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GNP1-Matchmaker: Ist Max Holloway schon das beste Federgewicht aller Zeiten?

Wenn die UFC nach Toronto kommt, endet das oft mit denkwürdigen Momenten. So verteidigte allein Jon Jones dort drei Mal seinen Titel, unter anderem fand der grandiose erste Kampf gegen Alexander Gustafsson in Toronto statt. Auch Max Holloway lieferte dort mit seinem Sieg gegen Anthony Pettis bereits Spektakuläres ab und legte an diesem Wochenende mit seiner zweiten Titelverteidigung gegen Brian Ortega noch einen drauf – hat er also wie Jones in Toronto den Grundstein einer Legendenkarriere gelegt?

Wir werfen einen kurzen Blick auf die drei besten Leistungen des Abends:

Max Holloway

 

Es ist schwer zu glauben, aber Max Holloway ist seit seiner Punktniederlage gegen Conor McGregor unbesiegt. Das ist jetzt fünf Jahre und 13 Siege her, und mit seinem dominanten technischen K.o. gegen Brian Ortega wagt Holloway sich nun langsam in Sphären vor, die wenige andere vor ihm erreicht haben. Andere wie Jon Jones.

Zwar ist es noch etwas früh, ihn zum besten Federgewicht aller Zeiten zu erklären, wie das manche Kommentatoren nach UFC 231 getan haben. Denn, wie Holloway selbst sagte: Da gibt es noch einen gewissen Jose Aldo, den Holloway zwar zwei Mal besiegt hat, der zuvor aber zehn Jahre ungeschlagen war und den Titel jahrelang hielt.

Mit 27 Jahren ist Holloway aber sicherlich auf bestem Weg in solche Höhen, sofern er nicht Dana Whites Vorschlag folgt und hoch ins Leichtgewicht wechselt, wo er seinen Status wieder ganz neu zementieren müsste. Im Federgewicht jedenfalls gibt es aktuell wenige klare Herausforderer. Am ehesten böte sich Renao Moicano an, der fünf seiner sechs UFC-Kämpfe gewonnen hat, unter anderem gegen Jeremy Stephens und Cub Swanwon, und dabei zuletzt bestechend gut aussah.

Für die meisten anderen käme ein Titelkampf entweder zu spät oder zu früh. Weder Veteranen wie Chad Mendes und Frankie Edgar stechen gerade heraus, noch aufstrebende Talente wie Mirsad Bektic oder Yair Rodriguez. Gerade ist eine gute Zeit, Max Holloway zu sein. Nächster Gegner: Renato Moicano

Valentina Shevchenko

Mit ihrem einstimmigen Punktsieg am Wochenende erhöhte Valentina Shevchenko ihre Führung über Joanna Jedrzejczyk auf 4:0. Nach drei Siegen im Thaiboxring schlug die Kirgisin die Polin nun auch im Octagon und holte sich dabei gleich noch den zuletzt vakanten Gürtel im Fliegengewicht der Damen.

Damit hält nun die Kämpferin den Titel, die ihn nach Meinung vieler Fans ohnehin von Anfang an verdient hätte. Die unrühmliche Episode mit Weltmeisterin Nicco Montano, der ihr Titel nach einem abgesagten Kampf gegen Shevchenko im September abgenommen wurde, dürfte damit in Vergessenheit geraten.

Eine klare Bedrohung für die neue Titelträgerin lässt sich bisher nicht ausmachen, mit Jedrzejczyk entledigte sie sich einer der größten Herausforderungen gleich zu Beginn. Schon eine Gewichtsklasse höher war Shevchenko eine Macht, im Fliegengewicht könnte ihr ein dominanter Lauf bevorstehen.

Die eigentlich offensichtlichsten Möglichkeiten für ihre erste Titelverteidigung allerdings dürften wegfallen. Montano wird so schnell nicht mehr um den Titel kämpfen und Sijara Eubanks, die ursprünglich statt Jedrzejczyk gegen Shevchenko antreten sollte, verpasste in ihrem letzten Kampf das Gewichtslimit.

Nicht unwahrscheinlich, dass die UFC stattdessen den nächstbesten großen Namen nimmt. Als solcher gilt Jessica Eye, und mit ihrem Sieg am Samstag gegen die bisher auf Rang drei gelistete Katlyn Chookagian dürfte „Evil“ sich in die aussichtsreichste Position manövriert haben. Nächste Gegnerin: Jessica Eye

Thiago Santos

Wird Thiago Santos der nächste Kämpfer, der eine Gewichtsklasse nach oben wechselt und plötzlich durchstartet? Robert Whittaker wurde so vom Durchschnitts-Weltergewicht zum Mittelgewichts-Champion und Anthony Smith – nach einer Niederlage gegen Santos – vom einst rausgeworfenen Mittelgewicht zum potentiellen Titelherausforderer im Halbschwergewicht. Der Witz bei Santos: Er war schon vor dem Wechsel ein Top-Kämpfer und ist eigentlich nur aus rein opportunistischen Gründen nach oben gewechselt.

Im Sommer sollte Santos als kurzfristiger Ersatz gegen Manuwa kämpfen – der Brite verletzte sich aber, Santos schlug stattdessen Eryk Anders. Um das Duell gegen Manuwa bei UFC 231 nachzuholen, blieb Santos kurzerhand im Halbschwergewicht und knockte den Top-Gegner nun prompt aus. Damit dürfte Santos sich nach nur zwei Kämpfen in der Gewichtsklasse direkt in die Top Ten katapultiert haben.

Ob er im Halbschwergewicht bleibt, weiß höchstens er selbst, der Wechsel scheint ihm bisher aber nicht geschadet zu haben. Und interessante Ansetzungen gibt es für ihn dort obendrein auch, beispielsweise Dominick Reyes, der im Stand ebenfalls ordentlich zulangen kann und ein Kaliber wie Santos braucht, um sich weiter vorzuarbeiten. Nächster Gegner: Dominick Reyes