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GNP1-Matchmaker: Die Königin ist tot, es lebe die Königin

Wenn die UFC sich dahinterklemmt, könnte Amanda Nunes 2017 zum Star avancieren (Foto: Florian Sädler).

Das war antiklimatisch: Dreizehn Monate hat sich Ronda Rousey Zeit gelassen, um nach ihrer schockierenden K.o.-Niederlage gegen Holly Holm ins Octagon zurückzukehren, wo sie zuvor so lange so unantastbar schien. 48 Sekunden später war alles schon wieder vorbei und der ehemals so massive Hype um die dominante Championess endgültig zerstört. Handelt die UFC jetzt richtig, könnten sie dafür nun einen neuen Star an der Leine haben.  

Wir werfen einen kurzen Blick auf die drei besten Leistungen des Abends:

Amanda Nunes

Dass der Hauptkampf von UFC 207 auf die eine oder andere Art schnell vorbei sein würde, war abzusehen. Dass Ronda Rousey aber derartig einseitig aus dem Käfig geprügelt werden würde, ist doch zumindest etwas überraschend gewesen. Amanda Nunes hat damit nach ihrem Titelgewinn bei UFC 200 ein brillantes Jahr abgeschlossen und dürfte sich, wenn die UFC-PR-Maschine mitspielt, als neuer Star etabliert haben.

2017 dürfte es gegen weniger bekannte Gesichter weitergehen, denn die großen Stars hat Nunes 2016 besiegt und wohl in Rente geschickt. Leichter wird es trotzdem nicht, denn die nächste Generation steht bereits in den Startlöchern. Allen voran Valentina Shevchenko, gegen die Nunes Anfang 2016 nur knapp gewonnen hat sowie Julianna Pena, die alle ihrer vier UFC-Kämpfe gewonnen hat, zuletzt gegen Jessica Eye und Cat Zingano. Am 28. Januar werden die beiden bei UFC on FOX 23 aufeinandertreffen, ein Titelkampf im Frühsommer würde also auch zeitlich passen. Nächste Gegnerin: Valentina Shevchenko oder Julianna Pena

Cody Garbrandt

Garbrandt durch K.o. oder Cruz nach Punkten, hieß es vor UFC 207. Dass der bisher meist sehr aggressiv auftretende K.o.-Schläger Garbrandt aber den raffinierten Techniker Cruz in dessen eigenem Spezialgebiet besiegt, damit hätte wohl kaum jemand gerechnet.

Mit disziplinierter Strategie, gekonnter Beinarbeit, immer wieder eingestreuten Provokationen und seinen harten Fäusten bereitete „No Love“ dem Champion aber einen ziemlich langen, ziemlich miesen Abend. Ausgerechnet Garbandt selbst forderte nach seinem Punktsieg einen Rückkampf gegen Cruz, am meisten Sinn allerdings würde ein Duell mit T.J. Dillashaw sein.

Die ehemaligen Trainingspartner haben schon jetzt Sticheleien ausgetauscht und würden im Vorfeld eines Kampfes wohl im Alleingang für jede Menge PR sorgen. Ganz zu schweigen davon, dass der Kampf schon rein stilistisch faszinierend wäre: Garbrandts Power und neu gefundene taktisch-strategische Finesse gegen Dillashaws Kampfstil, der dem von Cruz ähnelt, aber mehr Durchschlagskraft mitbringt. Nächster Gegner: T.J. Dillashaw

T.J. Dillashaw

Dillashaw, sagt er, hat 2016 diejenigen Gegner geschlagen, vor denen Dominick Cruz sich gedrückt hat. Ob Cruz sich tatsächlich seine Herausforderer selbst ausgesucht hat, sei dahingestellt. Tatsache ist aber, dass Dillashaw nach seiner knappen Niederlage gegen Cruz auf Weltmeister-Niveau weitergekämpft hat: Sowohl Raphael Assuncao als auch John Lineker hätten unter anderen Umständen gut und gerne ihre eigenen Titelkämpfe bekommen können.

Das Risiko hat sich für Dillashaw allerdings ausgezahlt. Mit dem dominanten Punktsieg gegen Lineker hat der Ex-Champion sich in die beste Position gebracht, 2017 um seinen alten Gürtel antreten zu dürfen. Gerade mit Garbrandt als Champion dürfte diese Option sowohl für die beiden Kämpfer als auch für die UFC und ihre Fans die lohnendste Alternative darstellen. Nächster Gegner: Cody Garbrandt