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GNP1-Matchmaker: Ponzinibbio vs. Woodley?

Stramm auf Titelkurs: Santiago Ponzinibbio holte vor heimischem Publikum seinen siebten Sieg in Folge (Foto: Florian Sädler).

Ein besseres Ende hätten sich die argentinischen Fans für ihren ersten Live-UFC-Event nicht vorstellen können. Mit einem einzigen Schlag knockte Santiago Ponzinibbio im Hauptkampf Neil Magny aus und brachte die Halle damit zum Kochen. Aber hat er sich mit seinem Sieg auch die nächste Chance auf den Weltergewichtsgürtel gesichert?

Wir werfen einen kurzen Blick auf die drei besten Leistungen des Abends:

Santiago Ponzinibbio

 

Als im Mai sein Kampf gegen Kamaru Usman ausfiel, der das Debüt der UFC in Chile anführen sollte, war Santiago Ponzinibbio am Boden zerstört. Ein halbes Jahr später sagt er, dass die gebrochene Hand ein versteckter Segen war, denn so bekam er die Möglichkeit, die erste UFC-Show in seinem Heimatland Argentinien anzuführen. Und Ponzinibbio machte das Beste aus seiner Chance.

Sein Knockout gegen Neil Magny dürfte Ponzinibbio an die Spitze des Weltergewichts katapultieren. Wie es an der Spitze der Gewichtsklasse weitergeht, ist aktuell noch offen, allerdings ist nach monatelangem Stillstand zumindest wieder merklich Bewegung in die Gewichtsklasse gekommen – Champion Tyron Woodley entledigte sich im September Darren Tills, als nächste potentielle Herausforderer stehen gleich mehrere Kandidaten in den Startlöchern.

Mit sieben Siegen in Folge steht „Gente Boa“ sicherlich ganz oben auf dieser Liste. Zumindest wenn es nach Leistung geht. Ob er den Kampf gegen Woodley tatsächlich bekommt, ist allerdings fraglich, denn Ex-Interims-Champion Colby Covington dürfte dank der zweifelhaften Fehde mit dem Weltmeister noch immer die besten Chancen haben. Wann Woodley wieder in den Käfig steigt, ist ebenfalls noch offen, es kann also gut sein, dass Ponzinibbio vor seiner Goldchance noch einmal ins Octagon muss. Zum Beispiel doch noch gegen Usman, falls der im Dezember an Rafael dos Anjos vorbeikommt. Nächster Gegner: Kamaru Usman oder Rafael dos Anjos

Ricardo Lamas

Ricardo Lamas ist ein Phänomen. Geht man nur nach den Fähigkeiten in den einzelnen Disziplinen des Sports, dann gehört “The Bully” im UFC-Federgewicht sicherlich ganz nach oben. Die entsprechenden Ergebnisse hat der 36-Jährige in den letzten Jahren trotzdem nicht immer geholt, zuletzt verlor er zwei Kämpfe hintereinander gegen Josh Emmett und Mirsad Bektic. Mit seinem technischen Knockout gegen Darren Elkins ist Lamas nun wieder auf Kurs nach oben.

Den notorisch harten Hund Elkins auszuknocken, daran sind bisher unter anderem Jeremy Stephens, Alex Volkanovski und Hacran Dias gescheitert – und das sind nur die Gegner, gegen die er verloren hat. Lamas‘ Druck aber war am Ende selbst für Elkins zu viel. In der Rangliste ist Lamas wegen seiner Niederlagen und starker Konkurrenz aus der Top Ten gerutscht.

Bis er wieder im Titelgeschehen mitreden kann, wird er daher noch mindestens zwei, drei Siege gegen starke Gegner brauchen. Anbieten würde sich ein Rückkampf gegen Cub Swanson, den er vor sieben Jahren in seinem UFC-Debüt besiegte. Der hat zuletzt zwar drei Niederlagen am Stück einstecken müssen, ist aber noch immer auf Rang sieben gelistet ist und könnte diesen Platz gegen jemanden wie Lamas rechtfertigen, der mit einem Sieg selbst wieder in die Top Ten einziehen würde. Nächster Gegner: Cub Swanson

Johnny Walker

Khalil Rountree hat im Juli mit seinem Knockout gegen Gokhan Saki für eine Überraschung und einen Boost in Sachen Popularität gesorgt, jetzt traf ihn das gleiche Schicksal. Johnny Walker, 26, vergleichsweise unbeschriebenes Blatt, in England lebender Brasilianer, kam mit einem Dauergrinsen nach Argentinien, wurde im Käfig plötzlich ernst und knockte Rountree mit einem kurzen, harten Ellbogenstoß aus.

In der dünn besetzten Halbschwergewichtsklasse hat der 26-Jährige damit einen ersten großen Schritt auf dem dort vergleichsweise kurzen Weg nach oben hinter sich gebracht. In anderen Gewichtsklassen müsste sich Walker nun erst einmal längere Zeit in Richtung Rankings vorarbeiten, bei den 93-Kilo-Jungs aber könnte es sein, dass Walker als Nächstes bereits einen weiteren etablierten Namen vor die Fäuste bekommt. Nächster Gegner: Nikita Krylov