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GNP1-Matchmaker: Moraes empfiehlt sich für den Titelkampf

Bald auch UFC-Weltmeister? Ex-WSOF-Champion Marlon Moraes (Foto: WSOF).

In Utica, New York zeigten am Wochenende die weniger großen Namen mal wieder, dass es für Action keine Superstars braucht. Der erste Kampf des Abends endete mit einem Slam Jarred Brooks, der diesen selbst ausknockte, kurz darauf gelang Debütant Nathan Wood nach eineinhalb harten Runden ein Comeback per Brabo Choke und auf dem Hauptprogramm überzeugte vor allem Marlon Moraes mit einem schnellen Knockout gegen den zuvor seit zwanzig Kämpfen ungeschlagenen Jimmie Rivera.

Wir werfen einen kurzen Blick auf die drei besten Leistungen des Abends:

Marlon Moraes

Wenn es einen weiteren Beweis brauchte, dass man im MMA-Sport niemanden zu schnell abschreiben sollte, dann hat Marlon Moares ihn die letzten Monate über erbracht. Nachdem der bis dahin ungeschlagene WSOF-Champion vergangenes Jahr sein UFC-Debüt gegen Raphael Assuncao verlor, hieß es schnell, der Brasilianer sei überbewertet und könne im Octagon nie großen Erfolg haben.

Seitdem hat „Magic“ Moraes drei Siege geholt, darunter zwei harte Knockouts, gegen Aljamain Sterling und nun gegen Jimmie Rivera. Seit neun Jahren und zwanzig Kämpfen war es niemandem mehr gelungen, Rivera zu besiegen, in der UFC sind Namen wie Thomas Almeida oder Urijah Faber an der Aufgabe gescheitert. Jemanden wie „El Terror“ in einer halben Minute auszuknocken, ist ein denkbar lautes Statement.

Mit seinem Sieg in Utica könnte Moraes sich im mittlerweile sehr starken Bantamgewicht nach ganz vorne katapultiert haben. Der vor ihm gelistete Assuncao wird so schnell keine Titelchance bekommen. Den nächsten Titelkampf hat Ex-Champion Cody Garbrandt sicher, der am 4. August bei UFC 227 die Chance bekommen wird, seinen Gürtel zurückzuholen.

Bis dahin sind es noch zwei Monate, und Moraes hat bereits angegeben, auf eine etwaige Titelchance warten zu wollen. Wenn alles glattgeht für „Magic“, dann könnte es gegen Ende des Jahres so weit sein. Nächster Gegner: TJ Dillashaw oder Cody Garbrandt

Gregor Gillespie

Herauszustechen schadet in der UFC nie, und Gregor Gillespie tut genau das. Seit 2016 Teil der UFC, hat der „beste Fischer im MMA-Sport“ sich online gut in Szene gesetzt und auch im Octagon regelmäßig Beute gemacht. Fünf Siege hat „The Gift“ in der UFC geholt, vier davon vorzeitig und zwei trotz grapplinglastigen Kampfstils durch Knockout.

Eben jener grapplinglastige Kampfstil ist nicht für jeden schön anzusehen, sein konstanter Erfolg aber dürfte Gillespie früher oder später zumindest in die Nähe der Spitze bringen. Was ihn bisher noch aus der Top 15 fernhält, ist das Fehlen bekannter Namen auf seinem Resümee.

Das zu ändern, wird in den nächsten Monaten die Aufgabe der UFC-Matchmaker sein. In der unteren Top 15 ist aktuell jeder Kämpfer bereits eingeplant, ein Sieg gegen jemanden wie James Krause, der erfahren und etabliert ist, könnte Gillespie aber in diese Regionen verfrachten. Nächster Gegner: James Krause

David Teymur

David Teymur hat einen recht langen Weg nach oben. Spätestens, nachdem der junge Schwede vergangenes Jahr wegen Khabib Nurmagomedovs Verletzung in den Co-Hauptkampf von UFC 209 aufrückte und Lando Vannata in einer Drei-Runden-Schlacht besiegt hatte, hätte sein Stern mit weitaus höherer Geschwindigkeit steigen sollen.

Seit jenem Abend im März 2017 ist Teymur allerdings in Vorkämpfen versteckt worden, wo er sehr solide Gegner bezwang. Im Dezember schlug er Drakkar Klose, jetzt Nik Lentz. Letzterer Kampf kam jedoch nur zustande, weil sich ein UFC-Debütant verletzte, gegen den Teymur in Liverpool hätte kämpfen sollen.
  
Spätestens nach diesem Sieg über den zähen Veteranen Lentz ist es an der Zeit, Teymur ein wenig größere Chancen zu gewähren. Der 29-Jährige hat eine starke Erfolgsserie vorzuweisen und kämpft spektakulär. Wenn die UFC das nächste Mal nach Europa kommt, ist mindestens ein Platz auf dem Hauptprogramm fällig, am Besten gegen jemanden, der einen ähnlich ausgeprägten Hang für spaßige Standschlachten hat wie Teymur. Nächster Gegner: Joseph Duffy