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GNP1-Matchmaker: Die Rückkehr des Königs

Nach Massenschlägereien, Event-Absagen und Doping-Skandalen gab es kaum einen passenderen Jahresabschluss für die UFC als das Chaos rund um PPV Nummer 232. Eine Woche vor Beginn die ganze Show von Las Vegas nach Los Angeles zu verschieben, das kann sich niemand ausdenken. Wie üblich aber hieß es Samstagnacht in Kalifornien „Ende gut, alles gut“, denn die 13 Kämpfe aus dem altehrwürdigen Forum boten alles von krachenden Knockouts über aufstrebende Newcomer und neu gekrönte Doppel-Champions bis hin zur triumphalen Rückkehr des vielleicht besten Kämpfers aller Zeiten.


Wir werfen einen kurzen Blick auf die drei besten Leistungen des Abends:

Jon Jones

 

Der zweite Kampf zwischen Jon Jones und Alexander Gustafsson war nicht annähernd so spektakulär wie der erste, dafür aber umso eindeutiger. Nach einer unspektakulären ersten Runde drehte Jones im zweiten Durchgang etwas auf und beendete den Kampf schließlich in Runde drei durch technischen Knockout mit Schlägen am Boden.

Damit revanchierte er sich für einen Kampf, den er nicht einmal verloren hatte. Dass Jones in solchen Kategorien operiert, beweist einmal mehr, wie gut er ist.

Ohne rechtliche Probleme im Nacken und vielleicht ab sofort auch ohne Ärger mit USADA dürfen wir darauf hoffen, Jones in der nächsten Zeit wieder häufiger im Octagon zu sehen. „Bones“ selbst forderte nach seinem Sieg Daniel Cormier heraus – im Halbschwergewicht, wohlgemerkt, in das Cormier vermutlich nicht mehr zurückkehren wird.

Ob es zum dritten Duell mit seinem Vorgänger und Nachfolger kommt, scheint daher zunächst fraglich, denn Jones sagte unlängst, er wolle nicht für „DC“ ins Schwergewicht wechseln. Das könnte indes natürlich auch ein schlichter Bluff sein. In seiner eigenen Gewichtsklasse gäbe es nämlich Arbeit für den wieder aufgetauchten verlorenen Sohn, allerdings überzeugt keine Option restlos. Namen wie Dominick Reyes oder Corey Anderson arbeiten sich gerade erst hoch, während Anthony Smith vor einem Jahr noch kurz vor dem UFC-Ende stand.

Einen klaren Herausforderer gibt es nicht, neben Smith hätte eventuell noch der Sieger des Prag-Hauptkampfes zwischen Jan Blachowicz und Thiago Santos gute Chancen, ein wirklich bekannter Name ist aber keiner der drei. Sofern nicht Anthony Johnson spontan aus der Rente zurückkommt und es auch weiterhin keine Ankündigung zu Cormier vs. Brock Lesnar gibt, könnte es tatsächlich zum Abschluss einer denkwürdigen Trilogie kommen. Mit welchem Gewichtslimit auch immer. Nächster Gegner: Daniel Cormier

Amanda Nunes

Hohes Risiko, großer Lohn: Amanda Nunes stellte sich am Wochenende der vermutlich gefährlichsten Kämpferin aller Zeiten – und knockte Cris „Cyborg“ früh in der ersten Runde aus. Damit ist „The Lioness“ nun die erste Frau, die in der UFC zwei Titelgürtel hält, und das gleichzeitig.

Nunes‘ nächster Kampf, sofern „Cyborg“ keine sofortige Chance auf Revanche bekommt, dürfte daher im Bantamgewicht stattfinden. Das Federgewicht war im Grunde hausgemacht für „Cyborg“ und hat nicht einmal eine eigene Rangliste. Eine Klasse tiefer hat Nunes schon viele der Top-Namen besiegt, allerdings noch nie gegen Holly Holm gekämpft.

Die Ex-Championess hat zwar in den letzten zwei Jahren zwei Mal erfolglos um den Titel gekämpft, das erste Mal war allerdings eine kontroverse Punktniederlage gegen Germaine de Randamie, das zweite eine hinreichend knappe Punktniederlage gegen „Cyborg“. Holm ist ein bekannter Name, der einen Titelkampf ziehen würde und könnte Nunes mit ihrer Expertise im Stand einen spektakulären Kampf liefern. Nächste Gegnerin: Holly Holm

Alexander Volkanovski

Der erste Sieg auf PPV, ein Bonus für den „Fight of the Night“ und überhaupt: ein Knockout gegen einen der bekanntesten Namen der Gewichtsklasse. Viel besser hätte das Wochenende für Alexander Volkanovski nicht laufen können. Nach seinem vorzeitigen Sieg gegen Chad Mendes forderte Alexander „The Great“ Federgewichtschampion Max Holloway heraus.

So kurz dürfte der Weg an die Spitze dann doch nicht werden. Mit Jose Aldo, Frankie Edgar, Renato Moicano und Brian Ortega stehen noch mindestens vier Kämpfer vor ihm in der Schlange. Zwar werden Aldo und Moicano Anfang 2019 untereinander einen von ihnen aus dieser Position kegeln und hat Ortega gerade erst gegen Holloway verloren, aber Volkanovski wird noch einen Sieg gegen jemanden aus diesen Sphären brauchen, bevor er nach dem Titel greifen kann.

Ein interessanter nächster Gegner wäre eben jener Ortega, sofern der keine allzu lange Pause macht. Für Ortega wäre ein Sieg gegen einen erwiesenermaßen hochklassigen Neuling wie Volkanovski ein Ticket zurück in Richtung Titel, für Volkanovski täte ein Sieg gegen einen ehemaligen Titelherausforderer mit etwas Glück den gleichen Dienst. Nächster Gegner: Brian Ortega