UFC News

GNP1-Matchmaker: Neue Motoren mit Startschwierigkeiten

Sagt "Goodbye": Urijah Faber hat am Samstag seinen letzten Kampf gewonnen (Foto: Florian Sädler).

Es hätte so schön sein können: Paige Van Zant und Sage Northcutt sehen gut aus, können kämpfen und reden und sorgen somit dafür, dass die Leute einschalten. Dass das nicht unbedingt genug ist, hat das vergangene Wochenende einmal mehr gezeigt, an dem beide Shootingstars ordentlich vor die Haube bekommen haben. Des einen Leid ist aber bekanntlich des anderen Freud, und so holten sich am Samstag in Sacramento die Gegner des blonden Duos bedeutende Karriere-Erfolge, nachdem einer der populärsten Veteranen des Sports in den Sonnenuntergang geritten war.

Wir werfen einen kurzen Blick auf die drei besten Leistungen des Abends:

Michelle Waterson

Ihre Sympathien bei UFC-Präsident Dana White dürfte sich Michelle Waterson mit ihrem schnellen Aufgabe-Sieg gegen Everybody’s Darling Paige Van Zant nicht erhöht haben. Mit ihrem Statement-Sieg nach eineinhalb Jahren verletzungsbedingter Pause hat Waterson allerdings jede Menge verlorener Zeit aufgeholt und sich prompt weit oben in der Strohgewichtsklasse positioniert.

Klare Herausforderinnen für Joanna Jedrzejczyk gibt es aktuell nicht, nach ihrer langen Pause wird Waterson sich aber vermutlich trotzdem noch mindestens einen ähnlich imposanten Sieg wie den vom Samstag holen müssen, um gegen die Championess ran zu dürfen. Der muss nicht einmal zwingend gegen eine Top-Gegnerin kommen, die selbst kurz vor der Titelchance steht – für Waterson ist es lediglich wichtig, ihr Momentum nicht wieder zu verlieren und Anfang 2017 genug zu tun, um ein Duell der beiden Standkampf-Virtuosen zumindest rechtfertigen zu können. Nächste Gegnerin: Maryna Moroz

Mickey Gall

Man mag von CM Punk-Bezwinger Mickey Gall halten, was man will – er weiß, was er tut. Im Käfig – so viel sollte mittlerweile klar sein –, vor allem aber außerhalb. Für jeden seiner wenigen Profi-Kämpfe hatte der 24-Jährige schon im Vorfeld einen nächsten Gegner im Sinn, den er im Anschluss an seine Siege herausforderte. Auf diese Weise manövrierte sich Gall erst in die UFC, dann in einen Blockbuster-Kampf gegen Ex-Wrestler Punk und schließlich in ein weiteres vielbeachtetes Duell mit Sage Northcutt, das Gall am Wochenende deutlich für sich entschied. Und sich damit den, wenn auch bereits verblassten Hype um „Super“ Sage in die eigene Tasche steckte.

Am Samstag hatte Gall natürlich erneut bereits vor seinem Sieg den nächsten Karriereschritt im Kopf. Ex-Titelherausforderer Dan Hardy, seit 2012 wegen einer Herzerkrankung vorübergehend nicht mehr im Octagon zu sehen, lehnte die Herausforderung allerdings umstandslos ab. Damit könnte es für Gall jetzt mit dem Tagesgeschäft losgehen, nachdem seine bisherigen drei Kämpfe allesamt vor allem Promo-Bedeutung, aber wenig mit klassischem Hocharbeiten zu tun hatten.

Und gerade diese Situation ist interessant, weil sie zeigen wird, wie gut Gall wirklich ist und ob sein rasanter Aufstieg ihn in Sphären gepusht hat, für die er noch nicht bereit ist. Ideal geeignet für einen Benchmark-Test wäre jemand wie James Krause – ein solides, erfahrenes Leichtgewicht außerhalb der Top 15-20, das Galls kämpferisches Fundament auf eine umfangreiche Probe stellen kann. Nächster Gegner: James Krause

Urijah Faber

Das war es also: Nach 13 Jahren und 44 Kämpfen haben wir „The California Kid“ zum letzten Mal im Käfig gesehen. Mit einem rundum soliden Punktsieg gegen Brad Pickett verabschiedete sich Urijah Faber vor heimischem Publikum von den gemischten Kampfkünsten in den Ruhestand.

Im Laufe der drei Runden zeigte Faber dabei noch einmal das, was ihn zum Star gemacht und über Jahre (fast) an der Spitze gehalten hat: Kompetenz in sämtlichen Disziplinen, Aggressivität, ein Auge für Lücken und eine unermüdliche Arbeitermentalität. Faber mag es nie geschafft haben, einen Titel in der UFC zu gewinnen, dafür ist ihm gelungen, was selbst Champions selten schaffen: zur richtigen Zeit bei (vermutlich) bester Gesundheit und in gewohnt guter Form abzutreten.

Kommentare