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GNP1-Matchmaker: Smith um den Titel, Haqparast in die Rangliste?

Will Jon Jones stürzen: Anthony Smith, der im Halbschwergewicht 3:0 steht (Foto: Florian Sädler)

Drei Wochen nach dem Blockbuster namens UFC 229 kehrte die Liga im kanadischen Moncton mit deutlich kleineren Brötchen ins Tagesgeschäft zurück. Trotz fehlender Starpower bot der Event in New Brunswick aber eine Menge Action und trotz Jessin Ayaris fragwürdiger Punktniederlage auch für Deutschland Grund zum Feiern.

Wir werfen einen kurzen Blick auf die drei besten Leistungen des Abends:

Anthony Smith

 

Zwar „demolierte“ er Volkan Oezdemir nicht von der ersten bis zur letzten Sekunde, wie er im Vorhinein angekündigt hatte, trotzdem gelang Anthony Smith mit seinem Rear Naked Choke gegen den früheren Titelherausforderer ein imposanter Sieg.

Drei Monate nach seinem ersten UFC-Hauptkampf in Hamburg legte Smith mit einem überaus harten Kampf gegen Oezdemir noch einen drauf. Anschließend forderte er einen Titelkampf, aber kann das etwas werden für den Mann, der 2013 noch nach nur einem Kampf aus der UFC entlassen wurde, als Jon Jones bereits zwei Jahre lang Champion war?

Dieser Jones jedenfalls kämpft im Dezember gegen Alexander Gustafsson um den dann vakanten Titel im Halbschwergewicht, nachdem Champion Daniel Cormier seine Karriere wohl im Schwergewicht ausklingen lassen wird. Smith will nach eigener Aussage um jeden Preis derjenige sein, der Jon Jones bezwingt, und mit dessen „Es war ganz okay“-Tweet in Bezug auf Smiths Sieg gäbe es bereits jetzt Material zum Bewerben des Duells.

Trotzdem ist es unwahrscheinlich, dass Smith als nächstes seine Titelchance bekommt. Jones und Gustafsson kämpfen erst kurz vor Neujahr und Smith ist trotz zweier vorzeitiger Siege in Hauptkämpfen noch recht unbekannt. Daher wird er wohl noch mindestens einen Sieg brauchen, nach dem er wohl frühestens im zweiten Quartal 2019 nach dem Gold greifen könnte. Anbieten würde sich beispielsweise Misha Cirkunov, der nur eine Stunde zuvor seinerseits einen großen Erfolg verbuchen konnte. Nächster Gegner: Misha Cirkunov

Misha Cirkunov

Misha Cirkunov hatte in der UFC einen Werdegang, der ein wenig an Volkan Oezdemir erinnert: Mit einem Knall debütiert, ein paar beeindruckende Siege geholt, dann an der Elite gescheitert. Nachdem er jahrelang sein eigener Cheftrainer war, hat sich der in Kanada lebende Lette jetzt erstmalig in Las Vegas vorbereitet – das Ergebnis spricht für sich, bei UFC Moncton wurde Cirkunov der erste Gegner, der Patrick Cummins zur Aufgabe zwingen konnte.

Der Sieg per Arm Triangle Choke nach knapp drei Minuten war genau das Statement, das Cirkunov nach den beiden Niederlagen gegen Glover Teixeira und Volkan Oezdemir gebraucht hat. Angesichts des Chaos‘ an der Spitze der Gewichtsklasse und seinen überzeugenden Siegen vor der kurzen Niederlagenserie darf sich der 31-Jährige Hoffnungen machen, recht schnell wieder an der Spitze einzusteigen. Zum Beispiel mit einem Sieg gegen Smith. Nächster Gegner: Anthony Smith

Nasrat Haqparast

Thibault Gouti wurde im Vorfeld von UFC Moncton von vielen Seiten schlechtgeredet und ging bei den Buchmachern als größter Underdog des Events in seinen Kampf gegen Nasrat Haqparast. Und obwohl er am in Moncton eine überaus deutliche Punktentscheidung an den Hamburger abgeben musste, zeigte der Franzose, warum Bilanzen nicht alles sind – Gouti, der zuletzt mehrfach hintereinander verloren hatte, zeigte jede Menge Zähigkeit und ein großes Kämpferherz, während er im Laufe von drei Runden mehrfach kurz vor einer K.o.-Niederlage zu stehen schien. Aus dem Kampf war der Franzose vom Team Jackson Wilnkeljohn dabei nie, sondern startete sogar in der letzten Minute noch eine Großoffensive.

Für Haqparast indes könnte der Punktsieg lohnender sein als es ein schneller Knockout gewesen wäre, der wohl hauptsächlich dem vermeintlich fehlenden Niveau seines Kontrahenten angerechnet worden wäre. So hat der 23-Jährige nicht nur einen Bonus für den „Fight of the Night“ mit nach Deutschland genommen, sondern beweisen können, dass er einen Kampf auch dann kontrollieren kann, wenn der Gegner partout nicht K.o. gehen will und er selbst sich in der ersten Runde an der Hand verletzt.

Die UFC jedenfalls scheint hinter Haqparast zu stehen – ein prestigeträchtiger Main-Card-Kampf in Hamburg, jetzt 50.000 Dollar für den Kampf des Abends und eine vernünftige Gegnerauswahl. Wenn Haqparast so weitermacht, dürfte er sein Ziel, im kommenden Jahr die Top 15 zu knacken, im gesetzten Limit erreichen. Ein Sieg gegen jemanden wie Drew Dober, der seit fünf Jahren in der UFC kämpft, könnte ihn Anfang des Jahres schon einmal an die Schwelle bringen. Nächster Gegner: Drew Dober