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GNP1-Matchmaker: Ein neues Gesicht im Rennen um das Gold im Federgewicht

Durchbruchsieg: Brian Ortega (r.) holte sich gegen Cub Swanson den wichtigsten Sieg seiner Karriere (Foto: UFC).

Einmal mehr präsentierte die UFC am Wochenende ein Generationen-Duell, und dieses Mal hat der Junge Wilde sich gegen den Alten Hasen durchgesetzt: Mit Brian Ortega ist ein neues Gesicht im Federgewichts-Titelgeschehen eingetroffen. Zusätzlich qualifizierte Marlon Moraes sich mit einem Hammer-Knockout für den „K.o. des Jahres“, nachdem Alex Perez seinen zweiten Anaconda Choke in Folge geholt hatte.

Wir werfen einen kurzen Blick auf die drei besten Leistungen des Abends:

Brian Ortega

Spezialisten sind rar gesät im modernen MMA-Sport. Tauchen sie doch mal auf, dann wird es aber häufig spektakulär – vor allem dann, wenn sie nicht nur beängstigend gut in ihrem Fachgebiet sind, sondern auch noch ein Faible für harte Schlachten mitbringen sowie das dazugehörige Kämpferherz. Gestatten: Brian Ortega.

Ein dominantes Wunderkind im Stile eines Georges St. Pierre ist der Kalifornier nicht – tatsächlich baut Ortega in seinen Kämpfen immer wieder Rückstände auf den Punktrichterzetteln auf. Am Ende aber entscheidet er den Kampf dann regelmäßig durch ein spektakuläres Finish für sich, so geschehen auch am Samstag bei UFC Fresno, wo ein gut aufgelegter Cub Swanson im Rear Naked Choke des BJJ-Schwarzgurtes abklopfen musste.

Mit dem Würger, in dem Swanson nach eigener Aussage kurz glaubte, sterben zu müssen, hält Ortega seine weiße Weste weiter rein. 14 Mal ist „T-City“ als Profi in den Käfig gestiegen, 13 Mal hat er gewonnen, das andere Mal wurde ihm der Sieg wegen eines positiven Dopingtests nachträglich aberkannt. Davon hört man kaum noch etwas, denn Ortega hat die Erinnerung mit spektakulären Siegen wie dem gegen Swanson oder Knockouts gegen Clay Guida und Thiago Tavares überschrieben.

Direkt zum Titel wird ihn sein aktueller Sieg nicht führen – eine Situation, in der sich auch der Sieger des Kampfes zwischen Ricardo Lamas und Josh Emmett befinden wird, die an diesem Wochenende bei UFC Winnipeg aufeinandertreffen werden. Der Sieger eines Kampfes zwischen den Siegern dieser Woche aber hätte da schon deutlich bessere Aussichten. Nächster Gegner: Ricardo Lamas oder Josh Emmett

Marlon Moraes

„Magic“ Marlon Moraes machte seinem Spitznamen am Wochenende alle Ehre, als er Aljamain Sterling mit einem Kniestoß minutenlang ins Reich der Träume und danach auf die Bahre der Sanitäter beförderte. Damit ist der Ex-WSOF-Champion endgültig in der UFC angekommen, nachdem er sein Debüt im Juni knapp an Raphael Assuncao verloren hatte und zuletzt zwei Mal in nur einem Monat gewinnen konnte.

Der Kampf gegen Sterling kam nämlich nur vier Wochen nach einem Punktsieg gegen John Dodson, nachdem Sterlings ursprünglich geplanter Gegner verletzt absagen musste. Für Moraes, der sich mit diesem Sieg auf Rang sieben in der offiziellen Bantamgewichts-Rangliste platziert hat, stehen im kommenden Jahr nun einige Optionen offen. Zumindest theoretisch, denn bis auf weiteres ist ein Großteil der Top Ten bereits verplant oder verletzt.

Will man das Risiko eingehen, nach Sterling auch ein weiteres junges Talent in dieser Form aus dem Rennen zu schießen, wäre Brett Johns nach seinem 30-Sekunden-Calf-Slicer Anfang des Monats eine gute Option. Ansonsten wartet mit Bryan Caraway noch ein etablierter Veteran auf seinen Gegner – nachdem er Sterling vergangenes Jahr dessen erste Niederlage beibringen konnte. Nächster Gegner: Bryan Caraway

Alex Perez

Viel besser hätte sein Jahr nicht laufen können. Bis zum Sommer war Alex Perez noch ein völlig unbekannter Kämpfer der regionalen MMA-Szene Kaliforniens. Jetzt im Winter ist er noch immer weitestgehend unbekannt, hat aber in der zweiten Jahreshälfte eine sehr solide Basis geschaffen, um das 2018 zu ändern.

Im August bezwang Perez bei „Dana White’s Tuesday Night Contender Series” Kevin Gray per Anaconda Choke, vergangenes Wochenende gelang ihm das gleiche Resultat gegen Carls John de Tomas, darüber hinaus übrigens auch in einem Kampf für Tachi Palace Fights im Februar. Damit wird der 25-Jährige nicht über Nacht zum Star werden – wenn es aber in diesem Stil weitergeht, dann könnte 2018 ein noch besseres Jahr für das junge Fliegen- und Bantamgewicht werden. Nächster Gegner: Benito Lopez