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GNP1-Matchmaker: Die Alte Garde schlägt zurück

Wieder auf Kurs nach oben: Ex-Champion Junior dos Santos (Foto: Tobias Bunnenberg).

UFC Adelaide hätte eine Wachablösung werden können. Stattdessen schlugen die Alten Hasen die Jungen Wilden in Australien mit 2:1. Zwar verlor Mark Hunt seinen UFC-Abschied unspektakulär gegen Justin Willis, dafür drehten Junior dos Santos und „Shogun“ Rua mit Knockouts gegen deutlich jüngere Gegner die Uhr zurück.

Wir werfen einen kurzen Blick auf die drei besten Leistungen des Abends:

Junior dos Santos

 

Seit 2012 haben sich bei Junior dos Santos Sieg und Niederlage abgewechselt. Diese Serie beendete der Brasilianer am Wochenende in Australien, als er nach einer harten ersten Runde Tai Tuivasa technisch K.o. schlug. Damit hat „Cigano“ nun zwei Kämpfe in Folge und drei seiner letzten vier gewonnen, einziger Rückschlag ist ein verlorener Titelkampf gegen Stipe Miocic im Mai 2017.

Mit zwei Siegen in 2018 kann dos Santos nun mit jeder Menge Momentum ins neue Jahr starten. Wer ihm dann gegenüberstehen könnte, ist allerdings nicht ganz eindeutig. Alistair Overeem, dos Santos‘ Wunschgegner, peilt ein Duell mit Derrick Lewis an. Curtis Blaydes und Alexander Volkov haben gerade erst verloren, Stipe Miocic und Francis Ngannou dürften lohnendere Gegner anpeilen als den aktuell auf Rang sieben gelisteten Ex-Champion.

Zwar liegt es nicht im Bereich des Unmöglichen, dass dos Santos trotzdem einen von ihnen vor die Fäuste bekommt, zumal er letztes Jahr schon gegen Ngannou ran sollte. Genauso kann es aber sein, dass er sich zunächst wieder wie gegen Tuivasa leicht nach unten orientieren muss. Nächster Gegner: Aleksei Oleinik

Mauricio Rua

Das Bild eines angeknockten „Shogun“ Rua, der durch das Octagon taumelt, ist in den letzten Jahren schmerzhaft gewohnt geworden. Auch in Australien stand die lebende Legende zwischenzeitlich auf wackligen Beinen, bestrafte Tyson Pedro aber anschließend gnadenlos für dessen schwindende Kondition und holte sich einen T.K.o. in Runde drei. Auch gegen einen 37-jährigen Rua darf man sich eben keinen Fehler erlauben.

Wie es weitergeht, ist trotzdem fraglich. Vor UFC Hamburg hatte Daniel Cormier höchstselbst Rua noch ins Titelgeschehen geredet, dann verlor er krachend gegen Anthony Smith. „Shogun“ hat vier seiner letzten fünf Kämpfe gewonnen, trotzdem scheint er auf Rang zwölf weit entfernt von einer Chance auf sein altes Gold.

Sinn machen würde als nächstes das erst in Chile, dann in Deutschland ausgefallene Duell mit Volkan Oezdemir, der zuletzt seinerseits gegen Anthony Smith verlor. Entweder würde Oezdemir darin den ersten Schritt zurück in Richtung Spitze machen, oder Rua könnte zeigen, dass er vielleicht doch noch genug Saft für einen letzten Anlauf hat. Nächster Gegner: Volkan Oezdemir

Anthony Rocco Martin

Neuer Name, neue Gewichtsklasse, neue Erfolgsquote. Das bisher schlicht als Tony Martin bekannte Leichtgewicht Anthony Rocco Martin schickte in Adelaide Lokalmatador Jake Matthews per Anaconda Choke Schlafen und legte damit den Grundstein für einen Anlauf in Richtung Spitze.

Nach seinem Headkick-K.o. gegen Ryan LaFlare war das Martins zweites Finish in Folge gegen solide Kontrahenten. Der Wechsel vom Leicht- hoch ins Weltergewicht scheint dem 28-Jährigen gutgetan zu haben – nachdem er bis 70 Kilo gegen Namen wie Beneil Dariush und Olivier Aubin-Mercier eine respektable 4-4-Bilanz erkämpft hatte, ist er im 77-Kilo-Limit nun in drei Kämpfen ungeschlagen.

Bis in die Rangliste ist es in der dicht besetzten Weltergewichtsklasse ein langer Weg. Mit dem vorzeitigen Sieg auf dem Hauptprogramm in feindlichem Territorium aber dürfte Martin einen großen Schritt in diese Richtung getan haben. Kann er in seinem nächsten Kampf ein ähnliches Ergebnis abliefern wie in Adelaide, dürfte er kurz vor dem Sprung stehen. Nächster Gegner: Sean Strickland