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GNP1-Matchmaker: Die Nacht der imposanten Comebacks

Wieder auf Kurs: Kevin Lee hat sich augenscheinlich gut von seinem verpatzten Titelkampf erholt (Foto: Florian Sädler).

Die Rückkehr der UFC in die historische Boardwalk Hall in Atlantic City war eine beinharte Sache. Ganze neun Kämpfer wurden von der Sportkommission des Bundesstaates New Jersey aus medizinischen Gründen auf unbestimmte Zeit suspendiert. Diese Statistik gibt schon recht gut wieder, was am Samstag vonstattenging: eine lange Nacht knallharter Kämpfe.

Wir werfen einen kurzen Blick auf die drei besten Leistungen des Abends:

Kevin Lee

So kommt man von einem missglückten ersten Titelkampf zurück. Gegen einen brandgefährlichen Edson Barboza demonstrierte Kevin Lee, dass er trotz seiner etwas verfrühten Titelchance ein Top-Leichtgewicht ist. Fast fünf Runden lang dominierte er den Brasilianer vor allem am Boden, bis der Ringrichter das Duell kurz vor Schluss wegen eines Cuts über Barbozas Auge abbrach. Damit steigt Lee erneut ins Titelrennen ein.

Lee selbst gründet seinen Anspruch vor allem auf die Behauptung, er könne Fragen bezüglich des Champions beantworten, die niemand außer ihm beantworten kann. Damit meint Lee vermutlich, dass er nicht nur solide auf den Beinen, sondern auch ein starker Ringer ist, der seine Gegner mit Druck überwältigt und Über-Grappler Khabib Nurmagomedov daher mit dessen eigenen Waffen bekämpfen kann. Und damit hat der 25-Jährige wohl zumindest teilweise recht, denn er ist mittlerweile tatsächlich einer der rundesten Kämpfer der Gewichtsklasse. Ob am Boden, auf den Beinen oder im Ringen – Lee ist überall auf hohem Niveau gefährlich.

Das stellt ihn tatsächlich gegenüber beispielsweise einem Dustin Poirier heraus, der wohl nur so lange eine Chance hätte, wie Nurmagomedov nicht zum Takedown ansetzt. Auch ein Eddie Alvarez scheint auf den ersten Blick nicht der Typ Kämpfer zu sein, der Nurmagomedov enttrohnen würde. Tony Ferguson dagegen ist wohl noch länger verletzt, Conor McGregor hat bis auf weiteres andere Sorgen.

Lee mag nicht so K.o.-gefährlich sein wie eben ein McGregor oder Poirier, könnte sich aber zumindest auf dem Papier gut verteidigen und bringt gleichzeitig auch vielseitige Offensiv-Werkzeuge mit ins Spiel. Ob er auch gegen Nurmagomedov Tempo und Rhythmus des Kampfes bestimmen und ihn unter genügend Druck setzen könnte, damit er Fehler macht oder auf den Punktrichterzetteln zurückfällt, ist dabei aber immer noch eine ganz andere Frage.

Wäre Nurmagomedov-McGregor nicht ein solcher Blockbuster mit Unmengen an Geld im Spiel, dann hätte Lee vielleicht gute Chancen auf einen baldigen Titelkampf. Da Nurmagomedov aber ohnehin erst Ende des Jahres zurückkehren will und das McGregor-Drama bis dahin durchaus erledigt sein könnte, kann es gut sein, dass Lee noch mindestens einen Sieg braucht, um sich im Chaos der Top 5 an die Spitze abzusetzen. Nächster Gegner: Eddie Alvarez

Frankie Edgar

Großes Risiko, hoher Lohn. Keine zwei Monate nach einer harten K.o.-Niederlage gegen Brian Ortega kehrte Frankie Edgar am Samstag gegen einen gefährlichen Cub Swanson zurück und kontrollierte seinen Gegner auch im zweiten Duell der beiden Top-Kämpfer. Zwar konnte er Swanson dieses Mal nicht vorzeitig besiegen, der klare Sieg bringt den Ex-Champion aber trotzdem zurück ins Titelgeschehen – zumindest theoretisch, denn Edgar ist noch immer auf Platz drei der offiziellen Rangliste gesetzt.

Ob er so bald um einen Gürtel kämpfen darf, ist nach der schnellen Niederlage gegen Ortega trotzdem fraglich. Zumindest eine kleinere Siegesserie wird „The Answer“ brauchen, und ein nächster Gegner hat sich bereits empfohlen – der „Korean Zombie“ Chan Sung Jung forderte Edgar nach dessen Sieg via Instagram heraus. Angesichts der Tatsache, dass der Koreaner einerseits ein großer Name und andererseits praktisch nie in langweilige Kämpfe verstrickt ist, stellt sich die Frage: Warum nicht? Nächster Gegner: Chan Sung Jung

David Branch

Der ehemalige WSOF-Champion in zwei Gewichtsklassen David Branch stand am Wochenende mit dem Rücken zur Wand. Einen knappen Punktsieg und eine vorzeitige Niederlage konnte er bisher in seiner Rückkehr zur UFC vorweisen – nicht sein Anspruch. Gegen den brandgefährlichen brasilianischen Thaiboxer Thiago Santos hätte es in Atlantic City schnell eine weitere Niederlage setzen können, Branch aber setzte stattdessen ein beeindruckendes Statement, indem er den K.o.-Spezialisten in der ersten Runde ausknockte.

Damit hält der New Yorker sich auch weiter in der Top Ten und dürfte auch seinen nächsten Gegner auf den Ranglistenplätzen um ihn herum finden. Zwar unter ihm gelistet, aber ein solider Gegner auf der Suche nach einem neuen Kampf (Michael Bisping scheint auf seine Sticheleien nicht einzugehen) wäre Brad Tavares. Nächster Gegner: Brad Tavares