UFC News

GNP1-Matchmaker: Ngannou und Overeem sind zurück im Rennen

Wieder auf K.o.-Kurs: Francis Ngannou (Foto: Florian Sädler).

Zwei der besten Schwergewichte der Welt standen am Wochenende in Peking vor einem Scheideweg. Francis Ngannou und Alistair Overeem brauchten beide einen Sieg, aber aus unterschiedlichen Gründen. Wie also geht es für die beiden K.o.-Zauberer nach ihren Triumphen in China weiter?

Wir werfen einen kurzen Blick auf die drei besten Leistungen des Abends:

Francis Ngannou

 

Wie vergesslich dieser Sport doch ist. Zwei Niederlagen hintereinander, und Francis Ngannou stand kurz davor, als überhypter Kraftprotz dargestellt zu werden. Mit einem 45-Sekunden-Knockout gegen Curtis Blaydes bewies der „Predator“ am Wochenende in Peking nach „einem harten Jahr“, dass er noch immer das vielleicht gefährlichste Schwergewicht der UFC ist.

So schlecht Ngannou in seinen unspektakulären Punktniederlagen gegen Stipe Miocic und Derrick Lewis aussah, so muss man im Hinterkopf behalten, dass der gebürtige Kameruner erst seit wenigen Jahren MMA trainiert und den sprichwörtlichen kometenhaften Aufstieg hingelegt hat. Er sei in den letzten Monaten mehr gewachsen als in seiner gesamten Karriere, sagte Ngannou nach seinem Sieg in China, und das könnte ein sehr schlechtes Zeichen für die Schwergewichtsklasse der UFC sein.

Denn ein Ngannou, der seine Schlagkraft behält, aber plötzlich auch Kondition, Kampf-IQ und ein breites Arsenal an Techniken aus allen Disziplinen dieses Sports auffährt, der könnte bald auch ganz oben in der Rangliste kaum zu stoppen sein. Mit dem schnellen Sieg gegen den zuletzt sehr starken Blaydes ist Ngannou jedenfalls zurück im erweiterten Titelrennen.

Miocic, Alexander Volkov und Junior dos Santos erwähnte Ngannou nach dem Sieg als Wunschgegner. Bei Volkov bestünde aus Sicht der UFC die Gefahr, einen von zwei mittelfristig wichtigen Top-Schwergewichten zu weit zurückzuwerfen, dos Santos dagegen muss am Wochenende erst einmal an Tai Tuivasa vorbei, der seinerseits als aufstrebendes Schwergewicht zum jetzigen Zeitpunkt als Gegner eine Verschwendung wäre. Drei Runden gegen Stipe Miocic dagegen hören sich nach einer spektakulären Gelegenheit an, den nächsten Titelherausforderer nach Brock Lesnar festzulegen. Nächster Gegner: Stipe Miocic

Alistair Overeem

Ein noch größeres Comeback feierte in Peking Alistair Overeem. Nach vorzeitigen Niederlagen in seinen letzten beiden Kämpfen, darunter ein monströser Knockout gegen Ngannou letzten Dezember, stand „The Reem“ am Wochenende einmal mehr mit dem Rücken zur Wand. Und mit einem Erstrunden-T.K.o. gegen Sergey Pavlovich gelang dem Niederländer einmal mehr ein Befreiungsschlag.

Zwar war Pavlovich ein – wenn auch vielversprechender – UFC-Debütant, der Overeem in der Rangliste nicht nach vorne drücken wird, trotzdem war der schnelle Sieg bitter nötig, um halbwegs relevant zu bleiben. Um wieder wirklich relevant zu werden, hat Overeem auch schon einen nächsten Gegner im Sinn – er will gegen Derrick Lewis ran. „The Black Beast“ hat gerade erst seinen Titelkampf gegen Daniel Cormier verloren und würde mit viel Schlagkraft und wenig Technik auch stilistisch interessant werden für den Techniker mit dem strapazierten Kinn. Nächster Gegner: Derrick Lewis

Li Jingliang

Mit einem fiesen Kick zu David Zawadas Körper holte sich Li Jingliang am Wochenende seinen sechsten Sieg in den letzten sieben Kämpfen. Gegen den kurzfristig eingesprungenen Düsseldorfer holte sich der 30-Jährige mit dem technischen Knockout in Runde drei seinen vierten Post-Fight-Bonus in der UFC.

„The Leech“ arbeitet sich langsam aber stetig einen Ruf als Action-Garant, und zusammen mit regelmäßigen Siegen drückt ihn das langsam in der Rangliste nach oben. Für den wachsenden chinesischen Markt könnte Jingliang einer der Zugführer werden, wenn er in diesem Stil weitermacht. Zum Beispiel gegen den ähnlich auftretenden Gegner, der ihm für UFC Beijing kurzfristig ausgefallen ist. Nächster Gegner: Elizeu Zaleski dos Santos