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GNP1-Matchmaker: Poirier drückt sich an die Spitze

Dustin Poirier will einen Titelkampf. (Foto: Florian Sädler)

Mit Dustin Poirier und Justin Gaethje hat die UFC am vergangenen Wochenende zwei ihrer spektakulärsten Kämpfer gegeneinander angesetzt. Die beiden haben nicht enttäuscht, ihr Duell wird wohl auf einigen Listen als Kandidat für den Kampf des Jahres auftauchen.

Die dreieinhalb Runden waren aber nicht nur schön anzusehen, sondern auch relevant für die Leichtgewichtsklasse der Liga – dem Chaos an der Spitze wurde ein weiterer potentieller Herausforderer auf den Titelgürtel hinzugefügt. Wir werfen einen kurzen Blick auf die drei besten Leistungen des Abends:

Dustin Poirier - von wegen Gatekeeper! Mit dem siebten Sieg in neun Kämpfen ist Dustin Poirier vom vermeintlichen Sprungbrett zum potentiellen Titelherausforderer aufgestiegen. Zwar war es kein leichter Sieg, den er am Wochenende gegen Justin Gaethje holte, aber das ist es nie, für niemanden, wenn es gegen das „Highlight“ geht. Unter normalen Umständen wäre ein Titelkampf nun zum Greifen nah für Poirier, und er könnte es tatsächlich sein.

Obwohl das Leichtgewicht mit Khabib Nurmagomedov nun aber wieder einen offiziellen und aktiven Champion hat, ist das Chaos in der Gewichtsklasse nicht beseitigt: Interims-Champion Tony Ferguson wartet verletzt auf seine Chance, Conor McGregor wird kaum für weniger als einen Titelkampf zurückkehren, Kevin Lee und Edson Barboza werden am Wochenende um einen Spitzenplatz antreten und auch Eddie Alvarez will Ansprüche geltend machen.

Poirier will den Titel um jeden Preis und gab sogar zu Protokoll, Nurmagomedovs Manager Ali Abdelaziz habe ihm eröffnet, er würde der erste Herausforderer seines Klienten. Ob die mündliche Zusage tatsächlich einen Kampf zufolge hat, bleibt fraglich. Ist Tony Ferguson halbwegs zügig wieder fit, wäre er wohl erste Wahl, wenn nicht ohnehin vorher noch McGregor dazwischenfunkt. Speziell nach der Bus-Attacke vor UFC 223 wäre ein Duell zwischen ihm und Nurmagomedov ein Blockbuster sondergleichen. Kaum vorstellbar, dass die UFC sich diesen Kampf entgehen lässt.

Das könnte für Poirier zur Folge haben, dass er doch noch einen lange geforderten Rückkampf bekommt, bevor seine Titelträume konkret werden können.
Nächster Gegner: Eddie Alvarez

Alex Oliveira
Viel Erfolg mit wenig Aufwand. Als später Ersatz für den verletzten Matt Brown stieg Alex Oliveira im Grunde von der Couch ins Octagon, als er Samstag Carlos Condit nach einigen unterhaltsamen Minuten per Guillotine Choke Schlafen schickte. Ohne Trainingscamp den größten Sieg seiner Karriere einfahren – eine reife Leistung des Brasilianers. Sollte der hinter Donald Cerrone zweite „Cowboy“ der UFC bisher noch nicht bekannt gewesen sein, dürfte er seinen Namen spätestens mit diesem Sieg ins Rampenlicht gebracht haben.

Zudem dürfte er bald mindestens auf Rang 12 im Weltergewicht gelistet werden, den bisher Condit innehatte. Von dort könnte es fix in die Top Ten gehen. Denn dort tummeln sich momentan jede Menge Top-Kämpfer mit imposanten Siegesserien, die zum großen Teil bereits aufeinander angesetzt sind. Für Oliveira könnte als nächstes der Sieger eines dieser Kämpfe anstehen, oder aber die aktuelle Nummer sechs der Rangliste, die bisher keinen nächsten Gegner hat, dafür aber wie der Brasilianer für spektakuläre Kämpfe bekannt ist.
Nächster Gegner: Jorge Masvidal

Brad Tavares
Solide, aber langweilig. Dieser Ruf hängt Brad Tavares seit Längerem an. Sein Knock-out gegen Krzysztof Jotko war daher exakt das, was der Hawaiianer brauchte. Mit vier Siegen in Folge seit einer Niederlage gegen den jetzigen Champion Robert Whittaker ist Tavares zurück auf Spur und hat große Pläne ins Auge gefasst. Nach dem Kampf besuchte Tavares Ex-UFC-Champion und TV-Moderator Michael Bisping in seiner Umkleide, als dieser gerade nicht auf Sendung war.

Tavares hatte sich schon vor Monaten als letzter Gegner der scheidenden Legende ins Gespräch gebracht, Bisping allerdings watschte den 30-Jährigen am Wochenende mit einem lachenden „verpiss dich“ ab. Aber Fragen kostet ja nichts. Außerdem muss diese Reaktion nicht heißen, dass Tavares nicht doch noch die Chance bekommt, den Briten in Rente zu schicken.

Nicht zuletzt, weil nicht einmal vollends sicher ist, ob Bisping überhaupt noch einmal in den Käfig steigt, kann Tavares sich aber nicht auf diese Aussicht verlassen. Rechnen sollte er mit noch mehr harter Arbeit an der Basis, bevor es wirklich interessant für ihn wird.
Nächster Gegner: Paulo Costa