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GNP1-Matchmaker: Ist Kelvin Gastelum bereit für einen Titelkampf?

Gut aufgelegt: Kelvin Gastelum ist mit Vollgas in Richtung Titel unterwegs (Foto: Tobias Bunnenberg).

Trotz weniger großer Namen überzeugte das UFC-Debüt Chinas mit reichlich Action und spektakulären Knockouts. Von bekannten Gesichtern bis zu neuen Talenten reichte die Sparte derer, die in Shanghai beeindrucken konnten, und mancher von ihnen hat sich am Wochenende mit einem imposanten Statement gar in die Nähe eines Titelkampfes katapultiert.

Wir werfen einen kurzen Blick auf die drei besten Leistungen des Abends:

Kelvin Gastelum

Einen besseren Zeitpunkt für einen Kampf gegen Michael Bisping hätte Kelvin Gastelum wohl kaum zufallen können. Drei Wochen vor UFC Shanghai war Bisping noch Weltmeister im Mittelgewicht, bevor er in einem viel beachteten Kampf von Georges St. Pierre niedergeschlagen und bewusstlos gewürgt wurde und den Titel verlor. Nachdem Anderson Silva wegen eines positiven Dopingtests nicht gegen Gastelum kämpfen konnte, sprang der frustrierte Bisping ein.

Somit hatte Gastelum am Wochenende in Shanghai einen "Count" vor sich, der eine Menge Aufmerksamkeit, einen an der Substanz kratzenden Kampf und eine nach eigener Aussage ausufernde Kneipentour hinter sich hatte. Das soll Gastelums Leistung nicht schmälern – ob die Umstände etwas am Ergebnis geändert haben, kann niemand sagen. Pickt Gastelum sich aber die Rosinen aus diesem Narrativ heraus, dann kann er nun sagen, dass er den alten Weltmeister schneller geschlagen hat als der neue.

Der 26-Jährige will noch immer zurück ins Weltergewicht, nach diesem Sieg gegen Michael Bisping aber hält Gastelum alle Karten in der Hand, um im Mittelgewicht einen Vorstoß bis ganz an die Spitze zu starten. Ähnliches hat Derek Brunson vor, der erst vor wenigen Wochen mit Lyoto Machida einen anderen alternden Ex-Weltmeister ausknocken konnte. Für einen Titelkampf reicht es für beide noch nicht, ein weiterer hochkarätiger Sieg aber könnte das ändern. Nächster Gegner: Derek Brunson

Alex Garcia

Manchmal ist man der Hammer, manchmal der Nagel. Manchmal wird man ganz bewusst von jemand anderem in eine dieser Positionen gesteckt und manchmal passiert just das Gegenteil von dem, was dieser jemand erwartet hätte. So ging es Alex Garcia, der Kickbox- und Kung Fu-Guru Muslim Salikhov wohl einen imposanten Debüt-Sieg in der UFC bescheren sollte.

Falls das der Plan der UFC gewesen sein sollte, ging der ordentlich nach hinten los. Garcia verschwendete wenig Zeit auf den Beinen und nahm Salikhov auf die Matte, wo in der zweiten Runde den Sack per Rear Naked Choke zumachte. Garcia hat Probleme gezeigt, kontinuierlich erfolgreich zu sein, aber dieser Sieg sowie der vorherige K.o. gegen Mike Pyle letzten Dezember zählen zu seinen besten Leistungen.

Der Wahl-Kanadier forderte nach dem Kampf einen Platz bei UFC Winnipeg am 16. Dezember. Dieses Event ist jedoch voll, daher wird „Der dominikanische Alptraum“ sich wohl noch bis nächstes Jahr gedulden müssen. Li Jingliang, der in Shanghai einen Pflichtsieg gegen Bobby Nash holte, wäre ein passender Gegner, um zwischen den beiden herauszustellen, wer es im Weltergewicht kommendes Jahr in die Rangliste schaffen könnte. Nächster Gegner: Li Jingliang

Zabit Magomedsharipov

Vor UFC Shanghai hatte Zabit Magomedsharipovs Trainer Mark Henry zu Protokoll gegeben, er glaube, dass sein Schützling Conor McGregor schlagen könnte. Ein großes Statement, aber wenn es für „ZaBeast“ in der UFC so weitergeht wie bisher, dann könnte er sich in nicht allzu ferner Zukunft tatsächlich mit den ganz großen Jungs im Octagon wiederfinden.

In seinem Aufgabe-Sieg gegen WSOF-Veteran Shaymon Moraes zeigte Magomedsharipov wie bereits bei seinem UFC-Debüt im September, warum er das Jahr als eines der am höchsten gehypten neuen Talente der Liga beenden wird. Der unorthodox spektakuläre Kampfstil funktioniert für den Dagestaner, weil er selbst seine riskantesten Techniken in der vollen Überzeugung bringt, dass sie einschlagen werden. Magomedsharipov hat einen Druck und einen Fluss in seinen Aktionen, die den Unterschied machen zwischen gut aussehen und gut treffen.

Zwar muss er aufpassen, dass es ihm nicht wie Anthony Pettis geht, dessen ähnlich spektakulärer Stil seinerzeit allmählich von seiner Gewichtsklasse durchschaut wurde. Bisher zumindest hat Magomedsharipov aber auch die Basis-Kenntnisse gezeigt, die das solide Fundament für seine Highlight-Momente bilden. Nach zwei beeindruckenden Auftritten sollte „ZaBeast“ einen erfahrenen UFC-Kämpfer vor die Fäuste bekommen, der ihn im Falle eines Sieges in die relevanten Regionen der Federgewichtsklasse katapultieren würde. Nächster Gegner: Andre Fili