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GNP1-Matchmaker: Ist das Fliegengewicht noch zu retten?

Es war kurz knapp, aber Demetrious Johnson hat seinen UFC-Fliegengewichtsgürtel am Wochenende zum neuten Mal verteidigt (Foto: Florian Sädler).

Nicht für die üblichen Blockbuster-Events, sondern für ein „The Ultimate Fighter“-Finale im kleinen Kreis des Pearl at the Palms-Theaters hat die UFC am Wochenende in ihrer Heimatstadt Las Vegas die Käfigtüren geöffnet. Trotz weniger großer Namen gab es dabei in Sin City einige actionreiche Duelle zu sehen, bevor es im Hauptkampf für einige Sekunden so aussah, als würde kurz vor Weihnachten noch die größte Überraschung des Jahres Realität werden.

Wir werfen einen kurzen Blick auf die drei besten Leistungen des Abends:

Demetrious Johnson

Dass in diesem Sport alles passieren kann, weiß man ja mittlerweile zur Genüge. Man rechnet dann aber doch nie wirklich damit, und auch am Wochenende hat am Ende doch wieder der Favorit die Oberhand behalten. Dabei mag Tim Elliott über weite Teile seiner im „The Ultimate Fighter“-Haus erkämpften Titelchance dominiert worden sein, trotzdem hat er das Puzzle namens Demetrious Johnson in Form einer sehr erfolgreichen ersten Runde zumindest ein Stück weit zusammengesetzt.

Ob das gute oder schlechte Neuigkeiten sind für die Herausforderer nach ihm, ist Ansichtssache. Denn einerseits hat Elliott gezeigt, dass ein größerer, schwererer, wilderer und unorthodoxerer Kämpfer als der Champion selbst diesem durchaus Probleme bereiten kann. Andererseits hat Johnson umgehend mit der Antwort auf die Frage zurückgeschlagen, warum er Champion ist: Nach der harten ersten Runde samt Niederschlag und Submission-Versuchen machte „Mighty Mouse“ umgehend die Lücken in Elliotts Stil ausfindig und nutzte sie anschließend solange aus, bis er gewonnen hatte.

Wie geht es weiter für Johnson, der nur noch einen Sieg von Anderson Silvas Titelverteidigungs-Rekord von zehn Siegen am Stück entfernt ist? Angesichts seines frühen Erfolges, den so niemand vor ihm hatte, wäre eventuell sogar ein direkter Rückkampf gegen Elliott die interessanteste Alternative. Allerdings eher aus Mangel an wirklich interessanten Alternativen.

Joseph Benavidez jedenfalls hat sich trotz sechstem Sieg in Folge mit seinem hauchdünnen geteilten Punktentscheid gegen Henry Cejudo nicht unbedingt für eine dritte Chance gegen den Champion empfohlen, der ihn bereits zweimal geschlagen hat. Kyoji Horiguchi hat Potential, man sollte ihn aber nicht ein zweites Mal zu früh verfeuern. Wilson Reis war nie eine wirklich überzeugende Alternative und Jussier Formiga hat erst vor einem Jahr gegen Henry Cejudo verloren, der nach seiner Niederlage gegen Benavidez ebenfalls außen vor steht.

Somit könnte es am Ende doch wieder auf Benavidez hinauslaufen. Das Problem dabei ist nicht, dass der ein schlechter Kämpfer ist oder seine Chance nicht verdient hätte – wirklich interessant ist der Trilogie-Abschluss aber ebenso wenig. Für Johnson läuft es blendend, für seine Gewichtsklasse nicht wirklich. Nächster Gegner: Joseph Benavidez

Brandon Moreno

TUF ist ein taffes Format. Wer es gewinnt, dem stehen fürs Erste alle Türen offen, der Rest des Teilnehmerfeldes verschwindet nach den Dreharbeiten meist wieder dorthin, wo es herkam. Nicht so Brendan Moreno. Der 22-Jährige verlor gleich seinen ersten Kampf im TUF-Haus und flog aus dem Turnier. Nur, um wenige Monate später als kurzfristiger Ersatzkämpfer gegen Top-Fliegengewicht Louis Smolka einzuspringen. Ein Guillotine Choke katapultierte den Debütanten gleich in der ersten Runde seiner UFC-Karriere ins Blickfeld der MMA-Welt – der Sieg gegen Smolka hat Moreno allein deshalb zum Mini-Star gemacht, weil es eine so klassische Rocky-Story war.

Am Wochenende hat Moreno gezeigt, dass er nicht nur dank der kurzen Unachtsamkeit eines Favoriten im Fokus steht. Zwar holte er gegen Ryan Benoit nur einen geteilten Punktsieg heraus, innerhalb von zwei Monaten und weniger als vier Runden aber hat Moreno jede Menge Potential gezeigt, das die dünn besetzte Gewichtsklasse dringend gebrauchen kann, sobald es voll entwickelt ist.

Kompetenz im Käfig und eine sämtlichen Widrigkeiten mit einem breiten Lächeln trotzende, wiedererkennbare Persönlichkeit machen den Mexikaner inner- wie außerhalb des Käfigs zum potentiellen Star. Gerade deshalb sollte man ihn nicht zu schnell ganz nach vorne pressen. Nächster Gegner: John Moraga

Rob Font

Mit Knockouts sichert man sich früher oder später immer die Gunst von Fans und Promotern. Rob Font hat bisher viermal in der UFC gekämpft und dreimal gewonnen, jeweils durch: Knockout. Zwar ist der 29-Jährige vom einzigen Top-Gegner, den er bisher im Octagon vor den Fäusten hatte, direkt besiegt worden – eine Punktniederlage gegen John Lineker aber sollte verzeihbar sein.

Mit seiner Power jedenfalls könnte Font vielen Gegnern im Bantamgewicht gefährlich werden und schnell für Furore sorgen. Ein Kampf gegen jemanden wie Pedro Munhoz, der in der UFC bisher ebenfalls lediglich an den großen Namen gescheitert ist, könnte Klarheit bringen, wer von beiden sich in Zukunft vielleicht doch noch auf dieses Level hocharbeiten kann. Nächster Gegner: Pedro Munhoz

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