jede Leichtgewichtsrangliste gehört.

In seinem klaren Punktsieg gegen Jim Miller zeigte Pettis Technik, Kreativität und Feuer. Das missglückte Federgewichts-Experiment scheint hinter „Showtime“ zu liegen – und mit einem Sieg im Leichtgewicht im Rücken kann der Ex-Champion sich nun darauf konzentrieren, wieder oben anzugreifen.

Zwar wird es noch ein bis zwei Siege brauchen, um die Negativ-Serie von drei Niederlagen in vier Kämpfen vollends abzuschütteln. Einen Kampf gegen einen großen Namen wird Pettis wohl trotzdem bekommen – nicht zuletzt, weil er schon im Vorfeld von UFC 213 mehrere Aufbaugegner abgelehnt hat.
 
Ein dankbarer Kontrahent wäre Al Iaquinta, falls der sich nach seinen diversen Meinungsverschiedenheiten mit der UFC dazu entscheiden sollte, weiter für die Liga zu kämpfen. Während Iaquinta einen echten Durchbruch-Sieg braucht, um im ernsthaften Titelgespräch zu landen, braucht Pettis einen weiteren Sieg gegen einen legitimen Gegner, um sich an der Spitze der Gewichtsklasse zu rehabilitieren, die er einst anführte. Nächster Gegner: Al Iaquinta

Oleksiy Oliynyk

Es ist der Fluch des Underdog-Sieges: Gewinnt man gegen den Favoriten, darf man sich im Nachhinein anhören, der Gegner sei ja eigentlich ohnehin nicht so richtig gut gewesen. Und während Travis Browne zweifellos nicht mehr der Zerstörer ist, der er einmal war, stellt Oleksiy Oliynyks Aufgabe-Sieg gegen den Hawaiianer trotzdem das Highlight seiner UFC-Karriere dar.

Nachdem er zunächst einige harte Hände Brownes einstecken musste, beendete Oliynyk den Kampf in Runde zwei per Rear Naked Choke auf der Matte. Es war der vierte UFC-Sieg für den ukrainisch-russischen BJJ-Experten, der in 20 Jahren und 64 Kämpfen lediglich neun Mal über die Distanz gegangen ist.

Theoretisch wird der Sieg Oliynyk von Rang 15 in die untere Top Ten hieven. Die notorisch offene Schwergewichtsklasse lässt ihm dort jede Menge Möglichkeiten, Sinn würde ein Duell mit Marcin Tybura machen. Zwischen dem aufstrebenden Talent und dem 40-jährigen Veteranen könnte sich herausstellen, wer anschließend eine Chance in der Region nahe der Top Five bekommt. Nächster Gegner: Marcin Tybura