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GNP1-Matchmaker: Fabricio Werdum zurück in Titelnähe?

Steht 3-1 seit seinem Titelverlust: Fabricio Werdum will den Titel zurück (Foto: Florian Sädler).

Der letzte Besuch der UFC in Sydney vor dem Event am vergangenen Wochenende blieb als eine der denkwürdigsten Shows der jüngeren Geschichte in Erinnerung: Jeder Kampf endete bei der Fight Night im November 2014 vorzeitig. UFC Sydney 2017 dagegen glänzte mit Überstunden für die Punktrichter, nur drei Duelle boten ein Finish. Trotzdem konnten einige Kämpfer Down Under überzeugen.  

Wir werfen einen kurzen Blick auf die drei besten Leistungen des Abends:

Fabricio Werdum

Einige merkwürdige Wochen endeten am Samstag in Australien für Fabricio Werdum mit einem wichtigen Schritt zurück in Richtung Titel. Seit Anfang Oktober ist „Vai Cavalo“ zunächst in einen beinahe handfesten Streit mit Tony Ferguson geraten und hat dann Walt Harris als Ersatzkämpfer besiegt, der nur Stunden vor dem Kampf eingesprungen war, bevor er es mit einem Bumerang-Wurf an Colby Covingtons Schulter ins australische Fernsehen und Polizeiakte schaffte.

Mit seinem einstimmigen Punktsieg gegen Marcin Tybura lenkte Werdum die Aufmerksamkeit zumindest temporär wieder auf seine eigentliche Profession (bis ihm im Dezember wegen der Attacke gegen Covington ein Gerichtstermin in Australien bevorsteht). Mit dem Erfolg am Wochenende startete Werdum im Anschluss an den Sieg gegen Harris eine Siegesserie und dürfte ab sofort wieder die großen Namen vor die Fäuste bekommen.

Ob Werdum als nächstes um den Titel kämpfen wird, ist trotzdem fraglich. Als wahrscheinlichster Kandidat gilt noch immer der Sieger des Duells zwischen Alistair Overeem und Francis Ngannou am 2. Dezember bei UFC 218. Ngannou ist ein unverbrauchtes Gesicht, Overeem besiegte Werdum erst im Juli. 

Geht man davon aus, dass sich niemand verletzt oder ähnliches, dann wird Werdum also noch mindestens einen weiteren Sieg holen müssen, um eine Chance auf seinen alten Gürtel zu bekommen. Interessant und mit einer persönlichen Fehde besetzt wäre ein Rückkampf mit Mark Hunt – sofern die UFC einem Kämpfer, der gegen die Liga klagt, eine Chance wie diese gibt. Nächster Gegner: Mark Hunt

Ryan Benoit

Inmitten eines Meeres aus Punktentscheidungen wäre so gut wie jedes Finish hervorgestochen, gerade die beiden Knockouts aus Sydney hätten aber auch in insgesamt actionreicheren Nächten für Furore gesorgt.

Einer der beiden K.o.-Sieger des Abends (vor Ort in Sydney des Morgens) ist Ryan Benoit, der Ashkan Mokhtarian zwei Runden lang durch das Octagon nachjagte, bevor er ihn im dritten Durchgang mit einem Headkick erwischte, der den Australier auf die Bretter gehen ließ.

Der Erfolg ist wichtig für Benoit, für den sich bisher in der UFC Sieg und Niederlage stets abgewechselt haben. Nach einer knappen Niederlage gegen Brandon Moreno letzten Dezember ist „Baby Face“ mit einem Knall zurück und in bester Position, um nächstes Jahr auf dieses Momentum aufbauen zu können.

Mit einem weiteren Sieg dürfte Benoit in die Top 15 einziehen können, deren unteres Spektrum aktuell von Kämpfern mit weniger beeindruckenden Bilanzen gesäumt ist, während diejenigen Gegner Benoits, die ihn geschlagen haben, nun teils in der Top Ten zu finden sind - Sergio Pettis, den Benoit 2015 ausknockte, steht sogar kurz vor einem Titelkampf.

Ein Duell zwischen Benoit und dem vielversprechenden Magomed Bibulatov, der im Oktober überraschend von John Moraga ausgeknockt wurde, könnte zeigen, welches Fliegengewicht in die Rangliste gehört. Nächster Gegner: Magomed Bibulatov

Tai Tuivasa

Den zweiten K.o. holte am Wochenende Tai Tuivasa. Besser kann ein Debüt kaum laufen. Schon im Vorfeld von UFC Sydney eilte Tuivasa ein Ruf als Action-Garant voraus, immerhin hatte er seine fünf Profi-Kämpfe allesamt in der ersten Runde beendet. Sein erster UFC-Kampf reihte sich in diese Statistik ein – mit einem eingesprungenen Kniestoß schickte Tuivasa vor heimischem Publikum Rashad Coulter auf die Bretter.

Anschließend setzte er mit einem passionierten Interview noch einen drauf, bevor in Form eines mit 50.000 Dollar dotierten „Performance of the Night“-Bonus das Sahnehäubchen folgte. Wenn es in diesem Stil weitergeht für „Bam Bam“, dann dürfte ihm in der dünn besetzten Schwergewichtsklasse ein steiler Aufstieg bevorstehen.

Zunächst wäre jemand wie Tim Johnson ein guter nächster Gegner, der ihn mit Zähigkeit und Erfahrung vor eine angemessen größere Herausforderung stellen dürfte als sein Debüt. Nächster Gegner: Tim Johnson