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GNP1-Matchmaker: UFC 200, UFC Vegas, TUF 23 Finale

Zwischen all den großen Stars machte sich Amanda Nunes bei UFC 200 über Nacht zum Star (Foto: Florian Sädler).

Das war sie also, die „International Fight Week 2016“ in Las Vegas. Nicht ein, nicht zwei, gleich drei Events hat die UFC rund um die Jubiläums-Show UFC 200 aus dem Boden gestampft, und trotz Doping-Chaos bot das Mega-Wochenende tagelang MMA vom feinsten: hart umkämpfte Punktsiege, spektakuläre Knockouts und unerwartete Submission-Siege. Auch, wenn UFC 200 letztlich nicht der unvergessliche Blockbuster war, den man sich erhofft hatte – die Auswirkungen der verrückten Woche werden die MMA-Welt noch länger beschäftigen.   

Wir werfen einen kurzen Blick auf die fünf besten Leistungen der Woche:

Amanda Nunes

Was tut man, wenn man sich unversehens im Hauptkampf einer der größten UFC-Veranstaltungen des Jahres wiederfindet und andere den Großteil der Aufmerksamkeit bekommen? Richtig, einen nicht nur überraschenden, sondern imposant schnellen und eindeutigen Sieg holen.

Genau das gelang Amanda Nunes am Samstag gegen Bantamgewichtschampioness Miesha Tate, die von Anfang an nicht in den Kampf fand und von der brasilianischen Furie erst die Nase gebrochen bekam und dann per Rear Naked Choke zur Aufgabe gebracht wurde. Die „Lioness“ wird damit zur dritten neuen Alpha-Frau der 61-Kilo-Klasse, seit Ronda Rousey vor gerade mal acht Monaten ihren Gürtel verlor.

Wie geht es weiter an der Spitze des Damen-Bantamgewichts? Je öfter der Gürtel die Hüfte wechselt, desto mehr Kandidatinnen für einen Rück- oder Revanchekampf gibt es, keine davon mit wasserdicht überzeugenden Argumenten für eine zweite Chance, aber trotz alledem besseren Gründen als der Großteil der noch immer recht dünnen Gewichtsklasse.

Für Amanda Nunes bedeutet das zunächst: keine Planungssicherheit. Ronda Rousey schwirrt noch immer in den Köpfen herum, aber niemand weiß, ob und wann sie zurückkommt. Verdient hätte die Titelchance wohl Julianna Pena am meisten, nachdem sie sich ein paar Stunden vor Nunes‘ Titelgewinn gegen Cat Zingano ihren vierten UFC-Sieg in Folge holte.

Der Rest der Top 5 hat zuletzt verloren, einmal mehr wird es bei der Frage um die nächste Titelchance wohl wieder um das Duell zwischen Timing, Marketing und Ranglistenplatz gehen. Wundern sollte es niemanden mehr, falls die ersten beiden Kriterien dabei das dritte ausstechen werden. Nächste Gegnerin: Ronda Rousey

Brock Lesnar

Es mag nicht der spektakulärste Kampf gewesen sein, aber Brock Lesnar ist zurück – nach fünf Jahren Abstinenz und einer lebensgefährlichen Darm-Krankheit hat der zeitweise als Witz verschriene ehemalige UFC-Schwergewichtschampion das getan, was er am besten kann, um ein Top-10-Schwergewicht zu besiegen: Ringen.

Man mag von Lesnar und seinem Kampf am Wochenende halten, was man will, die Leistung aber bleibt bestehen: An Mark Hunt sind zuletzt Kämpfer wie Frank Mir, Antonio Silva und Roy Nelson gescheitert, Lesnar dagegen dominierte ihn. Jetzt stellt sich für ihn nicht nur die Frage nach dem nächsten Gegner, sondern, viel grundsätzlicher, die Frage, ob er weitermacht. Lesnar steht noch immer beim Wrestling-Giganten WWE unter Vertrag und ist schon im August für seinen nächsten Auftritt gebucht.

Die UFC-Rückkehr war als einmaliges Spektakel angedacht, aber nach dem Sieg gegen Hunt steht Lesnar plötzlich auf Rang acht der offiziellen UFC-Rangliste.

