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GNP1-Matchmaker: Ein neuer Herausforderer im Mittelgewicht?

Robert Whittaker holte sich bei UFC Melbourne den größten Sieg seiner Octagon-Karriere (Foto: UFC).

Wer sich den Wikipedia- oder Sherdog-Eintrag zur 101. UFC Fight Night anschaut, der könnte einen recht falschen Eindruck bekommen. Acht Kämpfe hintereinander gingen in Down Under über die Runden, am Ende waren es dann ganze zehn von 13. Damit ist Melbourne mit dem aktuellen UFC-Rekord gleichgezogen. Tatsächlich stecken hinter den unspektakulären Ergebnissen aber eine ganze Reihe spannender Schlachten. Von Robert Whittakers spektakulärem K.o.-Sieg gegen Derek Brunson im Hauptkampf ganz zu schweigen.

Wir werfen einen kurzen Blick auf die drei besten Leistungen des Abends:

Robert Whittaker

Hätte Derek Brunson intelligenter gekämpft, würde Robert Whittaker gerade vielleicht nicht den größten Sieg seiner UFC-Karriere feiern. Brunson allerdings zog es vor, im Hauptkampf von UFC Melbourne wilde Schwinger schlagend, ohne Balance und Deckung auf Whittaker einzudreschen. Bei allem gebührenden Respekt vor jemandem, der bewiesen hat, dass er das Zeug zum Top-Kämpfer hat: so gewinnt man in der UFC keinen Blumentopf.

Nicht gegen jemandem vom Kaliber Robert Whittakers, der mit dem sauberen Konter und darauffolgenden Erstrunden-K.o. gezeigt hat, warum er im Mittelgewicht oben in die Top Ten gehört. Der mit Zähigkeit, einem aggressiven Kampfstil und K.o.-Power ausgestattete Neuseeländer überstand die harte Anfangsattacke Brunsons und drehte den Spieß prompt um. Mit sechs Siegen in Folge hat sich Whittaker, der 2014 noch zwei Mal in Folge im Weltergewicht verloren hatte, eine Gewichtsklasse darüber zum potentiellen Titelherausforderer gemausert.

Jetzt steht Whittaker in der offiziellen Rangliste einen Platz hinter Anderson Silva – wer hätte das bei seinem UFC-Debüt 2013 gedacht? Als nächster Gegner macht der Ex-Champion dabei jedoch nur wenig Sinn, die alternde Legende sollte lieber gegen länger etablierte Namen kämpfen und nicht als Sprungbrett für aufstrebende Newcomer herhalten müssen.

Noch einen Rang weiter oben würde es dagegen für beide Parteien interessant werden, wenn man Whittaker gegen Gegard Mousasi ansetzen würde. Der Sieger dieses Kampfes würde sich umgehend in die Phalanx aus potentiellen Titelherausforderern einordnen, die aktuell Luke Rockhold, „Jacare“ Souza und Yoel Romero beinhaltet. Nächster Gegner: Gegard Mousasi

Tyson Pedro

Was für ein Debüt. Gegen Khalil Rountree musste der hoch gehandelte australische UFC-Debütant Tyson Pedro zunächst einmal eine Blitz-Bombe einer linken Geraden einstecken, die sein linkes Auge sofort anschwellen ließ. Pedro jedoch, der zu Neikeds „Sexual“ in die Arena eingelaufen war, zeigte keinerlei Nerven, brachte direkt den Konter-Takedown und zwang Rountree wenig später im Rear Naked Choke zum Abklopfen.

Besser kann man kaum debütieren: schon vor dem Kampf Welle machen, Nehmerfähigkeiten beweisen und als Antwort auf eine gefährliche Situation den Kampf beenden. Mit fünf Profi-Kämpfen und im Alter von 25 Jahren hat die UFC alle Zeit der Welt, Pedro in der recht schwachen Halbschwergewichtsklasse langfristig aufzubauen. Es gibt zumindest keinen Grund, ihn auf die Schnelle weit nach oben zu befördern, jemand wie Steve Bossé sollte als nächste Option ausreichen. Nächster Gegner: Steve Bossé

Dan Kelly

Langsam sollte man es besser wissen: Fünf von sechs Kämpfen hat der 39-jährige Judo-Olympionike Dan Kelly in der UFC gewonnen, trotzdem geht er in jeden nächsten Kampf als klarer Underdog. Sein einstimmiger Punktsieg gegen den neun Jahre jüngeren Chris Camozzi am Wochenende wurde dabei zu einer waschechten Feelgood-Story, immerhin hatte Kellys schwerkranker Sohn am gleichen Tag Geburtstag.

Was macht man jetzt also mit Kelly? Dass er rund um seinen 40. Geburtstag noch einen Run auf den Mittelgewichtstitel startet, dürfte trotz seiner Aversion gegen Wettquoten unwahrscheinlich sein. Stattdessen könnte der Australier als nächstes gegen Magnus Cedenblad antreten. Dem Schweden brach mit einer T.K.o.-Niederlage gegen Jack Marshman bei UFC Belfast eine mehr als drei Jahre andauernde Siegesserie weg.

Gegen Kelly könnte er entweder gegen einen mittlerweile doch irgendwie respektierten Namen zurück auf die Spur kommen oder dem Veteranen den nächsten großen Sieg als Underdog bescheren. Nächster Gegner: Magnus Cedenblad

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