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GNP1-Matchmaker: Nunes vs. Cyborg, irgendjemand?

Hat ihre Gewichtsklasse fest im Griff: Sollte Amanda Nunes sich anderswo neue Herausforderungen suchen? (Foto: Florian Sädler)

Zum neunten Mal war die UFC am vergangenen Wochenende in Rio de Janeiro zu Gast. Und obwohl es dem Programm an allzu vielen Stars und den Tribünen an sonst gewohnten Fan-Massen fehlte, gab es einiges zu sehen an der Copacabana. Amanda Nunes steuert nach ihrer dritten Titelverteidigung auf einen Super-Kampf zu, Kelvin Gastelum auf eine Titelchance und Lyoto Machida vielleicht trotz allem doch noch auf ein versöhnliches Karriereende.

Wir werfen einen kurzen Blick auf die drei besten Leistungen des Abends:

Amanda Nunes

Allzu viel zu bieten hatte Raquel Pennington nicht, was Amanda Nunes hätte gefährlich werden können. Die Herausforderin zeigte jede Menge Herz, zog aber so deutlich den Kürzeren gegen ihre langjährige Freundin, dass sie zur fünften Runde gar nicht mehr antreten wollte. Ihre Betreuer peitschten sie trotzdem noch einmal raus in den Kampf, wofür sie angesichts Penningtons darauffolgender T.K.o.-Niederlage online viel Kritik einstecken mussten.

Für Nunes bleibt die dritte Titelverteidigung ein großer Erfolg, wenn sie auch gegen eine gute Bekannte zustande kam und daher härter für sie war als so mancher kämpferisch forderndere Kampf, wie die Weltmeisterin im Bantamgewicht anschließend zugab. Wie geht es nun für sie weiter?

Als nächstes könnte der sich schon länger im Gespräch befindliche Kampf gegen Federgewichts-Champion Cris Cyborg anstehen. An interessanten Gegnerinnen fehlt es beiden Titelträgerinnen, und einen veritablen Super-Kampf hat es unter den Damen-Gewichtsklassen bisher noch nicht gegeben. Nächste Gegnerin: Cris Cyborg

Kelvin Gastelum

Zwar konnte Kelvin Gastelum am Samstag nur knapp nach Punkten gegen Ronaldo „Jacaré“ Souza gewinnen, sein dritter Sieg im Mittelgewicht (Nummer vier, hätte er vor dem K.o. gegen Vitor Belfort keinen Joint geraucht) hat das ehemalige Weltergewicht trotzdem weit nach vorne katapultiert in der Hackordnung der 84-Kilo-Männer.

Konkret ist Gastelum offiziell gerade auf Rang fünf gelistet. Da er aber in Rio die Nummer zwei geschlagen hat, dürfte er in Kürze dessen Platz einnehmen und damit hinter dem nächsten Herausforderer, Yoel Romero, die Schlange der Titelkampfkandidaten anführen.

Gastelum hat nach seinem Zwangswechsel ins Mittelgewicht ausschließlich Top-Leute vor den Fäusten gehabt und dabei nur gegen Chris Weidman verloren. Romero kriegt die nächste Titelchance, Luke Rockhold hat zuletzt verloren, Weidman ist seit einem Jahr verletzt und Michael Bisping so gut wie in Rente. Dieser dürfte einer der wenigen Fälle sein, in denen es sich lohnt, auf eine Titelchance zu warten. Und genau das, gab Gastelum nach seinem Sieg bekannt, ist für ihn nun auch der Plan. Nächster Gegner: Robert Whittaker oder Yoel Romero

Lyoto Machida

Kaum ein Ex-Champion ist in den letzten Jahren so drastisch abgestürzt wie Lyoto Machida. Johny Hendricks mag mehr Häme bekommen haben für seinen konsequent fortgeführten Weg nach unten, dafür waren Machidas Niederlagen brutaler. Luke Rockhold verprügelte ihn und zwang ihn zum Aufgeben, Yoel Romero knockte ihn mit erbarmungswürdigen Treffern aus und Derek Brunson tat das Gleiche – nachdem Machida wegen eines (wenn auch vergleichsweise zweifelhaften) positiven Dopingtests eine Sperre abgesessen hatte.

2018 dagegen kann „The Dragon“ nun schon zwei Siege vorweisen. Dem knappen Punktsieg gegen Eryk Anders folgte am Wochenende bei UFC 224 ein Frontkick-K.o. gegen Vitor Belfort in dessen Abschiedskampf. Nach Randy Couture ist Belfort die zweite Legende, die Machida mit dieser Technik in den Ruhestand verabschiedete, und obwohl beide zum jeweiligen Zeitpunkt nicht mehr auf der Höhe waren, machen sich ihre Namen gut im Lebenslauf. 

Aber aller guten Dinge sind bekanntlich drei, und deswegen lud Machida kürzlich Michael Bisping ein, dem Beispiel der beiden anderen Ex-Champions zu folgen und sich von ihm den Abschied verhageln zu lassen. Bisping scheint zuletzt nach Titelverlust und zwei vorzeitigen Niederlagen noch zu überlegen, ob er ein letztes Mal in den Käfig steigen oder das Gekämpfe einfach sein lassen soll.

Sollte er noch einmal die 4-Unzen-Handschuhe überstreifen, dann gegen einen großen Namen und im Halbschwergewicht, steckte der Brite kürzlich seine Bedingungen ab. Gegen den ehemaligen Halbschwergewichts-Champion könnte beides Realität werden. Nur auf den Frontkick, auf den müsste Bisping in diesem Fall ein Auge haben. Nächster Gegner: Michael Bisping