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GNP1-Matchmaker: Stipe Miocic - das beste Schwergewicht aller Zeiten?

Titel- und Rekordhalter: UFC-Schwergewichtschampion Stipe Miocic (Foto: Dorian Szücs).

Der erste Kracher des Jahres ist Geschichte, und entpuppte sich in der Umsetzung dabei als nicht ganz so krachend wie erhofft. Das Duell der Schwergewichts-Dampframmen Stipe Miocic und Francis Ngannou endete in einer zeitweise lahmen Punktentscheidung, schrieb aber trotzdem Geschichte. Zuvor konnte Daniel Cormier sich als Champion rehabilitieren und mit Abdul Razak Alhassen ein K.o.-Schläger aus einer viel leichteren Gewichtsklasse den Coup des Wochenendes landen.

Wir werfen einen kurzen Blick auf die drei besten Leistungen des Abends:

Stipe Miocic

Dana White machte nicht den bestgelauntesten Eindruck, als er nach UFC 220 seine üblichen Interviews gab. Böse Zungen behaupten, dass habe daran gelegen, dass der UFC-Präsident sich K.o.-Maschine Francis Ngannou als neuen, bestens vermarktbaren Champion im Schwergewicht gewünscht hatte. Eben jenes Monster, das gerade von einem Feuerwehrmann aus Ohio gezähmt wurde.

Mit nun drei Titelverteidigungen in Folge hat dieser Feuerwehrmann sich zum erfolgreichsten UFC-Schwergewichtschampion aller Zeiten gemacht. Stipe Miocics Punktsieg mag, mit Ausnahme der ersten Runde, nicht das Spektakel gewesen sein, das sich angekündigt hatte. Das größtenteils erfolgreiche Vermeiden von Ngannous zerstörerischer Schlagkraft und die anschließende systematische Zerlegung des Herausforderers aber zementiert Miocic als Rekordhalter und, diese Meinung kann man durchaus mit solider Basis vertreten, bestes UFC-Schwergewicht aller Zeiten.

Mit Ngannou hat Miocic den mit Abstand am höchsten gehandelten Herausforderer auf seinen Titel aus dem Weg geräumt. Cain Velasquez wird nach langer Pause wohl keinen direkten Titelkampf bekommen, Alistair Overeem und die restliche Top-Riege der schweren Jungs hat kürzlich erst verloren. Mangels besserer Alternativen rückt so Fabricio Werdum in den Vordergrund. Der Ex-Champion hatte seinen Titel 2016 an Miocic abgegeben, seitdem aber zwei von drei Kämpfen gewonnen. Nächster Gegner: Fabricio Werdum

Daniel Cormier

Daniel Cormier hat den Halbschwergewichtsgürtel der UFC nun auch in seinen Augen wieder und ist damit erneut legitimer Champion. Mit seinem technischen K.o. gegen Volkan Oezdemir im ersten Kampf seit der bitteren Niederlage gegen Jon Jones hat „DC“ den Titel offiziell verteidigt, hatte ihn zuvor aber auch durch die Dopingprobleme eines anderen erst wieder bekommen.

Da Jones auf absehbare Zeit außen vor steht, eröffnen sich für Cormier in den wohl letzten zwei Jahren seiner Karriere plötzlich ungeahnte Möglichkeiten. Zumindest theoretisch, denn in der Praxis sieht es mau aus an der Spitze der 93-Kilo-Klasse. Jones ist suspendiert, Oezdemir gerade geschlagen, Anthony Johnson in Rente, Alexander Gustafsson verletzt und alle anderen ebenfalls vorläufig außer Betrieb oder kürzlich geschlagen.

Die besten Chancen auf einen Titelkampf dürfte in diesem Chaos Alexander Gustafsson haben. Cormier wird kaum im nächsten Vierteljahr wieder kämpfen, was dem Schweden Zeit zum fit werden lässt. Nach dem Kracher-Kampf der beiden im Oktober 2015, den Cormier knapp nach Punkten gewann, wird es außerdem kaum jemanden geben, der gegen eine Neuauflage Einwände hätte. Nächster Gegner: Alexander Gustafsson

Abdul Razak Alhassan

So setzt man ein Statement. Nachdem Abdul Razak Alhassans technischer K.o. gegen Sabah Homasi im Dezember als verfrühter Abbruch vor allem Unmut auslöste, knockte „Judo Thunder“ seinen Gegner im Rückkampf sauber per Uppercut aus und sorgte damit dieses Mal für offene Münder. Noch 34 Sekunden schneller als im ersten Duell.

Der perfekt getimte und platzierte Haken wurde anschließend in der renommierten „SportsCenter Top 10“-Liste des US-Senders ESPN auf dem ersten Platz geführt. Alhassan selbst dagegen wollte nach dem Kampf nicht einmal einen Wunsch-Gegner nennen, ihm ist schlicht egal, wen die UFC ihm vor die Fäuste setzt.

Das scheint in Zeiten von Rhetorik-Wirbelwinden a la Conor McGregor nicht die beste Strategie für den Weg an die Spitze zu sein. Mit neun Knockouts in neun Siegen, darunter der Kracher vom Wochenende, dürfte „Judo Thunder“ sich über kurz oder lang aber auch auf diese Weise einen Namen machen – und zwar auf soliderem Fundament als viele laute Redner. Gleiches gilt für Li Jingliang – der Chinese hat vier Kämpfe in Folge gewonnen, drei durch Knockout, und böte einen soliden Test für Alhassan. Nächster Gegner: Li Jingliang