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GNP1-Matchmaker: Ein neuer Stern bei den Schwergewichten. Oder sogar zwei?

Derrick Lewis (l.) holte sich am Freitag bei UFC Albany einen so wichtigen wie hart umkämpften Sieg (Foto: UFC).

Zwischen UFC 205 vergangenen Monat in New York City und UFC 206 am Wochenende ging die erste UFC-Show in Upstate New York sang- und klanglos unter. Kaum verwunderlich, denn nicht nur war das Programm von vornherein schon schwach auf der Brust, diverse Absagen der wenigen großen Namen schwächten die Show noch zusätzlich. Ein paar relevante Duelle gab es in Albany dennoch zu sehen und möglicherweise sogar die Zukunft der Schwergewichtsklasse.

Wir werfen einen kurzen Blick auf die drei besten Leistungen des Abends:

Derrick Lewis

Nicht so imposant wie gewohnt, aber trotzdem erfolgreich beendete Derrick Lewis seinen ersten UFC-Hauptkampf am Freitag mit einem technischen Knockout in der vierten Runde gegen Shamil Abdurakhimov. Der Dagestaner nutzte über weite Strecken des Kampfes sein überlegenes Grappling, um sich von Lewis‘ harten Händen fernzuhalten und ihn stattdessen auf dem Boden zu zermürben.

Auf dem Weg in Richtung Punktniederlage machte Lewis im vierten Durchgang dann allerdings das Beste aus einem eigenen Takedown, pinnte Abdurakhimov am Käfig fest und ließ harte Fäuste los, bis der Kampf abgebrochen wurde. Trotz deutlicher Lücken hat Lewis es wieder einmal geschafft, sein überlegenes Potential, Schaden anzurichten, in einen Sieg umzumünzen. Ob er es auf diese Weise bis ganz an die Spitze schafft, dürfte angesichts der starken Grappler in der Top Ten fraglich sein. Jemand, der stattdessen selbst lieber die Fäuste fliegen lässt, ist Ex-K1-Champion Mark Hunt.

Nach seiner wegen des positiven Dopingtests seines Kontrahenten kontroversen Niederlage gegen Brock Lesnar bei UFC 200 ist der „Super Samoan“ in der Versenkung verschwunden. Ob er überhaupt in den Käfig zurückkehrt, steht nicht fest. Falls er es in näherer Zukunft doch tut, wäre Lewis eine gute Gelegenheit sowohl für Hunt als auch dessen Fans, die Erinnerung an den kontroversen Langweiler gegen Lesnar mit einer gepfefferten Standschlacht zu vergessen. Nächster Gegner: Mark Hunt

Francis Ngannou

In einer Gewichtsklasse mit wenigen jungen Talenten kann man es schon mit einer kurzen Siegesserie weit bringen. Wenn man dann noch, wie Schwergewicht Francis Ngannou, jeden dieser Siege spektakulär aussehen lässt, dann wird dieser Weg noch deutlich kürzer.

Drei Knockout-Siege hat der gebürtige Kameruner aus Paris seit seinem UFC-Debüt vor einem Jahr geholt, in Albany folgte gegen Anthony Hamilton Sieg Nummer vier. Und zwar per Kimura. Bei aller Fan- und Medien-Liebe für Knockouts war ein Aufgabe-Sieg wohl das Beste, was Ngannou passieren konnte – jetzt weiß der Rest der Gewichtsklasse, dass mit dem 1,93-Meter-Hünen überall zu rechnen ist. Nachdem er in seinem ersten Jahr im Octagon Gegner aus dem weiten Mittelfeld der Gewichtsklasse dominiert hat, ist es für den „Predator“ nun Zeit, die zweite Runde mit höheren Kalibern einzuläuten.

Mit jemandem wie Travis Browne. Die Nummer neun der Rangliste hat zuletzt immer wieder mal verloren, trotzdem macht die Ansetzung SInn: Für Ngannou bedeutet sie einen vergleichsweise behutsamen Einstieg in die Top Ten, für Browne bietet sich die Gelegenheit, mit einem Sieg gegen ein gefährliches Talent zu beweisen, wie viel noch in ihm steckt. Nächster Gegner: Travis Browne

Corey Anderson

UFC Albany war ein Wendepunkt in Corey Andersons Octagon-Karriere. Der gelernte Ringer aus Renzo Gracies Team sieht beizeiten aus wie eines der größten Talente im Halbschwergewicht, an anderen Tagen scheint er sein Potential nicht wie gewohnt abrufen zu können und verliert Kämpfe, der er hätte gewinnen können.

Freitag war nicht so ein Tag. Sean O’Connell mag nicht die Elite repräsentieren und überdies als wilder K.o.-Schläger in Andersons grapplinglastigen Kampfstil hereingespielt haben, trotzdem hat „Beastin 25/8“ mit seinem zweiten vorzeitigen Sieg im Octagon wieder einmal bewiesen, dass er zwar spitznamentechnisch unter-, kämpferisch dafür oberhalb des UFC-Durchschnitts rangiert.

Anderson forderte am Wochenende den Sieger des Kampfes zwischen Nikita Krylov und Misha Cirkunov heraus, den letzterer gewann. Zwar würde man einem aufstrebenden Talent fürs Erste den Wind aus den Segeln nehmen, würde man diesen Kampf buchen – da die zwei aber noch nicht einmal ihren 30. Geburstag erreicht haben, könnten beide einen Rückschlag wohl verkraften. Nächster Gegner: Misha Cirkunov

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