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GNP1-Matchmaker: Noch immer kein Zuhause für Cyborg

Ob Cris Cyborg wie bei Invicta FC auch in der UFC einen Gürtel gewinnen kann? Aktuell kaum, denn das Federgewicht gibt es im Octagon nicht (Foto: Tobias Bunnenberg).

Wie zu erwarten, fuhr Cristiane „Cyborg“ Santos am Wochenende in Brasilien einmal mehr einen harten K.o.-Sieg ein. Ob das mehr als einen weiteren Gehaltsscheck bedeutet? Schwer zu sagen, immerhin befindet die menschgewordene Abrissbirne sich noch immer im Vakuum, was ihre Gewichtsklasse angeht. Besser hatten es da Francisco Trinaldo und Eric Spicely, die in Brasilia Siege in dicht besetzten Gewichtsklassen holen konnten und einigermaßen genau wissen, woran sie sind.  

Wir werfen einen kurzen Blick auf die drei besten Leistungen des Abends:

Cristiane Justino

"Another one bites the dust." In ihrem zweiten UFC-Kampf tat Cristiane „Cyborg“ Justino das, was sie zuvor schon in ihren letzten elf Profi-MMA-Kämpfen getan hatte: Ihre Gegnerin überrollen. Lina Länsberg hielt stark dagegen, letztlich war die physische Überlegenheit Cyborgs aber schlicht zu viel für die schwedische Thaiboxerin, die in der zweiten Runde im Groundandpound unterging.  

Eigentlich ist es fast müßig, zu überlegen, gegen wen Cyborg in der UFC als nächstes kämpfen soll, solange sie dort nicht Teil einer etablierten Gewichtsklasse ist. Dass sie das nicht ist, kann man ihr nicht vorwerfen – bis 61 Kilo zu cutten, sollte niemand von ihr verlangen, der nicht später für etwaige gesundheitliche Schäden mitverantwortlich sein will. Bis also das Frauen-Federgewicht in der UFC eingeführt wird, wird die Brasilianerin weiter darauf angewiesen sein, dass Bantamgewichte sich in der Hoffnung auf einen gigantischen, weil unterwarteten Sieg oder zumindest einen größeren Scheck ein paar Kilo nach oben wagen.

Eine, die sich dazu schon einmal bereit erklärt hat, ist Germaine de Randamie. Der kurzzeitig für UFC 201 im Juli geplante Kampf ist letztlich nicht zustande gekommen, aktuell dürfte das aber immer noch die beste, eigentlich die einzige nicht völlig beliebige Option für Cyborg sein. De Randamie ist erfahren, etabliert, groß und eine solide Thaiboxerin. Ob das reichen würde? Es gibt nur einen Weg, das herauszufinden. Nächste Gegnerin: Germaine de Randamie

Francisco Trinaldo

Mit 38 Jahren im USADA-Zeitalter eine Serie von sieben Siegen am Stück aufzubauen, ist eine ziemlich beeindruckende Leistung. Francisco Trinaldo hat das mit seinem technischen K.o. gegen Paul Felder am Samstag geschafft. Zwar endete der Kampf durch einen der hässlichsten Cuts der jüngeren Vergangenheit und nicht durch einen klaren K.o. oder eine dominante Punktentscheidung, trotzdem steht das Ergebnis nach einer soliden Leistung im eigentlichen Kampf ohne Kontroverse.

Dem Sieg gegen Felder waren bereits Erfolge gegen Namen wie Chad Laprise, Norman Parke oder Ross Pearson vorausgegangen. In jeder anderen Gewichtsklasse – vielleicht bis auf das Weltergewicht – hätte „Massaranduba“ mittlerweile wohl mindestens die Top Ten geknackt. Nicht so im Leichtgewicht, wo der Pool an Top-Leuten einfach zu groß ist, um ohne Sieg gegen einen großen Namen in diese Bereiche vorzustoßen.

Eine solche Chance allerdings dürfte Trinaldo sich längst verdient haben. Ob er die bekommt, ist die nächste Frage, angesichts seines Alters kann man nur darauf hoffen. Anbieten würde sich Ex-Strikeforce-Champion Gilbert Melendez. Für Trinaldo wäre er der verdiente Sprung nach oben, „El Nino“ dagegen braucht nach Doping-Sperre und drei aufeinanderfolgenden Niederlagen wieder einen vorzeigbaren Sieg, und eine Serie wie die Trinaldos zu stoppen, würde definitiv in diese Kategorie fallen. Nächster Gegner: Gilbert Melendez

Eric Spicely

Nach eigener Aussage nach Brasilien geschickt, „um zu verlieren und entlassen zu werden“, sorgte Eric Spicely bei der UFC Fight Night 95 für die Überraschung des Abends, als der 8:1-Underdog den K.o.-Schläger Thiago Santos nach nur drei Minuten Kampfzeit im Rear Naked Choke zum Abklopfen zwang.

Neben dem besten Sieg seiner Karriere und ein wenig Job-Sicherheit hat Spicely damit eine klassische Rocky-Feelgood-Story hingelegt und seinen Namen zumindest unter den Hardcore-Fans bekannt gemacht. Einen Top-Gegner wird Spicely trotz dieses Sieges gegen einen Top 15-Kämpfer wohl kaum als nächstes bekommen, zumindest seinen Job hat er aber bis auf weiteres sicher.

Von einer Niederlage zurückkommen wird auch der Sieger des Duells zwischen Oluwale Bamgbose und Josh Samman, die am 9. Dezember in Albany, New York aufeinandertreffen werden. Jeder der drei potentiell Beteiligten könnte einen zweiten Sieg in Folge gut gebrauchen und Spaß machen würde das Zuschauen aller Voraussicht nach auch noch. Nächster Gegner: Oluwale Bamgbose oder Josh Samman