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GNP1-Matchmaker: Titelträume kommen und gehen

Pflicht ohne Kür: Amanda Nunes ist noch immer Champion, dürfte zuletzt aber wenige Fans gewonnen haben (Foto: Florian Sädler).

Zum zweiten von drei Malen war das Octagon am vergangenen Wochenende in Kanada zu Gast, und trotz fehlendem Blockbuster-Hauptkampf gab es über das Programm verteilt solide Action aus Edmonton, Alberta zu sehen. Neben einer knappen Titelverteidigung wurde eine aussagekräftige Bewerbung auf einen Titelkampf präsentiert sowie das Potential eines bereits Gescheiterten, der wohl früher oder später eine neue Chance bekommen wird.

Wir werfen einen kurzen Blick auf die drei besten Leistungen des Abends:

Amanda Nunes

Schön war es nicht, aber das leidige Kapitel namens Valentina Shevchenko hat UFC-Bantamgewichtschampioness Amanda Nunes fürs Erste hinter sich gebracht. Nach fünf nicht allzu spektakulären und ebenso wenig eindeutigen Runden behält die Brasilianerin ihren Gürtel und wird sich jetzt wohl erst einmal aus dem Rampenlicht zurückziehen.

So viel zumindest kündigte Nunes nach ihrem Punktsieg bei UFC 215 an. Eine schlechte Idee ist das wahrscheinlich nicht, denn kaum jemandes Ruf scheint in den letzten Monaten so gelitten zu haben wie der der „Lioness“. Erst die Absage des Rückkampfes bei UFC 213 nur Stunden vor dem großen Moment, dann der knapp-kontroverse Sieg im Rückkampf. Ein Neustart 2018, wenn sich Staub über die Anfeindungen gelegt hat, dürfte nicht die schlechteste Idee sein.

Wem sie dann gegenüberstehen wird, ist allerdings nicht wirklich klar. Eine eindeutige Herausforderin gibt es nicht, denkbar wären Holly Holm und Raquel Pennington. Während Holm höher gelistet ist, hat die Ex-Titelhalterin nur einen ihrer letzten drei Kämpfe gewonnen. Pennington dagegen stand fast ein Jahr lang nicht im Käfig, hat aber zuletzt vier Siege in Folge geholt, u.a. gegen Jessica Andrade und Miesha Tate. 

Außerdem gehen schon seit einiger Zeit Gerüchte über Pennington als nächste Anwärterin auf den Titel um. Erfahrungsgemäß werden solche Ansetzungen, wenn sie erst einmal in der Öffentlichkeit an Fahrt aufgenommen haben, häufig zur Realität. Nächste Gegnerin: Raquel Pennington

Rafael dos Anjos

Hätte Demian Maia nicht angenommen, dann hätte Rafael dos Anjos bereits im Juli bei UFC 214 seine Chance auf den Weltergewichtsgürtel bekommen. So aber stieg ehemalige Champion im UFC-Leichtgewicht erst am Wochenende in den Käfig und brachte dort Neil Magny in Runde eins zum Abklopfen.

Nach dem Punktsieg gegen Tarec Saffiedine steht dos Anjos damit kurz vor der Chance auf seinen zweiten UFC-Titel. Mit den beiden Siegen hat er gezeigt, dass er mit den größeren, stärkeren Gegnern bis 77 Kilo umgehen kann, jetzt kann man ihn dort guten Gewissens gegen die ganz großen Jungs ansetzen.

Die Situation an der Spitze des Weltergewichts ist aktuell etwas offen – Champion Tyron Woodley würde am liebsten gegen Georges St-Pierre kämpfen, der allerdings Michael Bisping vor den Fäusten hat. Der auf der eins gelistete Robbie Lawler hat zuletzt gegen Donald Cerrone einen soliden Sieg eingefahren, davor aber erst gegen Woodley verloren.

Dos Anjos hat in seiner neuen Gewichtsklasse gut ausgesehen und wäre ein frisches Gesicht – wird er nicht gegen Lawler angesetzt oder Lawler gegen Woodley, könnten wir dem Brasilianer bald bei dem Versuch zusehen, UFC-Titel Nummer zwei nach Hause zu holen. Nächster Gegner: Tyron Woodley

Henry Cejudo

Zum zweiten Mal nach seiner desaströsen Niederlage gegen Champion Demetrious Johnson war in Edmonton auch Henry Cejudo wieder im Octagon unterwegs. Nach der knappen Punktniederlage gegen Joseph Benavidez ließ der Ringer-Olympia-Sieger dieses Mal keinen Zweifel aufkommen und schickte Wilson Reis per technischem K.o. nach Hause.

Das war unbestritten eine der besten, wenn nicht die beste Leistung Cejudos in der UFC. Mit 30 Jahren dürfte der „Messenger“ noch ein bisschen Zeit haben, um sich wieder in Richtung Titel vorzuarbeiten. Und die sollte er nutzen, denn eine verfrühte zweite Chance könnte gut die letzte sein.

Einen nächsten Gegner hat Cejudo auch schon im Blick – und nachdem beide überzeugende Siege einfahren konnten, macht das Duell zwischen Cejudo und Sergio Pettis ungleich mehr Sinn als im Mai, als die beiden ursprünglich aufeinandertreffen sollten.

Der Sieger dieses Duells könnte gut und gerne an der Schwelle zu einem Titelkampf stehen, und wie bei Nunes vs. Pennington gilt auch hier: Wird erst einmal darüber geredet, wird der Kampf oft schnell zur Realität. Nächster Gegner: Sergio Pettis