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GNP1-Matchmaker: Ein Kampf um Nichts schlägt große Wellen

Gerade so schaffte Conor McGregor es bei UFC 202, sich zu revanchieren (Foto: Florian Sädler).

UFC 202 galt für viele Fans als die eigentliche UFC 200, und tatsächlich hat die Show aus Las Vegas deutlich mehr Action geliefert als die große Jubiläumsshow im Juli. Von Lorenz Larkins Zerstörung von Neil Magny über Marvin Vettoris äußerst gelungenes UFC-Debüt und Cody Garbrandts Blitz-K.o. gegen Takeya Mizugaki bis hin zu Mike Perrys UFC-Debüt-Knockout gegen K.o.-Maschine Hyun Gyu Lim bot UFC 202 schon vor den großen Blockbusterkämpfen Action satt.

Wir werfen einen kurzen Blick auf die drei besten Leistungen des Abends:

Conor McGregor

„Surprise, Surprise, Motherfucker!“ Ob der König tatsächlich zurück ist, wie Conor McGregor nach seinem so knappen wie nervenzerreißenden Punktsieg gegen Nate Diaz verkündete, sei dahingestellt.

Schließlich war der König eigentlich nie weg – weder im ersten noch im zweiten Duell Dublin vs. Stockton ging es um McGregors Federgewichtstitel, sondern um nicht mehr als Stolz, Ego und Ansehen. Und gerade deswegen wird der Sieg vom Samstag trotz der objektiven Nichtigkeit große Auswirkungen auf die Karriere des Superstars haben.

Hätte McGregor zum zweiten Mal verloren, hätte das seiner auf Überlegenheit und Selbstbewusstsein beruhenden Aura einen schweren Schlag versetzt. So aber hält der Ire die Karten wieder in der Hand. Nicht nur der Sieg, sondern vor allem die Härte und Intensität des Kampfes sollten dafür gesorgt haben, dass McGregor den Respekt der meisten Fans zurückgewonnen hat. Bleibt die Frage, wie es weitergeht?

Laut UFC wird „The Notorious“ als nächstes zurück ins Federgewicht gehen und dort seinen Gürtel gegen Interims-Champion José Aldo verteidigen müssen, wenn er den Titel nicht vakantieren will. Auf der Pressekonferenz nach UFC 202 allerdings schien McGregor nicht allzu angetan zu sein von dieser Aussicht und begründete das u.a. damit, dass Aldos Sieg gegen Frankie Edgar bei UFC 200 ihn keineswegs beeindruckt habe. Das größere Problem als fehlende Motivation für einen Rückkampf dürfte aber ohnehin McGregors Gewicht sein. 

Wundern sollte man sich jedenfalls nicht, wenn wir McGregor nie wieder – oder zumindest nicht allzu bald – zurück in seiner alten Gewichtsklasse sehen werden. Das 65-Kilo-Limit zu erreichen, war schon immer eine Qual für den 1,75-Meter-Mann. Und nachdem McGregor für die beiden Diaz-Kämpfe im Weltergewicht an Masse zugelegt hat, dürfte fraglich sein, ob er überhaupt noch so tief runter gehen kann.

Dass das Weltergewicht langfristig keine gute Idee ist, scheint allerdings auch McGregor klar geworden zu sein. Bleibt das Leichtgewicht als potentielle neue Heimat. Champion Eddie Alvarez jedenfalls hat bereits vorsorglich Interesse am „Money-Fight“ gegen McGregor bekundet. Und mit einem Titelgürtel und jetzt wieder einem Sieg im Rücken dürfte diese Ansetzung nicht komplett unwahrscheinlich sein. Nächster Gegner: Eddie Alvarez

Anthony Johnson

Das passiert, wenn man Anthony Johnson herausfordert: Ganze 13 Sekunden hielt Glover Teixeira gegen „Rumble“ durch, nachdem er im Anschluss an seinen letzten Sieg im April deutlich machte, dass er als nächstes gegen Johnson ran wollte. Der krachende Uppercut-K.o., der Teixeira dazu verleitete, noch völlig benommen Ringrichter Dan Miragliotta zu Boden zu ringen, hat einmal mehr gezeigt, dass Johnson der aktuell gefährlichste Kämpfer im UFC-Halbschwergewicht ist.

Zwar hat Champion Daniel Cormier erst im Mai letzten Jahres Johnsons Bomben überstanden und ihn wenig später im Rear Naked Choke abklopfen lassen, trotzdem ist „Rumble“ fünfzehn Monate später wieder die beste Option für die nächste Titelchance. Mit Jimi Manuwa, Ryan Bader und jetzt Glover Teixeira hat Johnson seit seiner Niederlage drei starke Gegner aus dem Weg gebombt und mehr Momentum aufgebaut als je zuvor. Mit Jon Jones im Vakuum ist „Rumble“ die richtige Wahl für „DC“, und zwar allemal verdient. Nächster Gegner: Daniel Cormier

Donald Cerrone

22 UFC-Kämpfe, 13 Bonusschecks, eine verpatzte Titelchance und einen Gewichtsklassenwechsel nach seinem Octagon-Debüt hat Donald Cerrone anscheinend seinen Zenit erreicht – und das ist als Kompliment gemeint. In drei Kämpfen bis 77 Kilo hat der „Cowboy“ mit jedem Mal brillanter ausgesehen; nachdem er im Juni Ex-Mittelgewicht Patrick Coté überrollte, folgte nun gegen den physisch extrem starken Ringer Rick Story der nächste Streich.

Die Kopf-Körper-Kopf-Headkick-Kombo, mit der Cerrone das Ende für Story einleitete, war pure Ästhetik, die Takedownverteidigung zuvor ein Statement an die Kritiker und der eigene Takedown zu Beginn des Duells ein schöner strategischer Kniff. So gut hat Cerrone trotz all seiner Erfolge selten im Leichtgewicht ausgesehen.

Da fragt man sich schon, ob der jung gebliebene Veteran einfach einen Lauf hat oder ob doch die sieben Kilo weniger zum Abkochen hier den Ausschlag geben. Cerrone selbst jedenfalls scheint das Gewicht nicht zu kümmern – nach UFC 202 kündigte er an, sich als nächstes den Leichtgewichtstitel von Champion Eddie Alvarez holen zu wollen, den er im September 2014 bereits einmal besiegen konnte. Ob das tatsächlich so schnell passieren wird, bleibt abzuwarten.

Dank seiner Fanbasis, seines Kampfstils und seiner Bereitschaft, überall gegen jeden zu kämpfen, dürfte es aber spannend bleiben für den originalen „Cowboy“ der UFC. Und was wäre spannender, als ein Rückkampf gegen jemanden, der ähnlich beliebt bei den Fans ist, ihn schon 2011 schlagen konnte und seinerseits bei UFC 202 eine beeindruckende Show aufs Parkett gelegt hat? Nicht viel, solange derjenige sich dazu bereiterklärt, in näherer Zukunft wieder gegen jemand anderen als seinen Gegner vom Samstag in den Käfig zu steigen. Nächster Gegner: Nate Diaz