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GNP1-Matchmaker: Mousasi mischt das Mittelgewicht auf

Entschlossen: Gegard Mousasi will seinen Titelkampf und ist auf dem besten Weg dorthin (Foto: Florian Sädler).

Auch ohne große Namen entpuppte sich UFC Belfast am Wochenende als spannende Show. Sieben von 13 Kämpfen endeten dabei vor dem letzten Rundengong, von Jack Marshmans Comeback-K.o. gegen Magnus Cedenblad über Abdul Razak Hassans 53-Sekunden-Zerstörung gegen Charlie Ward bis hin zum Aufgabe-Sieg von Schwergewichts-Boxer Justin Ledet gegen Mark Godbeer gab es in Nordirland jede Menge Action zu sehen.  

Wir werfen einen kurzen Blick auf die drei besten Leistungen des Abends:

Gegard Mousasi

Mit seinem Erstrunden-T.K.o. gegen Uriah Hall hat Gegard Mousasi den einzigen Fleck auf einer ansonsten seit 2014 reinen Weste ausgewaschen. Effektiv hat der Niederländer damit jeden seiner letzten sechs Gegner bezwungen, allein in den vergangenen sechs Monaten hat der „Dreamcatcher“ mit Hall, Thiago Santos und Vitor Belfort drei gefährliche Top-Mittelgewichte ausgeknockt.

In Kombination mit seiner neugefundenen Offenheit am Mikrofon hat diese Serie Mousasis Momentum drastisch nach oben schnellen lassen und ihn nah dran manövriert an den langersehnten Titelkampf – speziell angesichts der aktuell völlig chaotischen Lage an der Spitze der Gewichtsklasse.

Mit Yoel Romero als wahrscheinlich nächstem Herausforderer für Champion Michael Bisping blieben „Jacare“ Souza und Luke Rockhold als offensichtlichste Gegner übrig, sofern die beiden nicht Anfang 2017 gegeneinander antreten, nachdem Rockhold sich von seiner Knieverletzung erholt hat. Falls nicht, dann wäre Rockhold nach bereits zwei Kämpfen gegen Souza die spannendere Alternative für Mousasi. Nächster Gegner: Luke Rockhold

Kyoji Horiguchi

Keine zwei Jahre nach seiner vergeigten Titelchance gegen Demetrious Johnson ist Kyoji Horiguchi wieder auf dem besten Weg an die Spitze. Mit seinem einstimmigen Punktsieg gegen Ali Bagautinov hat der Japaner sich den dritten Sieg seit der Johnson-Niederlage im April 2015 geholt und dabei über drei Runden wieder einmal seine durchschlagende Mischung aus unorthodoxem, akkuratem Standkampf und solidem defensiven Ringen unter Beweis gestellt.

Als aktuelle Nummer vier der Fliegengewichtsrangliste bleiben nicht viele Namen übrig, die Horiguchi ganz nach oben katapultieren würden. Ein potentieller Gegner wäre die aktuelle Nummer drei - jemand, der lange als gefährlicher Herausforderer für Demetrious Johnson galt, in der UFC aber noch nicht die passende Siegesserie aufbauen konnte und seinerseits als Argument einen Sieg gegen einen bekannten Namen bräuchte. Nächster Gegner: Jussier Formiga

Kevin Lee

Für einen kurzen Moment sah es so aus, als wenn Kevin Lees große Klappe mächtig nach hinten losgehen würde. Der provokante Ringerspezialist, der vor seinem Leichtgewichtskampf gegen Magomed Mustafaev unter anderem die Frisur seines Gegners sowie Eddie Alvarez‘ „blamable“ Leistung gegen Conor McGregor aufs Korn genommen hatte, wurde in Belfast von Mustafaevs zerstörerischen Kicks beinahe zweigeteilt, überstand die harten Anfangsattacken aber.

Überhaupt wirft Lees Reaktion auf den Gegenwind ein gutes Licht auf ihn als Kämpfer: Der 24-Jährige passte sich an, streute an den richtigen Stellen Takedowns ein und zähmte den Löwen schlussendlich mit dem Rear Naked Choke. Mit drei Siegen nach seiner überraschenden Niederlage gegen Leo Santos vor einem Jahr ist Lee damit wieder voll auf Spur und hat Kurs auf die Top 10 – 15 gesetzt. Dort hat sich im Laufe der letzten Monate auch Francisco Trinaldo eingenistet – ein noch immer gefährlicher Veteran, der sieben Kämpfe in Folge gewonnen hat und Lee einen guten Härtetest liefern würde. Nächster Gegner: Francisco Trinaldo