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GNP1-Matchmaker: Überfällige Wachablösung

Dominant: Yair Rodriguez (l.) holte sich am Wochenende 50.000 US-Dollar Bonus für den größten Sieg seiner Karriere (Foto: UFC).

Die erste von vielen kleinen UFC Fight Nights im ersten Quartal des neuen Jahres ging am Sonntag in Phoenix, Arizona über die Bühne, und das Ergebnis im Hauptkampf war keine Überraschung. B.J. Penns Kampfeswille in allen Ehren, aber am Wochenende zeigte sich in der Wüste Arizonas, dass die alte Garde mit den jungen Wilden mittlerweile kaum noch mithalten kann. Das ist aus nostalgischer Sicht schade, dafür wächst genau jetzt vor unseren Augen die nächste Generation der Stars heran.

Wir werfen einen kurzen Blick auf die drei besten Leistungen des Abends:

Yair Rodriguez

Man hatte es geahnt. B.J. Penns Comeback, über zwei Jahre nach einer desolaten Leistung gegen Frankie Edgar und dem darauffolgenden Rücktritt, lief nicht wie geplant – die Legende ging in Runde zwei im erbarmungslos spektakulären Tritt- und Schlaghagel eines jungen Senkrechstarters unter. Mit 38 Jahren bewies Penn, als ob das noch nötig gewesen wäre, einmal mehr die extreme Zähigkeit, die über die Jahre zu einem seiner vielen Markenzeichen geworden ist. Zu mehr hatte er am Sonntag kaum eine Gelegenheit.

Yair Rodriguez mit seiner Schnelligkeit, Explosivität, Variabilität und Anpassungsfähigkeit war schlicht zu viel für Penn, der nach einiger Zeit zusehends einem menschlichen Boxsack für Rodriguez ähnelte, der mit beinahe jedem noch so unvorbereitetem Kick sein Ziel traf.

Penn hielt bewundernswert lange und verbissen dagegen, es reichte trotzdem nicht. Mit dem technischen K.o. Anfang der zweiten Runde holte der Mexikaner sich gegen den ehemaligen Leicht- und Weltergewichts-Champion den bisher größten Sieg seiner noch immer jungen UFC-Karriere.

Wie geht es weiter? Penn ist schon lange über seinen Zenit hinaus, einen Titelkampf rechtfertigt der Sieg für Rodriguez also kaum, zumal es an der Spitze des Federgewichts aktuell ohnehin voll ist. Sinn würde ein Test gegen einen legitimes Top-Federgewicht machen, das noch voll im Saft steht: Schon Anfang Februar wird Dennis Bermudez den aus dem Militärdienst zurückkehrenden „Korean Zombie“ Chan Sung Jung im Octagon zurückbegrüßen. Ein Duell gegen den Sieger würde nicht nur Unterhaltung, sondern auch spannende Antworten auf Fragen bezüglich der Zukunft der 65-Kilo-Klasse versprechen. Nächster Gegner: Dennis Bermudez oder Chan Sung Jung

Sergio Pettis

Mit seinem eindeutigen Punktsieg gegen Ex-Titelherausforderer John Moraga hat Sergio Pettis sich am Wochenende im Fliegengewichts-Ranking etabliert. Zweimal hat Pettis in seiner UFC-Karriere bereits Kämpfe vorzeitig verloren, die er hätte gewinnen können – gegen den gefährlichen Veteranen John Moraga ist es ihm gelungen, neben der schon von ihm gewohnten Athletik und stetig besser werdenden Technik zusätzlich zu zeigen, dass er ein hohes Niveau ohne Einbrüche über 15 Minuten halten kann.

Mit drei Siegen in Folge, zwei davon gegen ehemalige Titelherausforderer, dürfte Pettis sich in die Top Ten vorgearbeitet haben. Dort stand Moraga bisher auf der acht, was Pettis in eine Liga mit Namen wie Dustin Ortiz, Ray Borg oder Ali Bagautinov katapultiert haben sollte.

Den Test gegen einen etablierten Veteranen hat er bestanden, jetzt könnte es theoretisch schon in der weiter gefassten Titelnähe weitergehen. Eigentlich hätte Pettis in Phoenix ohnehin auf Jussier Formiga treffen sollen – vor der Fight Night am Sonntag ein ziemlich großer Sprung nach oben. Nach dem legitimen Sieg gegen einen Top Ten-Gegner macht der aktuell auf Rang vier geführte Formiga nun tatsächlich Sinn. Nächster Gegner: Jussier Formiga

Oleksiy Oliynyk

Die „Boa Constrictor“ Oleksiy Oliynyk ist bekannt für seltene Aufgabegriffe. An diesem Wochenende war es der Ezekiel Choke, den der Ukrainer gegen Viktor Pesta als erster UFC-Kämpfer überhaupt siegbringend im Octagon einsetzte.

Mit drei Siegen in vier UFC-Kämpfen steht Oliynyk damit besser da denn je, und das im Alter von 39 Jahren nach über 60 Profi-Kämpfen. In der weit offenen Schwergewichtsklasse machen sich vorzeitige, mit unorthodoxen Techniken herbeigeführte Siege immer gut, und wer zudem noch einen Sieg gegen Mirko CroCop sein Eigen nennen kann, hat erst recht gute Karten.

In die Quere kommen dürfte Oliynyk hauptsächlich sein Alter, falls er tatsächlich noch einmal einen Anlauf in Richtung Titel starten will. An die Grenze zur Top 15 dürfte sich der Ukrainer mit seinem dritten UFC-Sieg zumindest schon einmal vorgearbeitet haben. Nächster Gegner: Luis Henrique