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GNP1-Matchmaker: Europäischer Glanzabend

Überzeugte auf ganzer Linie: Peter Sobotta (Foto: Elias Stefanescu).

Der zweite diesjährige Trip der UFC auf den alten Kontinent entwickelte sich am Sonntag in Stockholm zum Triumph für Europa: Oben auf dem Programm reihten Alexander Gustafsson, Volkan Oezdemir und Peter Sobotta einen Knockout an den anderen. Besonders an der Spitze der Halbschwergewichtsklasse tat sich dabei einiges, was in den nächsten Monaten noch für Gesprächsstoff sorgen dürfte.

Wir werfen einen kurzen Blick auf die drei besten Leistungen des Abends:

Alexander Gustafsson

Der Abend des 28. Mai 2017 wird Alexander Gustafsson wohl noch lange in bester Erinnerung bleiben: Zuerst schlug der „Mauler“ vor heimischem Publikum Glover Teixeira K.o., dann nahm seine Freundin noch im Octagon seinen Heiratsantrag an.

Sowohl im Privat- als auch im Kämpferleben sieht es für den Schweden somit (wieder) glorreich gut aus. Nach einigen harten Jahren, in denen Gustafsson Niederlagen gegen die Elite des Halbschwergewichts sowie den Tod seines Vaters verkraften musste, könnte er 2017 mit etwas Glück mit einer neugegründeten Familie und einem Titelgürtel abschließen.

Das UFC-Halbschwergewicht bestand an der Spitze über Jahre hinweg effektiv aus drei Namen, die allen anderen voraus waren: Jon Jones, Daniel Cormier und Anthony Johnson. Gegen alle drei hat Gustafsson verloren, nachdem Johnson nun allerdings die Handschuhe an den Nagel gehängt hat und der „Mauler“ mit einem imposanten Sieg zurück im Gespräch ist, ist eine zweite Chance auf Mitgliedschaft im Top-Triumvirat der logische nächste Schritt.

Zwar scheint auch sein Trainingspartner Jimi Manuwa kurz vor einer Chance aufs Gold zu stehen, im Zweifel dürfte Gustafsson allerdings den Titelkampf bekommen – vor allem, falls im Juli bei UFC 214 Daniel Cormier seinen Titel an Jon Jones verlieren sollte, mit dem Gustafsson auch fast vier Jahre später ihr spektakulärer erster Kampf verbindet. Nächster Gegner: Daniel Cormier oder Jon Jones

Volkan Oezdemir

Zwei Kämpfe nach der kurzfristigen Unterzeichnung seines UFC-Vertrags steht Volkan Oezdemir in der Top 5 des UFC-Halbschwergewichts. Zwar hat Oezdemir mit Ovince Saint Preux und nun Misha Cirkunov zwei Top-Kämpfer nacheinander besiegt und damit seine Position in der Rangliste gerechtfertigt, trotzdem ist er noch nicht ganz angekommen im Bewusstsein der MMA-Welt. Um wirklich als Titel-Material zu gelten, wird der Schweizer sich selbst mit glücklichem Timing noch mindestens einmal beweisen müssen.

In der gleichen Position, zwar überzeugt, sich aber auf dem allerhöchsten Level noch nicht ganz bewiesen zu haben, befindet sich Jimi Manuwa. Der Brite hat zuletzt jeden Gegner ausgeknockt, der nicht in unmittelbarer Titelnähe stand, aber auch gegen diejenigen Kämpfer verloren, die sich dort bereits bewiesen hatten.

Ein Titelkampf für Manuwa ist deswegen zwar nicht per se außer Reichweite, allerdings dürfte Alexander Gustafsson die nächste Chance bekommen, was für Manuwa nur „Shogun“ Rua oder Oezdemir als Gegner lässt. Zwar ist es nicht die perfekte Ansetzung, anbieten würde sich aber Oezdemir, der sich mit einem Sieg selbst in Reichweite eines Titelkampfes bringen könnte, während Manuwa mit einem Erfolg seine Ansprüche manifestieren würde. Nächster Gegner: Jimi Manuwa

Peter Sobotta

Mit dem alten, jungen Peter Sobotta, der 2009 in Köln zum ersten Mal das Octagon betrat, hat der Kämpfer, der am Sonntag in Stockholm Ben Saunders ausknockte, rein gar nichts mehr zu tun. Wurde er vor nicht allzu langer Zeit noch für zu wenig Power, zu steife Technik und ganz allgemein zu wenig Kompetenz im Stand kritisiert, legte die neue Version des Balingers am Wochenende gerade dort eine hirnerschütternde Glanzleistung hin.

Nach dem Knockout gegen Ben Saunders in Runde zwei forderte Sobotta Demian Maia und Gunnar Nelson heraus – obwohl es wohl kaum derart schnell die Rangliste emporgehen wird, ist es durchaus möglich für den gelernten Grappler, in näherer Zukunft die Grenze zur Top 15 zu knacken.

Das hat kürzlich erst Leon Edwards geschafft. Der britische Thaiboxer sah in seinen letzten beiden Kämpfen ebenfalls bärenstark aus und würde Sobotta mit dynamischen Kicks und kraftvollem Boxen vor eine interessante stilistische Herausforderung stellen, bevor einer der beiden gegen die wirklich bekannten Namen ran darf. Nächster Gegner: Leon Edwards