Einfach Aufhören könnte da für einen Wettkampftypen wie Lesnar schwieriger sein als die Entscheidung, einen kompletten zweiten Anlauf zu starten. Macht er weiter, dann wird es im Octagon jedenfalls nicht einfacher werden, denn nicht nur für ihn würde das die Chance bedeuten, endlich Verpasstes nachzuholen. Nächster Gegner: Junior dos Santos

José Aldo

So schnell kann es gehen: Nach der 13-Sekunden-Schmach gegen Conor McGregor im Dezember galt José Aldo als abgeschrieben: Altes Eisen, das nach zig Verletzungen und harten Schlachten im Käfig alten Glanzleistungen nur noch hinterhertrauern konnte – trotz zehn unbesiegten Jahren zuvor.

Mit seinem soliden Punktsieg im Rückkampf gegen Frankie Edgar, der in den letzten drei Jahren lediglich gegen Aldo verloren hatte und auf seinem kämpferischen Zenit steht, ist der Brasilianer plötzlich wieder mittendrin: Bei UFC 200 hat er gezeigt, dass mit ihm noch immer zu rechnen ist. Aldo sah tatsächlich wieder eher wie der „WEC-Aldo“ aus, den zerstörerischen Aggressor, den er nach seiner bitteren Lektion bei UFC 194 wiederbeleben wollte.

Zwar ging es auch bei UFC 200 mal wieder über die Punkte, das ist aber neben Edgars Zähigkeit vor allem dessen kämpferischem Können zuzuschreiben. Theoretisch wird Aldo als Interimschampion als nächstes darum kämpfen, seinen alten Gürtel von Conor McGregor zurückzubekommen. Sicher ist das allerdings nicht – wer weiß schon, ob der Ire nach dem Rückkampf gegen Nate Diaz nicht wieder den Leichtgewichtstitel ins Visier nimmt.

Trotzdem: Dass McGregor seinen Gürtel über drei Kämpfe vernachlässigt, dürfte vergleichsweise unwahrscheinlich sein. Kommt es nicht zu Verletzungen oder ähnlichem, dann dürften wir knapp ein Jahr nach dem großen Knall die Neuauflage Brasilien vs. Irland sehen. Nächster Gegner: Conor McGregor

Joanna Jedrzejczyk

Es war eine schwere Geburt, aber Joanna Jedrzejczyk hat es geschafft: Der Rückkampf gegen Rivalin Claudia Gadelha bedeutet nicht nur, dass sie ihren Gürtel behalten darf, sondern beendet das bisher einzig unscharfe Kapitel ihrer UFC-Laufbahn – einen verdammt knappen Punktsieg im ersten Aufeinandertreffen mit Gadelha vor eineinhalb Jahren.

Mit ihrem vermeintlichen Kryptonit im Rückspiegel kann Jedrzejczyk sich nun neuen Aufgaben zuwenden – auch, wenn die zusehends weniger werden. Klare Herausforderinnen gibt es wenige im Strohgewicht, aktuell hätte wohl die Siegerin des Duells zwischen Rose Namajunas und Karolina  Kowalkiewicz bei UFC 201 am 30. Juli die besten Karten, während sich im Hintergrund noch Joanne Calderwood heranschleicht. Nächste Gegnerin: Rose Namajunas oder Karolina Kowalkiewicz

Eddie Alvarez

Manchmal zahlt sich die harte Tour doch noch aus: Für Eddie Alvarez jedenfalls hat sie das – der Ex-Bellator-Champion hat sich selbst keine Gefallen gegönnt, seit er 2014 in der UFC debütierte. Laut ihm selbst zumindest hat Alvarez stets nach den härtesten Gegnern gefragt.

Sein Resümee scheint diese Behauptung zu bestätigen, denn nach einer Debüt-Niederlage gegen Donald Cerrone nacheinander gegen Gilbert Melendez, Anthony Pettis und Champion Rafael dos Anjos anzutreten, das ist nicht ohne. Beeindruckend wird das Ganze, da der 32-Jährige aus Rockys Heimat Kensington in jedem Kampf mehr überzeugen konnte.

Ob das so weitergeht, ist allerdings fraglich – den Gürtel für längere Zeit zu halten wird auch für Alvarez schwer; etwas, das ihm durchaus selbst bewusst ist. Ein Blick auf die Liste potentieller Herausforderer genügt, um zu realisieren, warum das so ist.

Neben dos Anjos schwimmen von Khabib Nurmagomedov über Tony Ferguson, Dustin Poirier und Will Brooks bis hin zu Nate Diaz und eventuell sogar Conor McGregor jede Menge große Fische in der Nähe des Leichtgewichtsgürtels herum. Die besten Chancen dürfte Nurmagomedov haben, neben Alvarez der einzige, der Rafael dos Anjos in den letzten Jahren schlagen konnte. Nächster Gegner: Khabib Nurmagomedov