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GNP1-Matchmaker: Ist Henry Cejudo jetzt der beste Kämpfer der Welt?

Die neue Nummer eins im Fliegengewicht: Olympia-Ringer Henry Cejudo (Foto: UFC).

Zwei Rückkämpfe in leichten Gewichtsklassen waren am Wochenende das Sahnestück von UFC 227. An der Kasse dürfte die Show aus Los Angeles damit nicht einschlagen, in den Geschichtsbüchern hat sie das aber längst getan. Denn Henry Cejudo wurde im Staples Center nach sechs Jahren Unantastbarkeit des Champions der erst zweite UFC-Weltmeister im Fliegengewicht. Eine Gewichtsklasse höher verteidigte TJ Dillashaw seinen Gürtel – Zeit für einen Super-Kampf zwischen den beiden Champions?

Wir werfen einen kurzen Blick auf die drei besten Leistungen des Abends:

Damit behält Dillashaw den Bantamgewichtsgürtel, den er vor neun Monaten in New York City Garbrandt abgenommen hatte. Dieses Mal, ohne vorher beinahe selbst auf die Bretter gegangen zu sein. Das Kapitel seiner Karriere, das sich um den ehemaligen Freund und Trainingspartner drehte, der zum erbitterten Rivalen wurde, dürfte damit abgeschlossen sein.

Interesse an einem Super-Kampf gegen Henry Cejudo, der Minuten zuvor die MMA-Welt geschockt und Über-Champion Demetrious Johnson geschlagen hatte, hat Dillashaw nach eigener Aussage aber nicht. Für ihn gäbe es viele Möglichkeiten, von denen jedoch keine heraussticht.

Mit Dominick Cruz hat er noch eine Rechnung offen, sein einstiger Nachfolger aber hat seit seinem Titelverlust gegen Cody Garbrandt nicht mehr gekämpft. Der direkt hinter ihm gelistete Raphael Assuncao steht 1-1 gegen Dillashaw, scheint der UFC aber zu langweilig für eine Titelchance zu sein. Ähnlich defizitär geht es die Top Ten entlang weiter, mit einer Ausnahme: Marlon Moraes. Der Ex-WSOF-Champion, aktuell auf Rang vier gelistet, kann drei Siege in Folge vorweisen und hat zuletzt mit Aljamain Sterling und Jimmie Rivera starke Gegner vorzeitig besiegt. Nächster Gegner: Marlon Moraes

Henry Cejudo

Olympia-Sieger und UFC-Champion. Henry Cejudo ist seit diesem Wochenende einer der verdientesten Kampfsportler der Welt. Leicht war der Weg dahin nicht – vor zweieinhalb Jahren war Cejudo sang- und klanglos in der ersten Runde gegen Demetrious Johnson untergegangen, hatte danach noch knapp gegen Joseph Benavidez verloren. Mit überzeugenden Siegen kämpfte er sich zurück, und nach fünf harten, knappen und unterhaltsamen Runden in Los Angeles krönten ihn zwei der drei Punktrichter am Samstag zum zweiten Fliegengewichts-Champion der UFC-Geschichte.

Das bringt frischen Wind in die Gewichtsklasse, die lange unter der einschläfernden Dominanz Johnsons gelitten hatte. Cejudo hat zwar seinerseits bereits gegen ein Who’s Who des Fliegengewichts gekämpft, seine Schneise war dabei aber weit weniger verwüstend als die Johnsons. Sich lange oben zu halten, dürfte für Cejudo schwieriger werden als es für Johnson war.

Die Frage ist zudem, ob es überhaupt dazu kommt, denn wenn ein gestrauchelter Ex-Weltmeister einen direkten Rückkampf verdient, dann der Mann, der seit 2012 den Gürtel ein ums andere Mal verteidigt hat, zumal Johnson seinen dominanten Sieg im ersten Kampf gegen Cejudo in die Waagschale werfen kann. Es ist nicht undenkbar, dass der Weltmeister im UFC-Fliegengewicht am Ende des Jahres genauso heißt wie am Anfang. Nächster Gegner: Demetrious Johnson

Renato Moicano

Obwohl Renato Moicano in der UFC bereits eine ganze Reihe spektakulärer Siege geholt und Namen wie Jeremy Stephens besiegt hat, war er bis vor Kurzem ein Namenloser. Das dürfte sich am Wochenende geändert haben, nachdem der Brasilianer bei UFC 227 den Veteranen und Fan-Favoriten Cub Swanson erst niederschlagen und dann per Rear Naked Choke in Runde eins zum Abklopfen zwingen konnte.

Der fünfte Sieg in sechs UFC-Kämpfen hat dem 29-Jährigen in der Rangliste einen saftigen Sprung um sechs Plätze nach vorne beschert, er ist im Federgewicht jetzt die Nummer vier. Dort oben wird die Luft dünn, was die Zahl potentieller Gegner angeht. Eine interessante Ansetzung wäre die gegen Chad Mendes.

Der ehemalige Titelherausforderer, aktuell einen Platz hinter Moicano gelistet, braucht nach zwei Niederlagen in Folge und Doping-Sperre noch einen weiteren soliden Sieg, um sich wieder an der Spitze der Gewichtsklasse zu etablieren. Nach seinem technischen Knockout im Comeback-Kampf gegen Myles Jury wäre ein Erfolg gegen einen aufstrebenden Ranglisten-Newcomer wie Moicano ein lautes Statement, für den Brasilianer dagegen ein Sieg gegen den mehrfachen Titelherausforderer das Sprungbrett nach ganz oben. Nächster Gegner: Chad Mendes